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Grimma Frischekur für die Altenbacher Kirche
Region Grimma Frischekur für die Altenbacher Kirche
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05:12 10.10.2018
Eingerüstet: Die Altenbacher Kircher erhält eine umfangreiche Außensanierung. Quelle: Ines Alekowa
Bennewitz/Altenbach

Die Altenbacher Kirche verbirgt sich seit einigen Tagen hinter Gerüsten und grünen Schutznetzen. Wenn diese in einigen Monaten wieder fallen, wird sich das historische Bauwerk in neuem Gewand präsentieren. Die maßgeblich über Leader finanzierte Frischekur für die vermutlich um 1200 errichtete romanische Kapelle, die nach ihrer Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg Ende des 17. Jahrhunderts wieder aufgebaut und um das Kirchenschiff erweitert wurde, ist dringend nötig.

Kampf gegen die Nässe

„Die äußere Hülle unserer Kirche zerbröselt langsam“, weist Hans-Thomas Schmidt auf den Sockelbereich, wo abgeplatzter Putz den Blick auf die Natursteine darunter freigibt. Vormals im Kirchenvorstand aktiv, hat Schmidt für diesen noch immer einen Blick auf Bauarbeiten an der Altenbacher Kirche. Und egal, wo er auf den Putz klopft, es klingt hohl. „Dass wir hier grundlegend etwas tun müssen, hat sich schon lange abgezeichnet“, sagt er. „Das Problem war, wir konnten nicht den Putz erneuern, solange die Wände nass sind. Wir haben deshalb ein Konzept entwickelt, die Kirche schrittweise trocken zu legen“, berichtet er. Im Frühjahr 2017 wurde rund um die Kirche eine Dernotonschicht, ein intelligentes Tongemisch, zur Abdichtung unter das Kopfsteinpflaster gezogen sowie die Dachentwässerung, zumindest erst einmal provisorisch, vom Gebäude weggeleitet. Seitdem wird die Wandfeuchte überwacht, und Schmidt ist mit dem Ergebnis – auch dank des heißen Sommers – durchaus zufrieden. Im Inneren der Kirche, wo die Einrichtung des Altarraums und vor allem die empfindliche Orgel zum Schutz vor dem Baustaub in Folie und Vlies verpackt sind, sieht man noch, dass Nässe und Moose bis in Kniehöhe ins Mauerwerk gekrochen waren – die nächste Baustelle. Kein Wunder, das Gebäude war seinerzeit ohne Fundament auf den nackten Boden gebaut worden, und auch der Friedhof ringsum lag früher zweifellos etwas tiefer als jetzt.

Kirche ist Mittelpunkt des Dorfes

So wie die Nässe abnahm, kam die Finanzierung der 173000 Euro teuren Außensanierung in trockene Tücher. Die Kirchgemeinde bemühte sich erfolgreich um Fördermittel aus dem Leader-Programm, ohne die man, da ist sich Schmidt sicher, das Vorhaben kaum hätte realisieren können. „Der Papierkram hat sich gelohnt.“ Im Mai wurden 138500 Euro Leadermittel bewilligt. Die Landeskirche gab 30000 Euro dazu, und die Kirchgemeinde füllt die Lücke mit Spenden und dem, was nach Glockenguss und Turmstabilisierung 2015 noch in der Rücklage ist. „Man bekommt die Leaderförderung aber nicht allein wegen des Bauwerks bewilligt“, weiß Schmidt. „Wir mussten nachweisen, dass wir nicht nur für eine Handvoll Kirchgänger sanieren, sondern die Kirche tatsächlich der Mittelpunkt im Ort ist.“ Im Moment findet in der zur Kirchgemeinde Machern gehörenden Kirche ein Gottesdienst im Monat statt, für die anderen Sonntage haben Laien Gebetsdienste organisiert. Aber daneben bietet die Kirche Raum für zahlreiche, von der Initiativgruppe Dorfkirche Altenbach ausgehende Veranstaltungen wie Konzerte oder Vorträge zur Heimatgeschichte. „Und als die neue Glocke mit einem Fuhrwerk gebracht wurde, ist das halbe Dorf hinterhergelaufen", nennt Schmidt ein weiteres Beispiel für die Verbundenheit der Altenbacher mit ihrer Kirche.

Putzfarbe legt Denkmalschutz fest

Deren Fensterhöhlen sind mit Sperrholz verkleidet, die Butzenscheiben ausgebaut. Sie werden ebenso überarbeitet wie die Türen. Dem Eingang aus den 1930ern hätte man gut 100 Jahre mehr gegeben, das Weichholz bot Wind und Wetter nur wenig Widerstand. Wieder aufgefrischt wird auch der kaum noch lesbare Bibelspruch im porphyrnen Rundbogen darüber. Wie der neue Putz rund um diese Elemente aussehen soll, steht noch nicht fest. „Der Denkmalschutz wird prüfen, ob unter dem Putz noch Reste des Originalputzes und Hinweise auf dessen Farbe zu finden sind", erklärt Schmidt.

Trotz der umfassenden Arbeiten ist der Altenbacher nicht wunschlos glücklich. „Das Dach aus frühen DDR-Zeiten hätte eigentlich mit gemacht werden müssen.“ Bauleiter Olaf Kluge bestätigt, dass dessen Übergang zur Mauer nur Stückwert ist. „Aber das Regionalkirchenamt meinte, die gelben Biberschwänze wären, bis auf einige Reparaturen, noch ganz in Ordnung", so Schmidt. Nachdem er wochenlang auf ein Gerüst und damit den Beginn der Arbeiten warten müsste, hofft er nun, dass das günstige Wetter anhält. „Dann wird es kein Problem, die Maßnahme bis März zu beenden. Unsere Kirche ist ja kein riesiges Gebäude.“

Von Ines Alekowa

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