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Grimma Freiwillige Feuerwehr Grethen feiert 75-jähriges Jubiläum
Region Grimma Freiwillige Feuerwehr Grethen feiert 75-jähriges Jubiläum
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16:23 27.04.2017
Sammelstücke aus 75 Jahren Feuerwehrgeschichte: Wehrleiter Sven Medicke (links) und Museumschef Gerd Winkler mit zwei Puppen, die in Uniformen der 1980er-Jahre gekleidet sind. Quelle: Foto:
Parthenstein/Grethen

Den genauen Tag, wann die Freiwillige Feuerwehr Grethen gegründet wurde, kennt niemand. „Aber auf irgendein Datum mussten wir uns verständigen“, meint Gerd Winkler, Chef des ansässigen Feuerwehrmuseums. Und so feiern die Blauröcke an diesem Sonnabend ihr 75-jähriges Jubiläum. Ganz frei aus der Luft gegriffen ist der Termin allerdings nicht.

Während im Ort seit mindestens 1880 eine Pflichtwehr existierte, deren Mitglieder berufen wurden und die zweimal im Jahr an der Handdruckspritze üben mussten, sprach sich der Gemeinderat 1928 dafür aus, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. „Der Beschluss wurde jedoch nie umgesetzt“, weiß Winkler (61). „Laut einem Dokument, über das wir verfügen, muss es aber 1942 eine solche Wehr gegeben haben, also vor 75 Jahren. Sie erhielt am 21. August eine Motorspritze von der Döbelner Firma Julius Müller, die per Traktor gezogen wurde.“

Zusammen mit einer Vielzahl anderer Technik ist sie im Grethener Museum zu sehen. Winkler hatte Anfang der 1970er-Jahre mit dem Sammeln begonnen, als noch sein Vater Heinz Wehrleiter war, den er 1992 auf diesem Posten ablöste. Die Geschichte der vergangenen 75 Jahre kennt er wie kein anderer und zeigt auf den B 1000. „Das war 1976 unser erstes Auto, ein Kleinlöschfahrzeug. Das Spritzenhaus unterhalb der Kirche erhielt dafür extra einen Anbau“, berichtet er.

1981 wurde das Museum in einer ehemaligen Gärtnerei gegründet. „In der DDR durfte es aber noch nicht so genannt werden, es hieß Informationskabinett zur Geschichte der Feuerwehr“, bemerkt Winkler schmunzelnd. 1985 bis ’88 baute die Wehr einen ehemaligen Vierseithof an der Steinberger Straße um. Im neuen Domizil verfügte sie nun auch über Toiletten, eine Umkleide und einen Schulungsraum. 1993 zog das Museum in die nicht benutzten Räume ein. Und zwei Jahre später konnte der B 1000 durch einen neuen Mercedes mit Tragkraftspritze ersetzt werden. Er stand in der Werkstatt des Museums, weshalb die Wehr fünf Jahre lang drängte, ein neues Gerätehaus zu errichten. Es entstand im Zuge der Ländlichen Neuordnung als Dorfgemeinschaftszentrum und wurde 2004 bezogen. In der Halle stehen jetzt das 2000 angeschaffte Fahrzeug zur Dekontaminierung von Menschen im Falle einer Katastrophe und das im vergangenen Jahr eingetroffene Löschfahrzeug mit einem 1200-Liter-Wasser-Tank.

Die 32-köpfige Truppe leitet Sven Medicke (44), Großneffe des ersten Wehrchefs Walter Medicke. Neben der Alters- und Ehrenabteilung leisten 18 Frauen und Männer aktiv Einsätze. Solche schweren Brände wie in den 1950er- und -60er-Jahren, als zwei Scheunen Opfer der Flammen wurden, gab es in Grethen aber schon lange nicht mehr. Pro Jahr wird die Truppe durchschnittlich 20-mal angefordert, auch von außerhalb, wie zum Beispiel 2013 beim riesigen Kasernenbrand in Lindhardt.

Zehn Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 13 Jahren gehören der Jugendfeuerwehr an, die aus der Brandschutzerziehung im Kindergarten hervorging. „Bleiben sie dabei, ist unser Nachwuchs gesichert“, zeigt sich Medicke zuversichtlich. Zum Jubiläum am Sonnabend ist für 16 Uhr eine Vorführung der Jugendfeuerwehr vorgesehen.

Der Tag startet 10 Uhr mit einer Technikschau. 13 Uhr beginnt der Festakt mit Grußworten. Ab 14 Uhr warten vor allem auf die Kinder zahlreiche Attraktionen.

Von Frank Pfeifer

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