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Grimma Fürs schnelle Surfen im Internet: Parthenstein erhält Datenautobahnen
Region Grimma Fürs schnelle Surfen im Internet: Parthenstein erhält Datenautobahnen
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00:16 27.09.2016
Parthenstein

Grethen hat’s schon, die anderen Ortsteile sollen es jetzt bekommen: das schnelle Internet. Im Gemeinderat stellte sich jüngst die Drahtlos DSL GmbH aus Grimma vor, die den Einwohnern bis spätestens Ende kommenden Jahres Anschlüsse mit Geschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde bieten will. Vorgesehen ist eine Lösung, die Funktechnik und die vorhandenen Telefonleitungen miteinander kombiniert.

Konkret sieht das so aus: Von Grimma werden mehrere hochleistungsfähige Richtfunkstrecken zu einem Richtfunkumlenker zwischen Pomßen und Großsteinberg eingerichtet, für die vorher eine Lizenz eingeholt werden muss. Am Umlenker verteilt sich das Signal und wird per Richtfunk an Multifunktionsschränke geschickt, die in Klinga, Pomßen, Großsteinberg am See und Großsteinberg möglichst in unmittelbarer Nähe der Telekom-Kabelverzweiger aufgestellt werden. Beide Kästen werden jeweils miteinander verbunden, so dass der Kunde das schnelle Internet über seine normale Telefonleitung erhält. Ergänzend dazu will Drahtlos DSL Glasfaserkabel in die Erde bringen, wenn in Straßen der Kommune gerade neue Strom-, Wasser oder Abwasserleitungen verlegt werden.

Einige Gemeinderäte hätten es lieber gesehen, wenn die Ortsteile komplett per Glasfaserkabel erschlossen würden. Sie äußerten ihre Skepsis gegenüber der teilweisen Funklösung. „Wir müssen aber mit dem leben, was uns angeboten wird“, erklärte Bürgermeister Jürgen Kretschel (parteilos). Und die Markterkundung mit Bedarfsanalyse habe nun einmal ergeben, dass kein anderes Unternehmen bereit ist, kurzfristig in den nächsten drei Jahren für schnelles Internet zu sorgen. Nur Drahtlos DSL wolle sich engagieren.

„Mir ist der Spatz in der Hand lieber als die Taube auf dem Dach“, sagte Gemeinderat Thomas Günz (CDU), der in Großsteinberg am See wohnt. „Wir kriegen zwar nicht die Qualität, die uns die Telekom bieten könnte. Und es bleibt abzuwarten, ob der Funk 100 Megabit pro Sekunde bringt. Da die Telekom aber nur in die Großstädte geht, bleibt uns nun mal nur der Privatanbieter. Wir sind froh, dass wir ihn bekommen.“ Derzeit würde die Internetleitung am hinteren See oft an Wochenenden zusammenbrechen, wenn alle ins Netz gehen.

Die Meinung der Bedenkenträger kann Kretschel nicht teilen. Er hatte im Vorfeld bei seinem Amtskollegen in Belgershain, Thomas Hagenow, nachgefragt, welche Erfahrungen dort mit Drahtlos DSL gemacht wurden. „Er konnte uns nichts Negatives berichten“, informierte er. Gegenüber der LVZ äußerte sich Hagenow ähnlich. „Ich selbst habe so einen Anschluss und bin rundherum zufrieden damit“, sagte er. In seiner Gemeinde sei Threna mittlerweile zu 100 Prozent erschlossen. „In Köhra sind wir sehr weit und in Belgershain hoffentlich im nächsten Jahr fertig“, so der Bürgermeister.

Zurück nach Parthenstein. Kretschel hofft, dass der Ausbau des schnellen Internets bald beginnt. „Der Gemeinderat hat dafür keinen gesonderten Beschluss zu fassen“, erläuterte er. „Wir müssen lediglich zustimmen, wenn für die Multifunktionsschränke öffentliche Flächen zur Verfügung gestellt werden. Dafür sind dann Nutzungsvereinbarungen abzuschließen.“

Parthenstein hat hinsichtlich des schnellen Internets einen großen Nachholebedarf. Zum Teil muss mit lediglich 700 Bit pro Sekunde durchs weltweite Datennetz geschlichen werden. Nur in Grethen hat die Telekom für bessere Geschwindigkeiten gesorgt. Im restlichen Gemeindegebiet gibt es 150 Kunden, die über die Firma Rostock Kommunikationstechnik per Funk schnell surfen können. Mit diesem Unternehmen will Drahtlos DSL eng zusammenarbeiten.

Von Frank Pfeifer

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