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Gebürtiger Grimmaer schreibt witziges Erstlingswerk „Der Pensionär“

Chefarzt legt Gedichtsband vor Gebürtiger Grimmaer schreibt witziges Erstlingswerk „Der Pensionär“

Humor ist für den gebürtigen Grimmaer Klaus Siefker kein Fremdwort. Vielmehr versteht er damit ein 180 Seiten starkes Werk zu würzen. Gleichzeitig illustrierte er den Gedichtsband mit Fotos, die er selbst schoss.

Klaus Siefker.
 

Quelle: privat

Grimma/Westerstede.  „Der Pensionär“ heißt das Erstlingswerk von Klaus Siefker. Der 79-Jährige hat – als Pensionär – ein Buch herausgegeben. Ein Gedichtband, der im Isensee Verlag Oldenburg erschienen ist. Der 1936 in Grimma geborene jetzige Ruheständler vereint in diesem Werk zwei Hobbys, das Schreiben und das Fotografieren. Die Gedichte sind satirische Kommentare zu aktuellen Ereignissen und in überwiegender Mehrheit zu originellen Fotos.

Der Pensionär heißt ein Gedichtsband, der im Isensee Verlag Oldenburg herausgebracht wurde

Der Pensionär heißt ein Gedichtsband, der im Isensee Verlag Oldenburg herausgebracht wurde.

Quelle: Verlag

„Immer wieder haben Freunde, die meine bebilderten Gedichte als Glückwunschkarte erhielten, mich dazu gedrängt, etwas daraus zu machen“, schreibt der in Westerstede lebende Klaus Siefker in seinem Vorwort zu seinem Buch. Mit Begeisterung habe er schon als Jugendlicher die Dichtungen von Wilhelm Busch und Eugen Roth, später auch Hermann Mostar, gelesen. Durch diese Vorbilder und durch das als Gen von seinem Vater weitergereichte Talent wurde der in Grimma aufgewachsene und zur Schule gegangene Arzt zum Dichten animiert. Im Berufsleben als engagierter Chefarzt an der Ammerland-Klinik fand er kaum Zeit fürs Schreiben.

„Nach meiner Pensionierung habe ich mich zunächst an Erlebnissen in meinem medizinischen Fach Urologie abreagiert“, sagt der Westersteder, der 1954 sein Abitur in Grimma am Gymnasium St. Augustin ablegte und wegen der fehlenden Studienzulassung als Abiturient in die Bundesrepublik wechselte. Dort absolvierte er ein Medizinstudium in Köln und wurde in Hamburg Urologe. An der Ammerlandklinik baute er die Urologie auf und leitete diese 28 Jahre lang.

Nachdem er Spuren auf dem Gebiet der Medizin in seinem heutigen Heimatort hinterlassen hat, will er das Gleiche jetzt in der Literatur tun. Sein 180 Seiten umfassendes Erstlingswerk hat nämlich ein besonders Deckblatt. Darauf ist eine kleine Gruppe zu sehen, auf der Reisende durch eine Wüste stapfen und Spuren hinterlassen. Der Band enthält nach den Aussagen des Autors die Gedichte, die ihm eine Veröffentlichung wert erschienen. „Es sind Themen, die mich emotional bewegt haben“, erzählt er.

So schrieb er zum Beispiel ein Gedicht über das Zeitalter des Laptops und des I-Pads. Seine Gedichte würzt er mit viel Humor, so dass es eine Freude ist, diese zu lesen. Hinzu kommt, dass das Buch ansprechend bebildert ist. Klaus Siefker hofft, dass auch die Grimmaer auf „Spurensuche“ in seinem Erstlingswerk gehen. „Ich würde es gern in meiner Geburtsstadt vorstellen“, sagt der Pensionär, der auch Mitglied im Augustiner Verein in Grimma ist. „Ich habe immer den Kontakt zu meiner Geburtsstadt gehalten“, sagt er. Das war nicht nur für ihn, sondern auch seine Frau Inge ein Muss. Schließlich stammt auch sie, eine geborene Heinrich, aus Grimma. Beide stellten zum Beispiel den Kontakt zwischen dem Lions-Club Westerstede und Grimma her, als die Flut 2002 großen Schaden in der Stadt anrichtete. Der Lionsclub unterstützte die Grimmaer mit Möbeln und finanziellen Mitteln. Bis heute hält Familie Siefker auch Kontakt zu ehemaligen Schulfreunden, mit denen sie sich turnusmäßig jährlich treffen. Wenn alles klappt, werden sie einige in diesem Jahr wiedersehen, wenn sie zur Diamantenen Konfirmation von Inge Siefker nach Grimma reisen. Die Jubelkonfirmation findet am 22. Mai in Grimma statt.

Die Ruhebank

Fast immer sitzt – ein Leben lang

ein braver Mensch auf einer Bank.

Am Anfang ist er ganz beglückt,

wenn er schon die Schulbank drückt.

Ein wenig später – liebeskrank -

sitzt er auf der Liebesbank.

Nicht nur beim Sport kann rasch beim Hinken

 dem Menschen die Ersatzbank winken. Selbst die Ganoven, welche glauben,

sie müssten eine Bank berauben

und die auf frischer Tat gefasst

wechseln auf’ne Bank im Knast.

Der Brave kehrt mit etwas Glück

wieder auf die Bank zurück,

 wo Oma strickt und Opa liest,

wie du auf dem Bilde siehst;

und man ist gemeinsam froh

dass man nicht online bankt und so.

Beide stehn noch gut im Saft,

denn in der Ruhe liegt die Kraft.

Von Cornelia Braun

Westerstede 53.255073 7.926366
Westerstede
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