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Grimma Gemeinde Belgershain verlangt deutlich höhere Miete von Feiernden
Region Grimma Gemeinde Belgershain verlangt deutlich höhere Miete von Feiernden
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15:44 24.10.2017
Das Belgershainer Schloss. Es bietet sich für Familienfeiern an. Allerdings erhöht sich jetzt die Miete. Quelle: Thomas Kube
Belgershain

Drastisch erhöht sich die Miete für den Belgershainer Schlosssaal ab dem 1. Januar. Wer bislang darin Hochzeiten, Geburtstage oder andere Jubiläen feierte, musste 80 Euro bezahlen. Fortan werden 150 Euro fällig.

Die Verwaltung hatte ursprünglich eine Anhebung auf 120 Euro vorgeschlagen. Doch der Gemeinderat wollte das Plus noch deutlicher ausfallen lassen. Dass sich etwas mit dem Preis tun musste, hält Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) für gerechtfertigt. „Wir hatten ihn jahrelang konstant gehalten, während die Kosten für Wasser, Abwasser und Strom gestiegen sind“, erklärt er. „Es ging jetzt darum, den Preis der wirtschaftlichen Situation anzupassen; dabei haben wir uns an den Angeboten umliegender Einrichtungen ausgerichtet.“

Kostendeckend konnte die Gemeinde das Schloss nach Hagenows Worten noch nie betreiben. Und das werde sich wahrscheinlich mit dem neuen Preis nicht ändern. Wem er zu hoch ist, solle bedenken, dass dafür das gesamte Erdgeschoss mit Saal, Küche, Garderobe und Toiletten – außer dem Eheschließungszimmer – von Freitagnachmittag bis Sonntagabend zur Verfügung gestellt wird.

Den neuen Satz bezahlen müssen auch jene, die sich bereits für das Schloss vormerken ließen. Wie der Belegungsplan im Internet zeigt, sind etwas mehr als die Hälfte der Wochenenden des kommenden Jahres schon vergeben. Die Buchungen reichen bis zum Januar 2019.

Beim Alten bleibt alles für die ortsansässigen Vereine, die Kindertagesstätten und die Grundschule, die weiter für ihre Veranstaltungen das Schloss kostenlos überlassen bekommen. Auch für den Hort im ersten Stock und den Jugendclub unterm Dach ändert sich nichts.

Fürs Feiern eignet sich das Schloss wegen seines historischen Ambientes. „Es handelt sich um eine ehemalige Sumpfburg, die seit Mitte des 15. Jahrhunderts Wohnschloss war“, sagt Bernd Weisbrich, Vorsitzender des Vereins „Belgershain – Heimat und Geschichte“. Häufig wurde das Gebäude umgebaut, erst Ende des 19. Jahrhunderts erhielt es seinen Turm. Bis 1945 vermietete es die Familie Schönburg-Waldenburg. 1945 zogen Flüchtlinge ein. „Auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration sollte es eigentlich abgerissen werden. Die Gemeinde brauchte aber eine Schule, weil Kinder sogar schon im Gasthof unterrichtet wurden“, berichtet Weisbrich. So verwandelte sich das Schloss in eine zuletzt zehnklassige Bildungsstätte, bis 1973 die neue Schule eingeweiht wurde. 1988 zog der Jugendclub ein, die anderen Räume waren abwechselnd Hort, Kindergarten und sogar noch einmal Schule. 2015 kamen die Hortkinder zurück, und seit diesem Jahr bietet das Naunhofer Standesamt Eheschließungen im Belgershainer Schloss an.

Von Frank Pfeifer

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