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Grimma Gattersburg bei Grimma öffnet wieder – aber Restaurant bleibt weiter geschlossen
Region Grimma Gattersburg bei Grimma öffnet wieder – aber Restaurant bleibt weiter geschlossen
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00:19 09.06.2017
Gattersburg Grimma: Maxi Fiedler, die angehende Schwiegertochter vom Eigentümer Arnd Viehweg managt den Hotelbetrieb. Quelle: Thomas Kube
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Grimma

Hoch über der Mulde erhebt es sich die Gattersburg in Grimma. Ein traditionsreicher Ort für die Muldentaler, aber auch für viele Gäste. Das Ambiente des denkmalgeschützten und historischem Ortes ist reizvoll und romantisch. So gibt es unter anderem ein Erkerzimmer, ein Kaminzimmer, ein Jagdzimmer oder den Augustinerkeller. Vom Turm hat man einen reizvollem Blick auf die Grimmaer Muldenlandschaft. 14 Hotelzimmer, davon elf Doppel- und drei Einzelzimmer, befinden sich im Objekt. Vor der Flut 2013 stand ein Betreiberwechsel vor der Tür. Doch das zerschlug sich.

Nachdem die Gattersburg eine Weile geschlossen blieb, hat sich nun der Eigentürmer, Familie Viehweg, wieder entschlossen, die Gattersburg unter anderem für Hochzeitspaare, Geburtstagsgesellschaften oder Tagungen zu öffnen. Das Zepter führt dabei Maxi Fiedler (34), die angehende Schwiegertochter von Arndt Viehweg (67), die Bestellungen über die Internetplattform aufnimmt. „Diese besteht noch nicht lange, aber wir sind an den Wochenenden so gut wie ausgebucht“, sagt Fiedler. Denn viele würden mit dem Namen Grimma die Gattersburg verbinden. So kehrten eine Menge namhafte Leute hier ein. Dazu gehören die verstorbenen Schauspieler Ulrich Mühe und Fred Delmare. Aber auch Ursula Karusseit, Uta Schorn und Wolfgang Stumph sowie die Kessler-Zwillinge kennen die Räumlichkeiten.

„Es lohnt sich nicht, die Gattersburg wie im Jahr 1998 zu bewirtschaften, wo es noch ein Restaurant gab“, ist Arndt Viehweg überzeugt. „Doch von Hochzeitspaaren, die ganz in Familie feiern wollen, wird das intime Ambiente gern angenommen“, sagt er. Er hatte auch damit geliebäugelt, Wohnungen zur Vermietung einzurichten, doch das würde seiner Meinung nach die Einmaligkeit der Gattersburg zerstören. „Wir haben uns deshalb für die Internetvermarktung entschlossen“, sagt er.

In die traditionsreiche Immobilie will er auch weiterhin investieren. „Wir sind gerade dabei, den Pferdestall auszubauen. Noch in diesem Jahr sollen zwei Ferienwohnungen entstehen“, erzählt er. Denn in den Saal gehen bis zu 130 Personen hinein, wenn man das Tanzen auf die Terrasse verlegt. „Da reichen die Betten im Hotel nicht aus, wenn alle Gäste übernachten wollen“, sagt der Geschäftsmann. „Frühstück bereiten wir selbst zu. Für das Catering stehen verschiedene Firmen bereit“, so Maxi Fiedler. Denn die Geschmäcker der Hotelgäste wären sehr differenziert, vor allem da immer mehr nach einer veganen Versorgung gefragt werde.

Die Geschichte des Schlösschens am idyllischen Muldeufer nahe der Grimmaer Hängebrücke ist eine lange. Johann Christian Gattert, wohlbetuchter Landrichter beim Schulamt Grimma, kaufte 1792 das Grundstück oberhalb des steilen Felsens für 300 Taler und ließ ein Landhaus bauen. Der Zeitgeist der Romantik prägte alsbald den Namen „Gatter(t)sburg“. Erst 1879 erwarb der Eigentümer der Golzerner Papierfabrik Max Schroeder das südlichere Gelände. „Aus der Schroederschen Zeit stammt eine besondere Rarität, die wunderschöne, purpurrot bis orange blühende und sich am Turm emporrankende Trompetenblume (Bignoniaceae) . Im Frühjahr 1945 musste die Familie Schroeder das Haus räumen, und der amerikanische Kommandeur machte es zu seinem Befehlsstand. Später wurde es Hauptquartier der russischen Garnison. Ab Ende der 40-er Jahre bis 1997 waren dann in der Gattersburg Schule, Kindergarten, Freizeittreff und Wohnungen untergebracht, bis die Großbardauer Viehweg und Fratzscher das Areal kauften.

Von Cornelia Braun

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