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Grimma Gefährlich: Blitzerauto des Landratsamts versperrt Fußgängern den Weg
Region Grimma Gefährlich: Blitzerauto des Landratsamts versperrt Fußgängern den Weg
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13:55 19.05.2015
Kein gefahrloses Vorbeikommen für Fußgänger: So hat Petra Klopf den Blitzerwagen fotografiert. Quelle: privat

eil spazieren geht. Ein Knöllchen würde sie aber gern den Insassen des dunkelblauen Volkswagens verpassen, aus dem heraus die Kraftfahrer geblitzt werden. Er steht des Öfteren ihrer Ansicht nach verkehrswidrig auf dem Gehweg, so dass Fußgänger auf die Straße ausweichen müssen. Und wie sich herausstellt, hat sie in diesem speziellen Falle sogar Recht.

"Wenn ich falsch parke, habe ich ein Ticket an der Scheibe", sagt Petra Klopf. "Dieser Wagen aber blockiert den gesamten Gehweg. Wer daran vorbei will, muss auf die andere Seite der Hauptstraße wechseln. Und das in einer Kurve, die schlecht einsehbar ist." Wegen des Krankenhauses seien viele ältere Menschen unterwegs, die das betreffe. Und auch sie selbst, so Klopf, gehe häufig mit ihrem Partner und dem Enkelkind spazieren, das mit seinem Laufrad ebenfalls die Fahrbahn betreten müsse. Im Auto hat die Torgauerin eine Zivilperson ausgemacht, was darauf hindeutet, dass es sich um einen Angestellten des Landratsamtes handelt. "Er hat doch keine Sonderrechte", meint sie. Doch da irrt sie. Bei hoheitlichen Aufgaben wie der Verkehrsüberwachung lässt die Straßenverkehrsordnung durchaus Ausnahmen zu, erklärt Brigitte Laux, Sprecherin der Kreisbehörde. Nicht nur bei Blaulicht-Fahrten, sondern auch für Müllabfuhr, Straßenreinigung, Post und Telekom würden besondere Rechte gelten.

So dürfe beispielsweise grundsätzlich auch vom Bürgersteig aus geblitzt werden. Soll dies an engen und schwierigen Stellen geschehen, sei ein Abstand von 75 Zentimetern frei zu halten, damit die Fußgänger die Stelle passieren können. "Nähern sich Kinderwägen, Rollstühle und größere Menschengruppen, sind die Kollegen gehalten, wegzufahren. Das funktioniert in der Regel auch. Wir messen täglich an etwa zehn Standorten, und die Beschwerden über Behinderungen sind minimal", so Laux.

In Zschadraß seien zwar auch 75 Zentimeter Platz gewesen, allerdings auf dem Rasenstreifen zwischen Auto und Fahrbahnrand. Sicherer wäre es laut Laux gewesen, den Abstand auf der anderen Seite zwischen Wagen und Hecke zu schaffen oder einen anderen Standort zu suchen. "Das wurde mit dem betreffenden Kollegen im Nachgang ausgewertet, um solches künftig zu verhindern", ließ sie wissen.

Straßen mit nur einem sehr schmalen Bürgersteig auf einer Seite gebe es viele im Landkreis. Kommen dann noch unübersichtliche Kurven, eine Schule oder soziale Einrichtungen hinzu, sei das die typische Situation, in der Anwohner oder Kommunen die Geschwindigkeitskontrollen fordern. Oft sei es dann aber schwierig, einen geeigneten Messstandort zu finden. "Behinderungen sind leider nie ganz auszuschließen, wenn wir unsere Aufgabe erfüllen. Sie dürfen aber möglichst nicht zu einer zusätzlichen Gefährdung führen", erklärt die Landratsamtssprecherin.

Grundsätzlich würden Tempomessungen an Gefahrenpunkten vorgenommen. "Sie sollen verhindern, dass sich an Stellen, wo auf Grund der örtlichen Gegebenheiten erfahrungsgemäß zu schnell gefahren wird, Unfallschwerpunkte bilden. Die Einsatzorte sind nicht willkürlich gewählt, sondern durch die konkrete Verkehrssituation begründet, oft wird auf Anregung oder Aufforderung der Kommune reagiert", so Laux. Wenn die öffentliche Sicherheit und Ordnung beachtet wird, dürfe das Landratsamt beim Blitzen geringfügig von der Straßenverkehrsordnung abweichen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.04.2015
Pfeifer, Frank

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