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Fünf auf einen Streich in Altenhain

Fünf auf einen Streich in Altenhain

Trebsen/Altenhain. Wenn morgen der Kleingartenverein Altenhain einen neuen Vorstand wählt, dann gilt es als wahrscheinlich, dass Monika Dorsch diesen Posten fortführen kann.

Seit 1996, als der Verein aus einer Sparte hervorging, leitet sie die Geschicke der Anlage im Herzen des Ortes. Und in diesem Jahr landete die Leipzigerin obendrein einen Coup.

Dass mal hier und da ein, zwei Gärten leerstehen, das kommt immer vor, denn es ist schwierig, neue Pächter zu finden. Im Herbst allerdings warfen in Altenhain gleich vier Pächter wegen Krankheit oder Umzugs das Handtuch. "Eigentlich hätten sie im August Bescheid geben müssen, um uns Zeit zu lassen, Nachfolger zu finden. Weil sie diese Frist nicht eingehalten haben, müssten sie im Grunde dieses Jahr noch ihre Gärten in Ordnung halten", schildert Dorsch. "Es war aber absehbar, dass das nicht geschieht. Und so stand ich unter Druck, denn ich wollte keine verwahrlosten Gärten bei uns haben."

Die Vorsitzende bewarb die Gärten im Internet - ohne Erfolg. Erst als sie direkt in der Region Werbung schaltete, fanden sich binnen kurzer Zeit Interessenten. So gelang es ihr, in diesem Jahr fünf der insgesamt sechs leerstehenden Gärten zu vermitteln. "Ich kann das Glück kaum fassen", sagt sie, "zumal gleich vier junge Paare mit Kindern dabei sind. Sie haben nicht nur den Altersdurchschnitt in unserem Verein gesenkt, sondern auch gleich damit begonnen, ihre Gärten in Schuss zu bringen. Es ist eine Freude, ihnen zuzuschauen."

Frank Lichtenberger weiß Dorschs Erfolg zu schätzen. Der Präsident des Regionalverbands Muldental der Kleingärtner sagt: "Das ist ein gutes Beispiel, kann aber nicht verallgemeinert werden. Wir haben ein gravierendes Problem mit freien Gärten, das sich auch in den nächsten Jahren nicht lösen wird." Monika Dorsch kann das bestätigen: "Das ist nicht nur für uns schwierig, sondern auch für die anderen Vereine. Zu DDR-Zeiten standen die Kleingärtner Schlange, um eine Parzelle zu erhalten, jetzt stehen die Kleingärten Schlange."

Zumindest zeichnet sich laut Lichtenberger ein Trend hin zur Natur ab. Diesen sieht auch Dorsch. "Immer mehr Leute ziehen die Beschäftigung in freier Natur dem teuren Fitnessstudio vor." In der Altenhainer Anlage müsse jeder auf mindestens einem Drittel seiner Gartenfläche Obst und Gemüse anbauen. Preiswerte Bio-Produkte könnten der Lohn der Arbeit sein.

Hinzu kämen Tätigkeiten für die Gemeinschaft. Pro Garten müsse jährlich acht Stunden angepackt werden, um das Areal mit seiner Spielweise, um die sich Wege und 41 Gärten gruppieren, in Schuss zu halten.

Finanziell hält sich die Belastung in Grenzen. Nach Dorschs Worten muss pro Jahr mit rund 100 Euro für Pacht und Unterhaltung gerechnet werden. Wie viel dann jeder noch einmal in die Ausstattung investiert, sei ihm überlassen. In dem einen noch freien Garten steht beispielsweise keine Laube. Wer ihn pachtet, hat also eine Menge Spielraum für die Gestaltung.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.07.2014
Pfeifer, Frank

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