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Grimma Fußballstadien unter Hochwasser: KIcker von Grimma leben mit Provisorium
Region Grimma Fußballstadien unter Hochwasser: KIcker von Grimma leben mit Provisorium
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16:41 19.05.2015
Schwer getroffen: Seit dem Hochwasser rollt der Ball nicht rund. Die Sportler des FC Grimma haben alle Kraft aufgeboten, um die Plätze notdürftig zu reparieren. Quelle: Roger Dietze

Experten hätten festgestellt, dass die braune Brühe der Mulde tief in die Dränagen eingedrungen war und diese zugesetzt hat. So könne Niederschlag nicht abfließen. "Bei einem Platzregen würde hier wieder das Wasser stehen", prognostizierte der Präsident. Auch ein nächstes Hochwasser sei nicht auszuschließen.

Deshalb schob der Präsident einen Denkprozess an, der die Zukunft des Fußballs langfristig sichern soll. "Wir haben einen Drei-Punkte-Plan entwickelt", so Pape optimistisch. Dieser beinhalte neben Sofortmaßnahmen wie Reinigung und Notreparaturen auch Vorschläge für den Neubau eines Stadions an anderer Stelle. "Zu Grimma gehört ein kleines, funktionales Stadion, in dem wir Sport treiben können", sagte der zum Teil auf Florida lebende Grimmaer. Wie es aussehen und wo es entstehen könnte, darüber hätten sich die Fußballer schon Gedanken gemacht. Auf Rasen und Kunstrasen würden sie auch in Zukunft nicht verzichten wollen. Flächen im Westen von Grimma hielt Pape für diskutabel, wollte sie aber nicht kommentieren. "Es muss schon innenstadtnah liegen", sagte er. Denn die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sei eine Voraussetzung für den Standort.

Auch über die Finanzierung eines solchen Projektes, das Pape auf 3,5 Millionen Euro beziffert, hat sich der 350 Mitglieder starke Verein schon Gedanken gemacht. So könnten Erlöse aus der Veräußerung der bisherigen Flächen am Rand der Altstadt und aus der Schadensregulierung durch die Versicherung fließen. "Wir rechnen natürlich mit Fördermitteln", so der Vereinschef.

Trotz der Pläne müssen sich die FC-Kicker vorerst der Realität stellen. Die Kabinen der ersten Mannschaft im Vereinsgebäude sind zerstört. Bis zum Wochenende müssen alternative Umkleideräume hergerichtet werden. Die Bespielbarkeit der Plätze in der nächsten Saison wird laut Pape eine große Herausforderung. "Wir werden mit Provisorien leben müssen", sagte er. Dennoch habe das Hochwasser zusammengeschweißt. Bis auf die Leichtathleten hätten alle bis an die Schmerzgrenze geschuftet. Als die Görlitzer Fußballer beim letzten Punktspiel einen Scheck überreichten, habe die Luft geknistert. "Drei Punkte eingefahren und 3000 Euro - das gibt Zuversicht", so Pape.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.06.2013

Schöppenthau, Birgit

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