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Fremdiswalder Straßen in schlechtem Zustand – Sanierung erst mittelfristig

Infoabend Fremdiswalder Straßen in schlechtem Zustand – Sanierung erst mittelfristig

Landrat Henry Graichen und Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger standen bei einem Infoabend in Fremdiswalde den Einwohnern Rede und Antwort. Vor allem im Mittelpunkt standen die Straßen rund um das Dorf, die meist schmal und in einem schlechten Zustand sind. Graichen sagte, sie seien erst mittelfristig an der Reihe.

Die Straßen in und um Fremdiswalde sind meist in einem schlechten Zustand.

Quelle: Frank Prenzel

Grimma/Fremdiswalde. Vom Autositz hat es den Landrat zumindest nicht getrieben, als er mit Kreis-, Stadt- und Ortschaftsrätin Ute Kniesche (Freie Wähler) Dienstagabend die Straßen in und um Fremdiswalde abfuhr. Schmale Holperpisten und wegbrechende Ränder kennt Henry Graichen (CDU) auch aus anderen Teilen des Kreises. Die Hälfte der 550 Kreisstraßen-Kilometer ist in einem miserablen Zustand. 14 Sanierungspakete hat der Landkreis deshalb geschnürt, für die er 68 Millionen Euro braucht. Pro Jahr hat er etwa 4,5 Millionen Euro zur Verfügung.

In der Prioritätenliste liegt Fremdiswalde in der Mitte. Die Erneuerung der Straßen hier passiere also nicht heute und morgen, sondern mittelfristig, erklärte der Landrat Minuten später im Dorfgemeinschaftshaus. Dorthin hatte Kniesche zum Infoabend geladen. Die Plätze wurden knapp, 40 Einwohner lockte das kompetent besetzte Podium an, denn auch Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) stand zu den Brennpunkten in Fremdiswalde Rede und Antwort.

Die Dorfstraße sowie die Straßen nach Cannwitz und Burkartshain nannte Graichen konkret für die Sanierung in fünf bis sieben Jahren. In einem Punkt hofft er aber auf schnellere Abhilfe. Denn die engen Straßen „lassen einen Begegnungsverkehr nicht zu. Bei einem Bus oder Landwirtschaftsfahrzeug wird es kritisch“, musste der Landrat beobachten. Deshalb will er prüfen lassen, im Rahmen der Unterhaltung Ausweichbuchten zu schaffen, „um die Verkehrssicherheit ein Stück zu erhöhen“. Die müssten aber auch Laster aufnehmen können, meinte ein Fremdiswalder Unternehmer aus Erfahrung. An einigen Stellen müsse er zwei Kilometer voraus schauen, ob ein Bus kommt. Auch die innerörtliche Kreuzung brennt den Leuten auf den Nägeln. Beim Neubau der Brücke mussten Fußwege angelegt werden, „jetzt komme ich mit meinem Tieflader kaum rum“, monierte ein Unternehmer. Ohne Gehwege würde die Sache entschärft.

„Die Standards sind zu hoch“, redete sich Rathauschef Berger in Rage. Kommunen würden „am Geiselband der Fördermittel-Geber“ hängen. Für Straßensanierung etwa habe Grimma 2016 noch 400 000 Euro bekommen, dieses Jahr, nach einem strengen Winter, nur 300 000 . „Die Kommunen sind chronisch unterfinanziert“, so Berger, der auch über den Verwaltungsaufwand schimpfte. Beim Breitband sei Deutschland ein Entwicklungsland, lenkte er den Blick auf ein weiteres Problem in Fremdiswalde. Statt schnelles Internet zur Daseinsfürsorge zu erklären, schiebe der Bund den Konzernen die Sahnehäubchen zu. „Der ländliche Raum wird im Stich gelassen.“ 50 Megabit je Sekunde seien zudem Unsinn. „Wir brauchen alle Glasfaserkabel.“

„Wie hoch sind die Chancen, dass Fremdiswalde Erdgas bekommt“, wollte eine Frau wissen. Auf diese Frage hin sollen nun alle Einwohner nach dem eigenen Bedarf befragt werden. Machen genügend mit, so Berger, könnte sich für die Stadtwerke die Versorgung rechnen. Mit dem Leitungsstrang könnte auch ein Glasfaserkabel gezogen werden, sagte er: „Ihr seid so weit draußen, da macht es Sinn, die Dinge komplex zu bedenken.“

Von Frank Prenzel

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