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Grimma Fuchshainer Rettung vor dem Hungertod
Region Grimma Fuchshainer Rettung vor dem Hungertod
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14:27 19.05.2015
Präzisionsarbeit: Henry Seifert löst die Waben vorsichtig vom Nest, um sie anschließend in seine Bienenkisten einzusetzen. Quelle: Roger Dietze

Dass nämlich im Gebälk seiner Fuchshainer Scheune ein Bienenvolk heimisch geworden sei und eine große Wabe - für aller Augen sichtbar - angelegt habe. Beim ersten Vororttermin stellte der Leipziger Naturfreund fest, dass die Bienen tatsächlich ihre Waben sozusagen in den offenen Raum hinein gebaut hatten und gerettet werden mussten.

"Das kommt einem Fünfer im Lotto gleich. Das Volk hat die Scheune offensichtlich für eine XXL-Spechthöhle gehalten, die mit Waben auszufüllen es definitiv überfordert hätte", kommentierte Seifert das Vorgefundene. Zumal das Volk, wie er schnell erkannte, den nächsten Winter mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überlebt hätte. "Sie hatten zu wenig Vorräte gebunkert, was mit dem geringeren Angebot um diese Jahreszeit zu tun haben dürfte", so der Vereinsvorsitzende. "Man muss sich das wie auf einer Kreuzfahrt vorstellen, bei der es von einem Tag auf den anderen nichts mehr zu futtern gibt", bemüht Seifert einen Vergleich aus der Welt der Spezies Mensch. "Denn bei All-Inclusive würde auch niemand auf die Idee kommen, sich Vorräte anzulegen, wenn er davon ausgeht, dass für die Dauer der Reise genügend Nahrung an Bord ist."

Die Bienen stünden mittlerweile in jedem Spätsommer vor diesem Dilemma, da sie nach dem Verblühen der Sommerfruchten wie Raps und Linde nichts Verwertbares mehr vorfänden. "Früher enthielt der Erntedankstrauß Getreide, Kornblumen und Mohn. Letzteren beiden Pflanzen geht die moderne Landwirtschaft Jahr für Jahr an den Kragen, und vom Getreide kann keine Biene überleben", übt Seifert Kritik an der auf maximalen Ertrag ausgerichteten modernen Agrarwirtschaft.

Dank der Umsicht von Buchheim wird aber zumindest das Fuchshainer Bienenvolk oder zumindest ein Teil davon überleben. "Wir registrieren seit einigen Jahren Bienentätigkeit an der Scheune, aber nachdem die Waben im Frühsommer einerseits schnell an Größe zugenommen hatten und sich andererseits bei uns Kinder auf dem Hof bewegen und wir zudem zwei Pensionspferde betreuen, haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen", so der Fuchshainer Hofbesitzer.

Abgesehen von der besonderen Art des Nestbaus war die Rettungsaktion für Henry Seifert Routine. Er nahm die Waben ab und stellte sie in Bienenkästen in der Hoffnung, dass sie dort einziehen. Ist dies geschehen, kann er sie zu einem normalen Bienenstand bringen. "20 Aktionen dieser Art führe ich pro Sommer durch, sehr oft werde ich aber auch blind alarmiert, weil sich am Ende die Sache als Wespennest herausstellt", sagt er.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.08.2014
Dietze, Roger

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