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Gemeinschaftsausschuss lässt Belgershain nicht ziehen

Gemeinschaftsausschuss lässt Belgershain nicht ziehen

Belgershain/Naunhof/Parthenstein. Erwartungsgemäß haben Naunhof und Parthenstein den Wunsch von Belgershain abgelehnt, sich aus der Verwaltungsgemeinschaft der drei Kommunen zu verabschieden.

Vorgestern Abend stimmten sie im Gemeinschaftsausschuss gegen einen entsprechenden Antrag des Dorfes. Belgershain möchte dennoch nicht die Flinte ins Korn werfen und hält am Ziel fest, den Bund zu verlassen und sich zum 1. Januar kommenden Jahres in die Nachbargemeinde Großpösna einzugliedern.

Argumente mussten zur Ausschusssitzung nicht mehr großartig ausgetauscht werden, alles war im Vorfeld gesagt worden. "Es geht um die Stabilität unserer Kleinfamilie, die aus den drei Orten besteht. Ein Austritt von Belgershain wäre mit dem öffentlichen Wohl nicht vereinbar", erklärte der Naunhofer Bürgermeister, Volker Zocher (parteilos), im Nachgang. Sein Parthensteiner Amtskollege, Jürgen Kretschel (parteilos), bemerkte: "Die Verwaltungsgemeinschaft würde geschwächt, wenn Belgershain ausscheiden würde."

"Wir haben alle Schritte abgearbeitet. Mit Großpösna werden wir uns nun unterhalten, wie wir weiter verfahren", sagte der Belgershainer Bürgermeister, Thomas Hagenow (parteilos). Der normale Werdegang sei jetzt, sämtliche Akten ans Landratsamt zu schicken, das dann dem sächsischen Innenministerium eine Empfehlung zukommen lassen müsse, ob Belgershain nach Großpösna wechseln solle oder nicht. Hagenow: "Was dabei rauskommt, liegt nicht mehr in unseren Händen."

Unterdessen bauen Kretschel und Zocher auf den Fortbestand der über zehn Jahre alten Verwaltungsgemeinschaft. "Man darf nicht gegeneinander agieren", forderte Parthensteins Bürgermeister. "Zocher betonte, auf die Partner zugehen zu wollen. Das sollte von Belgershain angenommen werden. Zur jetzigen Konstellation gibt es keine Alternativen."

Zocher sieht hingegen möglicherweise eine Alternative. "Kommunale Arbeitsgemeinschaft" nennt sie sich. "Man muss noch ausloten, was sich genau dahinter verbirgt. Nach meiner Vermutung handelt es sich aber um einen Begriff, der auf spätere Zusammenschlüsse abzielt", erklärte er. Denkbar wäre es nach seinen Worten, dass die Verwaltungsgemeinschaft und Großpösna im Rahmen einer solchen Arbeitsgemeinschaft kooperieren. In der übernächsten Wahlperiode des Stadtrats, also ab 2018, könne eventuell über eine gemeinsame Großgemeinde aus allen vier Kommunen gesprochen werden.

Vorerst kommt es Zocher aber darauf an, die Zusammenarbeit mit Belgershain im Rahmen der bestehenden Verwaltungsgemeinschaft normal fortzusetzen. "Das Verfahren, das Belgershain in Gang gesetzt hat, erzeugte bei uns keine Abneigungen", hielt er fest.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.06.2013

Pfeifer, Frank

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