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Fuchshainer holt Bengalen in die Region

Fuchshainer holt Bengalen in die Region

Im Rahmen eines interkulturellen Bildungsaustauschs sollten heute eigentlich vier Christen und vier Muslime aus Bangladesch in Deutschland eintreffen und in der nächsten Woche Fuchshain besuchen.

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Er kennt das ferne Land: Sebastian Schubert (2.v.l.) reiste im vergangenen Jahr nach Bangladesch und setzte dabei unter anderem mit der Fähre über den asiatischen Strom Brahmaputra über. Jetzt wartet er auf den Gegenbesuch.

Quelle: Privat

Naunhof/Fuchshain. Das Visum hatte jedoch zunächst nur die Hälfte der Gruppe erhalten. Gestern nun Aufatmen bei Sylvia Karthäuser vom evangelischen Landesjugendpfarramt in Dresden. Die restlichen Bengalen bekamen nach ihren Worten ebenfalls die Einreisepapiere; sie folgen morgen oder übermorgen nach.

Dem Vorbereitungskreis der Begegnung gehört Sebastian Schubert aus Fuchshain an, der die Gäste durch die hiesige Region begleiten wird. Er selbst war im vergangenen Jahr in dem asiatischen Land, das zu den ärmsten der Welt zählt. "Es geht uns darum, dass sich Fachkräfte aus sozialen Berufen austauschen können", sagt der 26-Jährige. Zwar ist er selbst Schlosser. Doch als ehrenamtlicher Kirchenkurator hat er ein eigenes Interesse an Impulsen, die sich durch das Aufeinandertreffen der Kulturen ergeben dürften.

Fünf Männer und drei Frauen aus Mhymensingh, einer Stadt mit über 300 000 Einwohnern rund zweieinhalb Autostunden nördlich der Hauptstadt Dhakar, werden erwartet. Einer ist Lehrer, ein anderer betreut im Slum Straßenkinder, wieder andere kommen aus der Jugend- und Behindertenarbeit. Sie alle waren noch nie in Deutschland und sollen in erster Linie Leipzig, Dresden und Berlin kennenlernen. "Sie werden sich aber auch in unserer Gegend aufhalten", so Schubert. Geplant ist, dass er sie am 18. September durch die Fuchshainer Kirche führt. Sein Vater Kurt Schubert will in seiner Werkstatt im Ort ein Schauschmieden veranstalten. Darüber hinaus sind Ausflüge zum Diakonissenhaus Borsdorf und zur schwimmenden Kirche Vineta auf dem Störmthaler See vorgesehen.

Ein Interkultureller Abend soll den Höhepunkt der Reise bilden. "Wir bereiten ein Büfett der vier Jahreszeiten vor. Die Bengalen wollen uns über ihre Arbeit berichten, und sie haben uns schon eine Überraschung angekündigt", verrät Schubert. Wer dabei sein will, kann sich übermorgen 19 Uhr im Gemeinderaum der Dresdener Zionskirche einfinden.

Die Asiaten kommen quasi auf Gegenbesuch. Von Ende Oktober bis Mitte November vergangenen Jahres war eine deutsche Delegation zu ihnen gereist, darunter Sebastian Schubert. Seine Eindrücke hat er noch deutlich vor Augen. Als erstes erinnert er sich an die Begegnungen mit Menschen, die nach seinen Worten zu den glücklichsten der Welt zählen. "Bei uns denkt jeder an sich selbst. Dabei kommt man mit Freundlichkeit am besten durchs Leben", ist er überzeugt. Die Armut, die in Bangladesch herrscht, ist ihm durchaus bewusst, war er doch sogar in einem Slum und weiß, dass es Menschen kaum schlimmer ergehen kann. Aber genau diese Erfahrung lässt ihn heute sagen: "Unser materieller Reichtum macht nicht unbedingt glücklich. Wir sollten mehr miteinander als gegeneinander leben."

Weitere Bilder tauchen in ihm auf. Vom chaotischen Verkehr, von einer vielfältigen Vegetation, von Märkten mit Obst, Gemüse und Gewürzen. "Dort konnte ich handeln, das liebe ich", schwärmt er. Und dann war da noch der bengalische Tee, der mit Zucker und Kondensmilch getrunken wird. "Unheimlich süß. Aber die Menschen sitzen abends zusammen und trinken ihn gemeinsam." Für Schubert eine der schönsten Erinnerungen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.09.2013

Pfeifer, Frank

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