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Grimma Fuchshainer Krippenspiel thematisiert Flüchtlingsproblem
Region Grimma Fuchshainer Krippenspiel thematisiert Flüchtlingsproblem
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15:00 19.05.2015
Modernes Krippenspiel: Passagiere des Kreuzfahrtschiffs (links) und Bootsflüchtlinge (rechts) während einer Kostümprobe in der Fuchshainer Kirche. Am heutigen Heiligen Abend werden sie das Stück mit aktuellem Hintergrund aufführen. Dazu laden sie nicht nur die Fuchshainer ein, sondern alle Interessierten. Quelle: Andreas Röse
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Naunhof/Fuchshain

Was das mit Weihnachten zu tun hat, zeigen am heutigen Heiligen Abend junge Frauen und Männer in ihrem etwas anderen Krippenspiel in der Fuchshainer Kirche.

Der Stoff mutet todernst an, erzählt wird er aber mit einigem Wortwitz. "Lachen ist nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht", sagt Henriette Hahn, die den französischen Dichter Jean-Pierre spielt, der mit seiner Muse in Deutschland lebt. Ihren Urlaub verbringen beide auf dem Wasser.

Geschrieben hat das Stück Falk Hochmuth vom Evangelischen Landesjugendpfarramt vor einigen Jahren. Der Hintergrund ist seitdem derselbe geblieben, auch wenn das Geschehen im Mittelmeer nunmehr einen grausamen Höhepunkt erreicht hat und somit zurück in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist. "Wir haben uns für dieses Stück entschieden, weil es angesichts der vielen Menschen, die ums Leben gekommen sind, wichtig ist, auf das Schicksal der Flüchtlinge aufmerksam zu machen", erklärt Sebastian Schubert, der den Karrieretypen Udo Schnittke aus Fuchshain mimt.

"Das Boot ist voll oder der knappe Untergang der MS Europa" lautet der Titel des Krippenspiels. Afrikaner in einem Boot erbitten die Hilfe der Urlauber auf dem Dampfer, da eine Frau auf ihrem Kahn - wie einst Maria in Bethlehem - ein Kind erwartet. Die gut betuchten Passagiere an Bord lehnen das ab, Udo Schnittke führt das Wort. Seiner Frau, gespielt von Anja Kinne, ist das etwas peinlich. Hilft nichts, die Flüchtlinge werden nicht aufgenommen, sondern weggeschickt.

Der Text wurde bewusst für ein erwachsenes Publikum geschrieben, das trotz einiger Situationskomik dessen Tiefe erkennt. Die Aufführung zu später Stunde bedeutet für die Spieler aber weit mehr. "Damit kann ich beitragen, dass Weihnachten nicht nur aus Geschenken besteht, sondern auch eine Botschaft Gottes dahintersteckt", sagt Sebastian Schubert. Henriette Hahn sieht in dem nächtlichen Krippenspiel für sich nach all dem Stress, den Heiligabend mit sich bringt, "einen schönen Abschluss des Tages". Und Anja Kinne spricht die Proben im Vorfeld an: "Sie sind eine ganz andere Art von Vorbereitung auf das Fest, weil wir uns gemeinsam mit dem Thema Weihnachten auseinandersetzen."

Das geschieht schon eine ganze Weile. Im Frühherbst entschieden sich die Mimen für das Stück, sie proben seit dem Buß- und Bettag. Anfangs trafen sie sich einmal pro Woche, je näher der Aufführungstermin rückte, um so häufiger kamen sie zusammen. Das kennen sie bereits, denn schon seit Jahren gestalten die meisten von ihnen Krippenspiele.

Eine statische Runde sind sie allerdings nicht. Viele kennen sich zwar noch aus den Jungen Gemeinden von Fuchshain und Albrechtshain. Doch es kamen immer wieder neue Mitstreiter hinzu. Sogar solche, die nicht Mitglied der Kirche sind. "Darauf schauen wir nicht, Hauptsache, wir alle haben Spaß an der Freude", bemerkt Anja Kinne. Und Sebastian Schubert ergänzt: "Jeder, der Interesse hat, kann bei uns mitmachen, auch wenn er aus einem anderen Ort kommt."

Denn die Runde der Fuchshainer Krippenspieler kann genauso Zuwachs verkraften wie ihre MS Europa. Das merken die Passagiere aber erst, als ihr Kreuzfahrtschiff einen Maschinenschaden erleidet und sie auf die Hilfe der gerade eben abgewiesenen Flüchtlinge angewiesen sind...

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.12.2013
Pfeifer, Frank

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