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Fusion bringt mehr Vor- als Nachteile

Fusion bringt mehr Vor- als Nachteile

Thümmlitzwalde/Dürrweitzschen. Am 19. September können die Thümmlitzwalder Bürger im Rahmen eines Bürgerentscheides darüber abstimmen, ob ihre Gemeinde zum 1. Januar des kommenden Jahres mit der Stadt Grimma fusioniert.

. Am Donnerstagabend bestand im Dürrweitzschener Kulturhaus im Rahmen einer Diskussionsrunde die Möglichkeit, letzte Unklarheiten zu beseitigen.

 

Manfred Walther, Dürrweitzschener Landarzt und Moderator des Abends, brachte zur großen Erheiterung der in reichlicher Zahl erschienenen Thümmlitzwalder den Kern der Fusion auf den Punkt. „Eine Braut sollte Rasse, Klasse und Masse haben." Insofern war es an Bürgermeister Udo Brodhuhn, gleich zu Beginn noch einmal die Gründe dafür aufzuführen, warum eine Fusion mit Grimma mehr Sinn macht und größere Vorteile für die Kommune und ihre Bewohner mit sich bringt als eine solche mit Colditz oder Mutzschen. „Die Vorteile eines Zusammengehens mit Grimma überwiegen die Nachteile bei weitem", so der Kommunalchef, der hervor hob, dass alle relevanten Behörden in Grimma ansässig seien, viele Thümmlitzwalder Kinder Bildungseinrichtungen der großen Kreisstadt besuchten und die meisten Berufspendler letztere tagtäglich ansteuerten. „Zudem liegen Grimma und der zentrale Teil von Thümmlitzwalde gerade einmal elf Kilometer Luftlinie voneinander entfernt."

 

Dass man mit der Orientierung zu Grimma so falsch nicht liege, habe zudem der Planungsverband Westsachsen bestätigt. Laut diesem werde mit dem Fusionsvorhaben aus regionalplanerischer Sicht die Schaffung sinnvoller Strukturen angestrebt, zudem würde das Mittelzentrum Grimma weiter gestärkt. Ein weiteres Argument sei laut Brodhuhn zudem die Sicherung des Mittelschulstandortes Böhlen, der durch eine Fusion mit Mutzschen und noch mehr mit Colditz gefährdet sei. Eine Auffassung, die Grimmas Bürgermeister Matthias Berger unterstrich. „Die Grimmaer Stadträte wie auch ich persönlich stehen dazu, dass es eine Mittelschule im ländlichen Raum geben muss. Fusioniert Thümmlitzwalde hingegen mit Colditz, wird die Stadt kein Interesse an einer Mittelschule in Böhlen haben."

 

Während Grimma am Donnerstag neben dem Bürgermeister mit nahezu dem kompletten Stadtrat in Dürrweitzschen vertreten war, vermissten die Thümmlitzwalder – wie der Reaktion auf eine entsprechende Anfrage aus ihren Reihen zu entnehmen war – die Anwesenheit von Vertretern aus Colditz und Mutzschen. Dies, argumentierte Bürgermeister Udo Brodhuhn, sei bewusst vermieden worden, um einem Wettstreit der Kommunaloberhäupter vorzubeugen. „Zudem gab es für die Bürger in einer Reihe von Sitzungen die Möglichkeit, sich über den Entscheidungsprozess der Thümmlitzwalder Gemeinderäte pro Grimma zu informieren", ergänzte der Leipnitzer Ortsvorsteher Jürgen Wick.

 

Bezüglich des neu mit den Vertretern aus Thümmlitzwalde und Nerchau zu formierenden Grimmaer Stadtrates brachte Gerold Müller aus Draschwitz eine Neuwahl des Gremiums in die Diskussion ein. Doch eine solche, entgegnete Wick, bürge zum einen die Gefahr, dass gar kein Thümmlitzwalder Rat im neu gewählten Gremium vertreten sein könnte. Zum anderen gezieme es sich nicht für eine Kommune, die an eine andere mit dem Wunsch der Fusion herantritt, eine Neuwahl zur Bedingung zu machen. Eine Neuwahl, der auch das Grimmaer Stadtrats-Urgestein Georg Dornig das Wort redete. „Ich für meinen Teil hege die Befürchtung, dass die entstehende Großgemeinde meine Kompetenzen übersteigt." Allerdings wird der Drogist sein Mandat bis zum Ende der Legislaturperiode 2014 wohl oder übel ausüben müssen. Denn laut Carmen Gerths, Sachgebietsleiterin Kommunalaufsicht im Landratsamt, wäre eine vorzeitige Auflösung des Stadtrates gesetzlich nicht gedeckt.

Roger Dietze

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