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Grimma Frisch saniert und schon marode: Schlaglöcher im Walziger Weg wachsen
Region Grimma Frisch saniert und schon marode: Schlaglöcher im Walziger Weg wachsen
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14:27 05.01.2016
Der Pappelweg in Neichen. Bis hierher zur Gemarkungsgrenze von Trebsen wurde er asphaltiert, obwohl er im Schutzgebiet liegt. Grimma (vorn) will es beim Schotter belassen. Quelle: Thomas Kube
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Trebsen

Erste Schäden weist der Walziger Weg in Trebsen auf. Nach dem Hochwasser vom Juni 2013 war er zwar saniert worden, allerdings nicht in einer Weise, wie es sich manche Einwohner gewünscht hatten. Während die Schlaglöcher größer und größer werden, weisen sich die Behörden die Schuld dafür gegenseitig zu.

Der Walziger Weg und im Hintergrund Walzig. Der Splitt ist zum Teil noch so weich, dass sogar Fahrräder Spuren hinterlassen. Pedalritter können ausrutschen. Quelle: Frank Schmidt

Es geht um den Trebsener Abschnitt des Muldentalradwanderwegs vom Schloss über Rothersdorf zum Planitzwald. Lothar Eckhardt spricht, wie er sagt, für mehrere Walziger, wenn er die Zustände anprangert. „Wir wollten eine Asphaltdecke, so wie sie auf Bennewitzer Seite besteht“, sagt er. Wegen des Schlossparks, so Trebsens Bauamtsleiterin Marika Haupt, seien die Naturschutz- und Denkmalschutzbehörden des Bornaer Landratsamtes jedoch dagegen gewesen. Hergestellt wurde eine sandgeschlämmte Schotterdecke.

Schutzstatus wird unterschiedlich beurteilt

Die Begründung akzeptiert Eckhardt nicht. „Hier heißt es, wegen des Landschaftsschutzgebiets wäre keine Asphaltierung möglich. An anderer Stelle wird in Neichen der Weg an der Fischtreppe asphaltiert, obwohl sich dort auch ein Landschaftsschutzgebiet befindet“, kritisiert er. Er meint den Pappelweg, der von Neichen entlang der Mulde zum Grimmaer Ortsteil Nerchau führt. Im Oktober hat ihn die Stadt Trebsen bis zu ihrer Gemarkungsgrenze asphaltieren lassen. Grimma plant einen ähnlichen Ausbau auf seiner Seite derzeit nicht, erklärt Pressesprecherin Marlen Rabold auf Anfrage.

Soll der Walziger Weg nachträglich asphaltiert werden, auch wenn er im Landschaftsschutzgebiet liegt?

Nach dem Hochwasser wurde der Walziger Weg in Trebsen mit einer sandgeschlämmten Schotterdecke wiederhergestellt. Aber war das nachhaltig? Einwohner hätten lieber eine Asphaltdecke gesehen. Zu beachten gibt es aber, dass es sich um ein Landschaftsschutzgebiet handelt.

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„Offenbar wird hier von Mitarbeiter zu Mitarbeiter im Landratsamt die Lage unterschiedlich beurteilt“, denkt Lothar Eckhardt. Das sieht Marika Haupt anders. „Bei jedem Hochwasser wurde der Pappelweg weggespült. In ihm befindet sich die Druckleitung zur Entwässerung von Nerchau, mit der das Abwasser zum Klärwerk Neichen gepumpt wird. Auch um sie zu schützen, musste der Weg asphaltiert werden“, erläutert sie. „Der Grimmaer Abschnitt liegt nicht so tief, weshalb die Schäden dort geringer waren. Auf unserer Seite wurde erst nach einem langen Kampf eine Ausnahme gemacht und die Asphaltierung genehmigt.“

Autos zerfahren Decke

Von diesem Kampf spricht das Landratsamt nicht. Es teilt lediglich mit: „Zum Pappelweg gab es einen Antrag der Stadt Trebsen im Zuge der Beseitigung der Hochwasserschäden. Da der Weg stark zerstört war, konnte der Maßnahme zugestimmt werden. Die Entscheidungen wurden unabhängig vom Schutzgebiet getroffen.“

So eine Entscheidung unabhängig vom Schutzgebiet wäre auch für den Walziger Weg erforderlich, meint Eckhardt. „Nach der Sanierung waren die Steine lose, so dass man dort nicht mit dem Rad fahren konnte. Inzwischen haben sie sich zwar verdichtet, weil es geregnet hat. Aber schwere Landwirtschaftsmaschinen nutzen den Weg. Und jede Menge Autos sind auf ihm unterwegs, obwohl sie dort nichts zu suchen haben. Es stehen zwar Sackgassenschilder, doch keiner hält sich dran.“ Schlaglöcher künden davon, wie erst vor kurzem Geschaffenes verfällt.

Landratsamt kennt keinen Antrag der Stadt

„Ein Abgeordneter des Stadtrats sagte zu mir, die Asphaltierung des Walziger Wegs sei Steuerverschwendung“, berichtet Lothar Eckhardt, der zurückfeuert: „Als Steuerverschwendung betrachte ich die Schotterdecke. Sie ist nichts Nachhaltiges.“

Bauamtsleiterin Haupt beteuert: „Wir haben zweimal beim Landratsamt versucht, eine Genehmigung für die Asphaltierung zu erhalten. Leider vergeblich.“ Die Kreisbehörde widerspricht. Es sei „kein Antrag durch die Stadt Trebsen gestellt“ worden, teilt sie mit. Eckhardt glaubt eher dem Landratsamt. „Bei einem Gespräch sagte uns Walzigern Frau Haupt wörtlich, mit ihr gebe es diesen asphaltierten Weg nicht“, erklärt er und mutmaßt: „Jetzt weiß ich auch, warum sie mir kein Schreiben des Landratsamtes zeigen will, worum ich gebeten hatte. Es gibt keine Bitte der Stadt, den Weg zu asphaltieren, und deshalb auch keine Antwort aus Borna.“

Von Frank Pfeiffer

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