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Fünfter Jungstorch von Otterwisch stirbt

Drama setzt sich fort Fünfter Jungstorch von Otterwisch stirbt

Die Tragödie kam mit Ansage, nun ist auch der fünfte Otterwischer Jungstorch gestorben. Nur noch einer sitzt im Nest. Dafür klappert er aber munter mit dem Schnabel. „Ihm scheint es gut zu gehen“, urteilt Klaus Döge, Vorsitzender der Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz. „Hoffen wir, dass wir den Sechsten durchkriegen. Wenn er überlebt, beringen wir ihn.“

Ein Storch im Otterwischer Nest. Nur noch eines von sechs Jungen hat dort überlebt.

Quelle: Thomas Kube

Otterwisch. Die Tragödie kam mit Ansage, nun ist auch der fünfte Otterwischer Jungstorch gestorben. Nur noch einer sitzt im Nest. Dafür klappert er aber munter mit dem Schnabel. „Ihm scheint es gut zu gehen“, urteilt Klaus Döge, Vorsitzender der Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz. „Hoffen wir, dass wir den Sechsten durchkriegen. Wenn er überlebt, beringen wir ihn.“

Mangel an Proteinen

Derweil geht die Diskussion um die Ursachen des Sterbens weiter. Uwe Seidel, Regionalbetreuer Störche rund um Leipzig, bezeichnet das Geschehen in Otterwisch als ungewöhnlich. „Die Jungtiere brauchen am Anfang proteinhaltige Nahrung; an Regenwürmer kommen die Eltern aber momentan wegen der Trocknezeit nicht heran“, erklärt er und spekuliert weiter: „Vielleicht haben die Jungen über Aas, das ihnen gebracht wurde, etwas verschlungen, was sie nicht vertragen. Mit dem Nistmaterial tragen die Alten auch manchmal Pilze ein, so dass ebenso eine Pilz- oder Viruserkrankung denkbar ist.“ An der Oder habe es schon einmal ein Massensterben in allen Nestern gegeben. Wie es in den Horsten der Region Leipzig aussieht, wisse aber niemand, weil dort nicht wie in Otterwisch permanent die Lage mit einer Videokamera beobachtet wird.

Dank der Technik konnte Döge zuschauen, wie ein Altstorch jetzt zwei verendete Junge noch einmal durchschüttelte und an den Rand des Nestes legte. „Sie zerfielen fast, in der Hitze schreitet die Verwesung schnell voran“, erläutert er. Nach der Betrachtung der Videos bleibt er jedoch bei seiner Meinung, dass die Störche genügend Futter bekamen. „Auch dank der Staffelmahd von Bauer Volker Rein“, sagt er.

Der Landwirt beobachtete, dass die Störche immer zur Stelle waren, wenn er seine Wiese zwischen Otterwisch und Großbuch haute. „So entschied ich mich, sie nicht auf einmal, sondern nach und nach zu mähen, um den Vögeln über einen längeren Zeitraum Futter zur Verfügung zu stellen“, sagt er. „Dafür erhalte ich sogar eine Agrarförderung von der Europäischen Union.“

Horste bleiben unbesetzt

Zumeist funktioniert die Landwirtschaft in Ostdeutschland jedoch anders. Die industrielle Produktion auf großen Schlägen führt zu einem Schrumpfen des Nahrungsangebots und damit des Storchen-Nachwuchses. „Im ehemaligen Regierungsbezirk Leipzig haben wir im Durchschnitt noch 1,6 Junge pro Paar. Wir bräuchten aber zwei, um den Bestand stabil zu halten“, erklärt Uwe Seidel. Mittlerweile würden schon Vögel aus Baden-Württemberg einwandern, wo eine kleinteiligere Bodenbewirtschaftung erfolgt. Trotz dieser Migration blieben hierzulande Horste zunehmen unbesetzt.

„Hinzu kommt, dass von unseren Ostziehern nur jeder zweite Jungstorch zurückkommt“, so Seidel. Die Route von Südafrika über die Türkei und den Balkan sei länger und gefährlicher als die Westroute von Spanien ins alte Bundesgebiet.

Von Frank Pfeifer

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