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Grimma Freunde indianischer Kultur halten zu Pfingsten bei Grimma Powwow ab
Region Grimma Freunde indianischer Kultur halten zu Pfingsten bei Grimma Powwow ab
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15:51 31.05.2017
Beim Powwow tanzen Kinder in den traditionellen Kleidern der Indianer. Quelle: Frank Schmidt
Grimma

Und wieder ruft zu Pfingsten die Prärie der Bisonfarm in Neunitz. Der Verein „Freunde der Crow-Agency“ inszeniert auf den Wiesen östlich von Grimma ein Powwow, ein Indianer-Camp, auf dem gemeinsam getanzt, gesungen und das traditionelle Zusammenleben zelebriert werden. Am Sonnabend ab 14 Uhr und Sonntag ab elf Uhr wird die kulturelle Vielfalt der Ureinwohner Nordamerikas sichtbar. Mehrere Tipi sind bereits aufgebaut. Zum Hingucker werden die farbenprächtigen und sehr aufwendig gefertigten Indianergewänder, die Mitglieder des Vereins singend und tanzend präsentieren wollen. Am Rande des Indianerfestes können Besucher die Bisons auf der Weide hautnah beobachten, darunter auch ein erst wenige Tage junges Kalb.

Mit diesem Naturerlebnis lässt man sich unwillkürlich auf das Leben der Prärieindianer ein. „Die waren ja hauptsächlich Bisonjäger, was auch deren Kultur dominierte“, weiß Jörg Diecke als Chef der Farm und des Vereins „Freunde der Crow-Agency“. Soll heißen, die Männer haben mit ihrer Jagd die Ernährung ihrer Familien und damit das Überleben der Stämme gesichert. Dass dies aber nur ein Teil der Wahrheit ist, will der Indianerverein in diesem Jahr zur Kernbotschaft des Powwows machen. „Nicht die Männer, sondern die Frauen haben einen Großteil der Nahrung beigebracht“, beginnt Diecke damit, einen Irrtum auszuräumen. „Natürlich waren die Bisonjagden wichtig, um die Wintervorräte zu sichern. Aber den täglichen Kochtopf hat die Frau gefüllt, mit eigens dafür angebauten Erd- und Feldfrüchten wie Rüben, Topinambur und Mais sowie Beeren und Pilzen“, hat sich Diecke belesen. Dabei ist er auf die Idee gekommen, dieses Jahr zum Powwow erstmals eine Pflanzenbörse mit indianischen Heil- und Nutzpflanzen zu eröffnen, um sinnbildlich ein hierzulande noch wenig bekanntes Feld der indianischen Kultur zu beackern. Zumal es einige Indianerstämme gab, die mit ihrem Kontakt zu den Weißen aktiv Feldbau betrieben haben, darunter auch die Crow- und Dakota-Indianer. So gehörten und gehören noch immer zur vegetarischen Kost der Prärieindianer beispielsweise das Süßgras, welches stark duftet und als eine der vier heiligen Indianerpflanzen oft auch bei Zeremonien Verwendung findet. Oder der Präriesage, eine Art Beifußgewächs, welches Diecke von einem Besuche bei den Redcloud-Indianern in Nordamerika mitgebracht hat. Weitere Pflanzen sind unter anderem der Redcedar, eine nordamerikanische Wacholderpflanze, der in unseren Breiten schon bekannte Topinambur und natürlich Tabak.

Diese und andere Pflanzen, darunter auch einheimische wie Tomaten- und Paprikapflanzen, können auf der Pflanzenbörse getauscht oder erworben werden. Im Gespräch mit den Vereinsmitgliedern wird so manches indianisches Rezept für diverse Speisen zu erfahren seien, die extra zum Powwow zubereitet und zum Probieren angeboten werden.

Von Frank Schmidt

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