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Grimma Fremdiswalder Winter-Traktorentreffen weckt Frühlingsgefühle
Region Grimma Fremdiswalder Winter-Traktorentreffen weckt Frühlingsgefühle
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11:10 08.02.2016
Fuhrpark auf dem Schicketanz-Hof: Die Organisatoren konnten hier 70 Fahrzeuge samt Besatzung begrüßen. Quelle: Roger Dietze
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Grimma/Fremdiswalde

Beste Voraussetzungen also, um bei einem Bierchen und einer Bratwurst über betagte Traktoren- und Schleppertechnik und die gute alte Zeit in der Landwirtschaft zu plaudern. Da der Nachwuchs mit letzterer kaum noch etwas anzufangen weiß, hatte das Organisationsteam des Traktorentreffens um Bernd Schicketanz, Gerd Richter und Detlef Heidamke für entsprechende Aufklärung gesorgt. So hatten sie den Regionalbauernverband Muldental mit seiner Kuh-Attrappe für die Veranstaltung gewinnen können, an dem die kleinen Besucher das „weiße Gold“ gegen die Uhr zapfen konnten, das wiederum die Fremdiswalder Bauersfrauen für die traditionelle Herstellung von Butter nutzten. Derweil heulten vor der großen Scheune die Motoren der diversen Schlepper, wobei der von Manuel Brückner aus Trebsen mit der höchsten Dezibelzahl aufwarten konnte. Was bei seinem T 150 K aus russischer Produktion nicht weiter verwundert. Doch die 1978 im ukrainischen Charkow gefertigte 165-PS-Maschine vermag nicht nur zu röhren. Sie ist ein Kraftpaket und „wird noch regelmäßig zur Feldarbeit eingesetzt“, so der 36-jährige Landwirt und Gartenbauer. „Außerdem ist er zuverlässig, und wenn doch einmal etwas kaputt geht, dann versuche ich selbst Hand anzulegen.“

Jung trifft auf Alt: Restaurator Andreas Pfütze (r.) durfte sich einer Vielzahl interessierter Nachfragen zu seinem knapp 80 Jahre alten Deutz gewiss sein. Quelle: Roger Dietze

Apropos Hand anlegen: Zum ersten Mal Hand an das Winter-Traktorentreffen legten die beim Fremdiswalder Heimat- und Dorfverein angesiedelten Alttechnikfreunde 2008. Inspirierend auf sie gewirkt hatte dabei ein Besuch des ebenfalls alljährlich im Winter stattfindenden Augustusburger Motorradtreffens. Damals sowie im Jahr darauf gab noch der Fremdiswalder Dorfplatz die Bühne für den Aufgalopp betagter Schleppertechnik aus der näheren Umgebung ab. „Aber zum einen sprengte die große Resonanz die räumlichen Möglichkeiten dieser Lokalität, zum anderen haben wir auf unserem Hof bessere Möglichkeit, Regen und tiefe Temperaturen zu händeln“, so Gastgeber Schicketanz, der um die 70 Fahrzeuge samt Besatzung auf seinem Hof begrüßen konnte. Darunter Lokalmatador Andreas Pfütze, der mit einem betagten Deutz-Traktor Baujahr 1940 auf dem Schicketanz-Hof vorgefahren war.

„Der hatte damals Glück, dass man aus ihm keine Rakete gemacht hat“, spielte der Fremdiswalder augenzwinkernd auf die Zeit während des Zweiten Weltkrieges an. Und er hatte zudem Glück, Andreas Pfütze in die Hände zu fallen. Denn der hauchte der mittlerweile vom Rost zerfressenen Zugmaschine, auf der, wie der Restaurator betont, vier Fremdiswalder Frauen in Grimma ihren Traktor-Führerschein gemacht hätten, wieder neues Leben ein. „Sogar die grüne Originalfarbe habe ich auftreiben können“, so Pfütze.

Von Roger Dietze

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