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Grimma Für die ländliche Großgemeinde
Region Grimma Für die ländliche Großgemeinde
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05:00 23.04.2010
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. Erst recht, wenn er von deren Modell nicht überzeugt ist. „Ginge es nach Grimmas Bürgermeister, hätten wir im Landkreis bald nur noch große Städte. Denn sollten Grimmas ehrgeizige Fusionsträume Wirklichkeit werden, würden weitere größere Kommunen nachziehen. Kann das politisch wirklich gewollt sein?!" Hörig weiß um die größere Investitionskraft von Megakommunen – „Doch wo bleibt die Bürgernähe? Auf der Strecke? Es darf nicht nur um den schnöden Mammon gehen!"

Hörig setzt den Plänen einer Megakommune sein ganz eigenes Schulbeispiel entgegen: „80 Prozent der Mädchen und Jungen, die unsere Trebsener Mittelschule besuchen, kommen aus Trebsen, Nerchau sowie Bennewitz. Längst sind hier die Grenzen fließend. Niemand fragt mehr, woher jemand stammt. Selbst in unseren Mitwirkungsgremien wie Schüler- oder Elternrat aber auch in der Lehrerschaft gibt es keinerlei Knatsch über die territoriale Herkunft des Einzelnen."

Hörig fragt, warum sein „real existierendes Schulmodell" nicht auch Vorbild für ein kommunalpolitisches Gebilde sein könne: „Trebsen mit Bennewitz und Nerchau! Warum nicht?" Hierbei, so der Pädagoge, könnten sich die Partner auf Augenhöhe begegnen. Das stärke das Selbstbewusstsein und führe zu Vertrauen. Eine solche ländliche Kommune zwischen den großen Städten Grimma und Wurzen habe ihren ganz „eigenen Charme". Grimma und Wurzen, so Hörig, brauchen die ländlichen Gemeinden nicht existenziell. „Sie würden auch ohne weiter leben. Und das nicht schlecht. Umgekehrt aber droht der gerade auf dem Lande ausgeprägte Lokalpatriotismus unter den immer größer werdenden Grimmaer oder Wurzener Stadtratstisch zu fallen."

Das erfolgreiche Ringen der Nerchauer um einen Bürgerentscheid zur Fusion mit Grimma könne der Trebsener Schulleiter nur zu gut verstehen. „Die Bürger wollen bei einer so wichtigen Frage wie der nach kommunaler Selbstaufgabe ein gehöriges Wort mitsprechen. Es ist sehr zu begrüßen, dass sich letztlich auch alle Nerchauer Stadträte für einen solchen Entscheid ausgesprochen haben. Es geht schließlich um das Schicksal einer ganzen Stadt – diese Last kann ein Parlamentarier unmöglich alleine tragen." Hörig sieht deshalb die Notwendigkeit für Bürgerentscheide auch in Trebsen und Bennewitz.

Territorien müssten überschaubar bleiben. Nur so seien sie auch verwaltungstechnisch beherrschbar, argumentiert Hörig. Dabei sieht er sich durchaus vom Innenministerium bestätigt: „Der Minister regte erst kürzlich Gebietseinheiten mit bis zu 100 Quadratkilometern und mindestens 5000 bis 8000 Einwohnern an. Dresden will es also durchaus größer, aber eben nicht zu groß."

Hörig findet es nicht fair, wenn allein die Kommunen auf chronische Geldnot und unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand reagieren sollen: „Derweil treibt der Bürokratismus im Bund immer üppigere Blüten. Oder wer denkt schon ernsthaft über Fusion von Ländern nach?"

Haig Latchinian

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