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Grimma Für Unentschlossene: Rote Schule in Grimma öffnet Kabinette und Werkstätten
Region Grimma Für Unentschlossene: Rote Schule in Grimma öffnet Kabinette und Werkstätten
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00:22 09.02.2018
Einblicke in die Berufsausbildung: Vanessa Schwede und Michelle Naundorf (v.l.) haben sich für die Altenpflege entschieden. fsw - Frank Schmidt - MTL - BOG
Grimma

Das Berufliche Schulzentrum (BSZ) Grimma präsentierte am Montag seine Ausbildungsofferten an drei verschiedenen Standorten. Sowohl im Stammhaus (Karl-Marx-Straße) als auch im Labor- und Werkstattgebäude (Gabelsberger Straße) und in der so genannten Roten Schule (Straße des Friedens) konnten sich Schulabgänger über Berufsausbildung und alternative Angebote informieren. Neben dem Abitur absolvieren die Schüler unter anderem eine Ausbildung im Bereich des Metallbaus und der Kraftfahrzeugtechnik sowie auf dem Gebiet der Sozialpädagogik.

Zur Besonderheit in diesem Jahr gehören Veränderungen, über die Schulleiter Jens Schmidt informierte. Zum einen bestehe die Möglichkeit der Abwahl von naturwissenschaftlichen Fächern beim Eintritt ins Berufsschulgymnasium, abhängig von der Fachrichtung. Zum anderen sind die Aufnahmevoraussetzungen modifiziert worden, was ein Ergebnis der Kultusministerkonferenz sei, auf der eine bundesweite Angleichung beschlossen wurde. Und drittens können sich Absolventen eine zweite Fremdsprache anerkennen lassen, die sie schon im ausreichenden Umfang belegt haben.

Tom Herrmann gehörte zu den unentschlossenen Schulabgängern, will nun aber Maschinenbau studieren. Quelle: Frank Schmidt

Alternativen zur klassischen Lehre

Festzustellen sei, so Schmidt, dass auch der Fachkräftemangel in der Berufsausbildung eine Rolle spielt. „Weil immer mehr Alternativen zur dualen Ausbildung nachgefragt werden, wobei es merkliche Unterschiede zwischen industriellen und handwerklichen Berufen gibt.“ Hier hätten viele Interessenten nicht zuletzt auch die Ausbildungsvergütung im Blick.

Nach wie vor, so bestätigt Schmidt, würde es „sehr viele unentschlossene Absolventen“ geben. „Ehrlich gesagt, wusste ich nach der 10. Klasse noch nicht so richtig, was ich machen soll“, outet sich beispielsweise Tom Herrmann als einer von ihnen. Jetzt steht er im Stammhaus kurz vor den Prüfungen mit dem Ziel, Maschinenbau studieren zu wollen. Auch Michelle Naundorf in der Roten Schule war sich nicht sofort schlüssig, ob sie nach ihrer Ausbildung zum Sozialassistent Erzieherin oder Altenpflegerin werden möchte. Die Altenpflege habe das Rennen gemacht, „weil es einfach viel Spaß macht“, hat sie inzwischen festgestellt.

Fest entschlossen indes zeigte sich Sebastian Zimer, der als Seiteneinsteiger fortan im Labor- und Werkstattgebäude als Ausbilder tätig wird und vom Fachleiter Thomas Rantzsch vorgestellt wurde. Der studierte Maschinenbauer komme aus dem Fahrzeugbau und war viele Jahre beim Militär, bevor er in die freie Wirtschaft wechselte. „Der Kontakt zu jungen Menschen in der Aus- und Weiterbildung – das hat mir gefehlt“, sagt er.

Dieser Präsentationstag lockt aber auch Ausbilder aus der Praxis an. „Für mich ist es die Gelegenheit, mit den Ausbildern in den Fachschulen über unsere Azubis Erfahrungen auszutauschen“, wusste Kathrin Schiffmann als Leiterin eines Wurzener Supermarktes den Vorteil der persönlichen Kontakte zu schätzen.

Von Frank Schmidt

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