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Fremdiswalder Laiendarsteller führen Weihnachtsmärchen erstmals öffentlich auf

Aschenputtel Fremdiswalder Laiendarsteller führen Weihnachtsmärchen erstmals öffentlich auf

Das Theaterspiel hat im kleinen Fremdiswalde eine lange Tradition, fast 140 Jahre stehen Laienschauspieler dort schon auf der Bühne. Meist jedoch bei kleineren geschlossenen Veranstaltungen – erstmals mit „Aschenputtel“ wagen sie sich nun auf die öffentliche Bühne. Trotz kleiner Pannen.

Mehr als zwanzig Laienschauspieler gehören zum Ensemble in Fremdiswalde.

Quelle: Roger Dietze

Grimma/Fremdiswalde. In knapp 140 Jahren, in denen in Fremdiswalde Theater gespielt wird, hat sich so einiges an Anekdoten angehäuft. Um allerdings auf einen Darsteller zu stoßen, der statt auf der Bühne zu erscheinen ein stilles Örtchen aufzusuchen gezwungen ist, müsste man wohl tief in die Chroniken des einstigen Nerchauer und heutigen Grimmaer Ortsteiles eintauchen. Andrea Pfeifer jedenfalls ist in jenen 15 Jahren, in denen sie die Geschicke der Fremdiswalder Laienspielgruppe leitet, ein solches Vorkommnis erspart geblieben. Bis zur diesjährigen Aschenbrödel-Aufführung vor den Senioren der Volkssolidarität, bei welcher es dem Küchenjungen nach dessen erstem Auftritt schlecht wurde und damit guter Rat teuer war. „Da wir keine Doppelbesetzungen oder zusätzliche Sicherheiten bei krankheitsbedingtem Ausfall vorgesehen haben, blieb mir nichts anderes übrig, als aus unserem Fundus eine größere Kochjacke zu holen und mich selbst auf die Rolle einzulassen“, berichtete die Theaterchefin.

Nach einem weiteren Auftritt vor der Nerchauer AWO-Gruppe lud sie gemeinsam mit ihren rund 25 Darstellern am Sonnabend zur ersten öffentlichen Aufführung in den Fremdiswalder Landgasthof ein. Wobei bei vielen Akteuren die Aufregung der Premiere-Aufführung einer gewissen Routine gewichen war. „Das Lampenfieber ist heute deutlich kleiner als noch bei der erste Aufführung“, bestätigte Jette Dietze, die das Aschenbrödel spielt. Laut Andrea Pfeifer sei es für die 13-Jähige nicht nur Zeit für eine Hauptrolle gewesen, sondern zudem sei sie sowohl hinsichtlich ihrer Statur als auch ihres Wesens dafür die ideale Besetzung. Was Jette nicht davon entband, in den vergangenen Wochen hart an ihrer Rolle zu arbeiten: „Wir haben zwar jede Woche gemeinsam geprobt, aber ohne zusätzliches Lernen der Texte würde ich diese nicht sicher beherrschen.“

Dass das Theaterspielen nicht nur die grauen Zellen anregt, sondern auch der Persönlichkeitsentwicklung förderlich ist, kann Pfeifer den Reaktionen des Publikums entnehmen. „Eine ältere Dame hat es in diesem Jahr recht treffend formuliert, indem sie feststellte, dass unsere Kinder mit den Jahren nicht nur an Körpergröße zugelegt hätten, sondern auch in ihrem Spiel, in ihrem Auftreten und in ihrer Persönlichkeit”, sagte die Theaterfrau, die von einer „nicht immer leichten“ intensiven Probenarbeit in den vergangenen vier Monaten sprach. „Aber was daraus geworden ist, ist einfach nur beachtlich und super toll, und ich bin unheimlich stolz auf ‚meine Kinder’.”

Die zweite öffentliche Aufführung findet an gleicher Stelle am 7. Januar um 15 Uhr statt.

Von Roger Dietze

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