Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Geld und Nachwuchs: Grimmas Feuerwehren haben Handlungsbedarf
Region Grimma Geld und Nachwuchs: Grimmas Feuerwehren haben Handlungsbedarf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:20 15.12.2016
Die Ausrüstung der Feuerwehr. Quelle: Christine Jacob
Anzeige
Grimma

Die Stadt Grimma hat nach drei Jahren ihren Brandschutzbedarfsplan überarbeitet. Der Stadtrat nickte das Dokument jetzt einmütig ab. Der fortgeschriebene Plan bildet den Ist-Zustand ab, deckt Schwachpunkte auf und führt den Handlungsbedarf bei den Feuerwehren vor Augen. Ordnungsamtsleiterin Katrin Werner erläuterte, dass er mit der Gemeindewehrleitung und den Ortswehrleitern besprochen wurde, „wir haben hier mehrere Runden gedreht“.

15 Standorte der Feuerwehr würden als zwingend erforderlich erachtet, führte Werner aus, „um bestimmte Einsatzszenarien bedienen zu können“. In der großen Flächengemeinde sind das Grimma, Großbardau, Kleinbardau, Großbothen, Kössern, Zschoppach, Döben, Hohnstädt, Cannewitz, Fremdiswalde, Nerchau, Mutzschen und Ragewitz/Pöhsig sowie die aus ehemals eigenständig Ortsfeuerwehren verschmolzenen Wehren Höfgen und Thümmlitzwalde.

Allerdings kämpfen fast alle Wehren mit einer Überalterung, und im Ernstfall können sie auch nicht immer ausrücken. Derzeit zählen die 15 Ortsfeuerwehren insgesamt 540 Einsatzkräfte, die einen Altersschnitt von 41 Jahren aufweisen. Die Wehren seien bemüht, junge Kameraden nachzuziehen, die weitere Alterung sei aber nicht aufzuhalten, so Werner. Einzig die Wehren Grimma, Großbardau, Nerchau, Mutzschen, Zschoppach und Fremdiswalde könnten ihr derzeit gutes Niveau halten, heißt es im Brandschutzbedarfsplan. Kritisch sei die Situation vor allem in Thümmlitzwalde und Ragewitz/Pöhsig.

Die Tageseinsatzbereitschaft sei lange diskutiert worden, erläuterte Werner. Lediglich zehn der 15 Wehren im Stadtgebiet sind wochentags von 6 bis 18 Uhr mit entsprechender Einsatzstärke zum Ausrücken fähig – mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 80 Prozent. Immerhin bleiben ihnen bei Alarm nur acht Minuten, um am Einsatzort einzutreffen – inklusive der Anfahrt zum Gerätehaus und dem Umkleiden. Hans-Jörg Dossin (Bürger für Grimma) wollte dann auch wissen, ob die acht Minuten realistisch seien. Das wurde aus den Reihen der Feuerwehr bestätigt. Sie würden „größtenteils eingehalten“, hieß es. Nicht einsatzbereit sind tagsüber die Wehren Großbothen, Thümmlitzwalde, Ragewitz/Pöhsig, Döben und Höfgen. Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) sagte, dass das Ausrücken im Ernstfall immer mehr zu einem Glücksspiel werde. Grimma ist in vier Einsatzgebiete aufgeteilt.

Ein springender Punkt ist auch der Zustand der Gerätehäuser. „Wir sind froh, Großbardau hinter uns gebracht zu haben, es gibt aber weiteren Bedarf“, erläuterte die Chefin des Ordnungsamtes. Ein Ranking listet die dringendsten Standorte auf, wo Arbeits- und Unfallverhütungsvorschriften nicht eingehalten werden. Für einen Neubau sind Zschoppach, Kössern, Leipnitz, Döben und Cannewitz ins Auge gefasst, für eine Sanierung Nerchau und Ragewitz. Zeitlich sind ab 2019 lediglich Zschoppach, Kössern und Nerchau untersetzt, die zu investierenden Summen sind erheblich. „Das Ganze ist eine Wunschliste, keine Bestellliste“, gab der Rathauschef zu verstehen. Fördermittel zu bekommen, sei immer schwieriger.

Indes hatte Steffen Kretzschmar (Bürger für Grimma) eine Anregung. Der Neubau für Zschoppach und Kössern sei unbestritten, bei den anderen sollte die Reihenfolge auch das Engagement vor Ort mit entscheiden. Zudem bat er, für die Gerätehäuser, die zum Teil im schlimmen Zustand seien, Geld für Instandsetzungen locker zu machen – „um Signale zu senden“. Das verleitete Berger zu der Aussage, Grimma habe im Verhältnis zu anderen Kommunen einen guten Ausrüstungsstand.

Im Plan ist auch der Ausbildungsstand verankert. Laut Werner seien einige Ortswehren gut aufgestellt, „in anderen müssen wir nachziehen“.

Von Frank Prenzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Landwirte aus dem Raum Borna-Geithain spenden jedes Jahr für das „Restaurant der Herzen“ in Leipzig. Die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes, Yvonne Kern, fuhr am Dienstag die Ernte ein: 400 Kilo Kartoffeln aus Frohburg und Kitzscher, 100 Kilo Zwiebeln aus Pötzschau, 720 Eier aus Borna, 60 Flaschen Obstsäfte aus Frohburg, zwei Schweinehälften und Wurstwaren aus Großstolpen.

14.12.2016

Die Furtwegbrücke stellt die Stadt Colditz vor Herausforderungen. Das Brückenbauwerk ist während der Fluten 2002 und 2013 stark beschädigt worden und muss unter Vollsperrung saniert werden. Es ist aber auch die einzige Zufahrt zum Weltmarktführer Ferro.

16.12.2016

In Grimma ist am Sonntag ein Papierkorb zerstört worden. Die Polizei wurde zum Einsatz gerufen, als Passanten vier Personen Am Schwanenteich beobachtet hatten, wie diese den Abfallbehälter offenbar mit Pyrotechnik in die Luft gesprengt hatten.

13.12.2016
Anzeige