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Grimma Fürstliche Fundgrube für findige Forscher
Region Grimma Fürstliche Fundgrube für findige Forscher
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13:51 19.05.2015
In ihrem Element: Der Leiter des Archivs, Volker Beyrich und seine Mitstreiterin Martina Bloi graben so manchen Schatz aus. Quelle: Thomas Kube

Doch nicht mehr lange. Wenn das Gebäude des Alten Seminars fertig gestellt ist, zieht es um. Das Archiv bewahrt das wertvolle Vermächtnis des 1875 gegründeten Vereins ehemaliger Fürstenschüler.

"Nach der Auflösung der Fürsten- und Landesschulen im Osten Deutschlands (Schulreform 1946) begannen ehemalige Schüler und Lehrer, die sich im wieder entstandenen Verein ehemaliger Fürstenschüler zusammengefunden hatten, für die Gründung einer neuen Landesschule in der Bundesrepublik zu werben", erzählt Volker Beyrich. So entstand in Meinerzhagen (Nordrhein-Westfalen) die Evangelische Landesschule zur Pforte, welche die Tradition der sächsischen Fürstenschulen fortsetzen sollte. Als historisches Fundament begann man ein Archiv dieser Schulen aufzubauen. 1992 kam das Archiv - auch wegen der Auflösung der Meinerzhagener Einrichtung - wieder nach Sachsen, ans Gymnasium St. Augustin. Durch Kurt Schwabes (ehemaliger Schüler der Fürsten- und Landesschule von 1930 bis 1936), engagiertes Wirken wuchsen die Bestände beträchtlich. "Diesen Fundus nutzen unter anderem Wissenschaftler, Studenten, Schüler, Lehrer, historisch Interessierte und Familienforscher", sagt der Leiter des Archivs Beyrich. "Einmal hat Erich Loest einen Vortrag in Grimma gehalten. Die Organisatoren wollten ihm eine Freude bereiten", erzählt der Archivpfleger. Ein Verwandter von Loest lernte einst am Gymnasium St. Augustin. "Durch Recherche konnten wir Loest selbst das Zeugnis seines Verwandten vorlegen", erinnert sich Volker Beyrich. Dazu war jedoch noch ein Gang ins Sächsische Staatsarchiv in Leipzig erforderlich gewesen. "Von dem großen Interesse an unserem Archiv kündet auch unser Kontaktbuch, dass wir seit dem 30. Juli 2014 führen. Darin stehen 233 Einträge", freut sich der 74-jährige ehemalige Geschichtslehrer im Gymnasium St. Augustin (1968 bis 2001). "Bei uns gehört es zur Selbstverständlichkeit, dass wir Interessenten hilfreich unter die Arme greifen", ergänzt Martina Bloi. Die 66-Jährige war von 1992 bis 2008 Geschichtslehrerin am Gymnasium St. Augustin. Mit dem Ruhestand wurde sie ehrenamtliche Mitarbeiterin im Archiv der Fürstenschülerstiftung. Der Besuch des Archivs lohne sich auch deshalb, da es einen herrlichen Ausblick aus dem einzigen Erker der Schule gibt. Neben den Archivarbeiten bemühen sich die Mitarbeiter um eine stärkere Außenwirkung. Unter dem Titel "Archivstäubchen" erscheint z. B. seit 2011 zweimal in Jahr ein Mitteilungsblatt, das Interessantes zur Fürstenschule enthält. Zuarbeiten leisten die Archivpfleger auch, wenn der Augustiner Verein drei bis vier Mal im Jahr zum Konzert einlädt. Das nächste wird am 4. Juli ab 19 Uhr im kleinen Festsaal stattfinden. Auf dem Programmheft wird sich dann Interessantes aus dem Archiv befinden. Bestimmt ein Genuss.

Das Archiv ist dienstags von 9 bis 15 Uhr geöffnet, archiv@fuerstenschueler-stiftung.de, Telefonnummer 03437/91 54 93.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.04.2015
Braun, Cornelia

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