Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Gebete sollen Trost spenden
Region Grimma Gebete sollen Trost spenden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:46 19.05.2015
Muldewasser zerstört Elisabeth-Kapelle: 2,25 Meter hoch stand das Wasser in dem Raum. Für Pfarrer Torsten Merkel ist der Schaden noch nicht bezifferbar. Die Heizung erlitt einen Totalschaden. Mitte des 13. Jahrhunderts diente das Gebäude, in dem sich die Kapelle befindet, als Sitz und Hospital der Zisterzienserinnen. Fotos: Frank Schmidt Quelle: Frank Schmidt

. Auf die Höhe eines Volleyballkorbes stieg dagegen das Wasser in der Elisabethkapelle. "Die Heizung hat Totalschaden", ist sich der Pfarrer sicher. Der Pfarrgarten wurde total verwüstet. Die Mauer vom Garten ist komplett auf einer Länge von 30 Metern weggebrochen. "Die Mulde hatte so eine Wucht, dass die Schuppentür weggespült wurde. Einen Teil fanden wir wieder in der Schulstraße", erinnerte sich der 51-Jährige. Der Pkw-Anhänger des Pfarrers stand dagegen auf dem Sportplatz. "Uns wurde zum Verhängnis, dass das geplante Fluttor noch nicht eingesetzt war", sagte der Pastor. Glück im Unglück hatte die Kirchgemeinde, da nur Wasser in den Keller in der Frauenkirche gedrungen war.

Mittlerweile ist das Gröbste gesäubert und der Sperrmüll beräumt. Dabei hatte die Kirchgemeinde viele Helfer unter anderem aus Grimma und Umgebung, aber auch aus Meißen, wo Merkel einst als Jugendpfarrer tätig war. "Uns halfen so viele Hände, dass selbst der Garten umgegraben ist und wir Dahlien pflanzen konnten", freute sich der Pfarrer über die Zeichen des Neubeginns. "Es ist schlimm, aber nicht hoffnungslos. Wir müssen die Situation nutzen, um besser gerüstet zu sein, wenn uns ein erneutes Hochwasser drohen sollte", so der Pfarrer. Derzeit überlege die Kirchgemeinde, wie die Heizungen aus den Kellern in obere Bereiche verlegt werden könnten. Während die Räume nun trocknen müssen, will die Kirchgemeinde die Ausschreibungen für die Instandsetzung der Gebäude durchführen. Doch wie überall sind die Mittel knapp, und die Kirche setzt auf die Spendenbereitschaft der Bürger. Um so mehr freute den Pfarrer ein Anruf aus Düsseldorf. Dort ist eine Benefizveranstaltung vorgesehen. "Wir sind über jede Hilfe dankbar. Ich wurde gebeten, die Situation zu schildern, in der wir uns gerade befinden", sagte er.

"Es war wie ein Wunder, dass die Frauenkirche zwar das Wasser umfloss, aber dieses nur in den Keller drang", sagte Werner Blüschel, der ehrenamtlich mit dafür sorgt, dass Bürger die Kirche betreten und beten können. Täglich ab 12 Uhr nutzen die Mittagsgebete 15 bis 60 Christen und Nichtchristen, die Trost suchen. "Obwohl der Pfarrer selbst genug zu tun hat, steht er stets für Gespräche mit Flutopfern bereit", ist Blüschel wie viele dankbar.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 14.06.2013

Cornelia Braun

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Um Details ging es am gestrigen dritten Verhandlungstag im Mordprozess gegen die Brüder Mike und Sven G. aus Naunhof. Richter Hans Jagenlauf informierte über kriminaltechnische Gutachten.

19.05.2015

Die Zeit drängt, wenigstens eine Übergangslösung für das Gymnasium Naunhof zu finden. Nach LVZ-Informationen soll der Stadtrat am Montag kommender Woche zu einer Sondersitzung einberufen werden, um erste Nägel mit Köpfen zu machen.

19.05.2015

Lutz Heuser ging mit gutem Beispiel voran. Der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft der Erdmannshainer Sachsenklinik war in dieser Woche der Erste, der sich mit einem kühnen Hechtsprung in das alte Reha-Becken der Einrichtung stürzte, das nun ausgedient hat.

19.05.2015
Anzeige