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Fremdiswalder Geschichte(n): Heimatverein arbeitet an einer Ortschronik

Mit vielen Helfern Fremdiswalder Geschichte(n): Heimatverein arbeitet an einer Ortschronik

Seit reichlich zwei Jahren, seit Oktober 2013, wird in Fremdiswalde unter Regie des Heimatvereins an einer Chronik des Grimmaer Ortsteiles gearbeitet. Es wäre das erste Mal dass die Geschichte aufgeschrieben wird.

Inge Mundus (im Foto), ihre Schwiegertochter Jana Mundus sowie viele weitere fleißige Mitstreiter im Fremdiswalder Heimatverein arbeiten derzeit an einer Ortschronik. Auch die museale Heimatstube wird bis zum Frühjahr komplett neu gestaltet und eingerichtet.

Quelle: Foto: Thomas Kube

Grimma/Fremdiswalde. Seit reichlich zwei Jahren, seit Oktober 2013, wird in Fremdiswalde unter Regie des Heimatvereins an einer Chronik des Grimmaer Ortsteiles gearbeitet. „Wir machen als Heimatverein viele Veranstaltungen, Dorffeste und so weiter, aber wir haben uns gesagt, wir sollten nicht nur Kultur anbieten, sondern auch etwas machen, was Bestand hat“, erklärt Inge Mundus vom Vorstand die Beweggründe. Es wäre das erste Mal, dass die Geschichte aufgeschrieben wird. „Ich wüsste nicht, dass in Fremdiswalde schon einmal eine Chronik existiert hat“, sagt die 67-Jährige, die sich seit 2004 im Verein engagiert.

Obwohl es noch nicht lange her ist, dass die Federn gespitzt wurden, hofft Inge Mundus, „dass wir nicht mehr allzu lange brauchen, um die Chronik fertigstellen zu können“. Kein Wunder, denn das Vorhaben liegt nicht nur in der Hand eines einzelnen Chronisten, sondern hat viele Mitstreiter. Als die Idee geboren war, wurden Leute angesprochen, und sehr schnell fanden sich auch welche, die Material zur Verfügung stellten und aus früherer Zeit erzählten. Man traf sich regelmäßig einmal im Monat im Dorfgemeinschaftshaus. „Es wurde geschaut, was haben wir, was ist neu dazu gekommen, was ist wichtig, und was brauchen wir noch“, resümiert Inge Mundus. Es wurde ein Plan für den Inhalt der Chronik erstellt und anschließend geklärt, wer recherchiert und über welches Thema schreibt. So berichtet beispielsweise Tilo Busch über die Entstehungsgeschichte von Fremdiswalde und über die Kirche. Jana Mundus hat den Part Schule und Feuerwehr sowie die Braunkohlen- und Kaolingrube „Herrmannsglück“ übernommen. „Dass in der Wüstriche einst eine Kaolingrube existierte, habe selbst ich nicht mehr gewusst“, nennt Mundus ein Beispiel, welche Überraschungen die Beschäftigung mit der Vergangenheit bergen kann. „Wir wissen jetzt, dass von hier aus selbst bis Meißen geliefert wurde.“ Adelheit Pfütze wiederum arbeitet an der Geschichte des Konsums in Fremdiswalde. Dies sind nur ein paar Beispiele. „Sehr interessant waren auch die Besuche im Staatsarchiv Leipzig. Dort durchforsteten wir viele Ordner. Es war sehr aufschlussreich, aber auch sehr schwierig, denn wir sind ja der alten deutschen Sprache nicht mächtig“, erklärt sie. „Manches konnten wir so einigermaßen entziffern, aber manches auch nicht. Und so haben wir Kopien gezogen und unsere älteren Mitstreiter, wie Gottfried Winkler, Wolfgang Patzsch oder Helmut Janke, mussten dann übersetzen.“ Natürlich blieb auch das städtische Archiv in Nerchau von den Recherchen nicht verschont. Auch hier konnte viel Interessantes gefunden werden. „Und immer hatten wir dabei Helfer, die uns mit ihren Erzählungen, Bildmaterial und Ähnlichem zur Seite standen“, betont Inge Mundus

Alle, die bisher bei der Arbeit zur Fremdiswalder Chronik geholfen haben, waren vor Kurzem zu ein paar gemütlichen Stunden ins Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Damit wollte der Heimatverein allen fleißigen Helfern einmal Danke sagen. Danke für die rege Mitarbeit, die vielen Bilder, Berichte, Zeitungsartikel und die persönlichen Gespräche. „Ohne diese Hilfe wären wir noch nicht so weit, wie wir es heute sind“, freut sich Inge Mundus. „Wir hatten alles bisher Gesammelte und Geschriebene ausgelegt, so dass alle einen Einblick bekamen, was haben wir schon geschafft und was müssen wir noch machen.“ Zum Kaffee wurden kleine Geschichten aus der bisher erarbeiteten Chronik vorgelesen, „und ich glaube, es hat allen sehr gut gefallen“, freut sie sich. „Wir hoffen, dass uns auch weiterhin alle fleißig unterstützen, und vielleicht kommt noch der eine oder andere Fremdiswalder mit einer Geschichte, die es wert ist, in die Chronik aufgenommen zu werden. Wir sind für alle Hinweise sehr dankbar und freuen uns sehr auf die Fremdiswalder Ortschronik“, erklärt sie.

Wenn es weiter so gut vorangeht, könnte sie schon nächstes Jahr erscheinen, und zwar als Buch, das dann auch für jeden Interessierten erhältlich ist. „Wir haben uns etliche Chroniken bereits angesehen, um Anregungen zur Gestaltung zu sammeln“, sagt Mundus. Dazu gehört auch, dass die Fremdiswalder ihre Geschichte in einzelnen Geschichten schreiben wollen, damit sie unterhaltsam zu lesen ist.

Kontakt: Inge Mundus, Telefon 34382/4 18 48

Von Ines Alekowa

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