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Grimma Geopark Porphyrland lädt nach Otterwisch zur „Batnight“ ein
Region Grimma Geopark Porphyrland lädt nach Otterwisch zur „Batnight“ ein
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20:02 26.08.2018
Batnight statt TV-Abend oder Kino-Besuch: In Otterwisch begaben sich am Sonnabend-Abend zwei Dutzend Natur-Interessenten auf Fledermaus-Pirsch. Quelle: Roger Dietze
Otterwisch

„Verstehen Sie Spaß?“ im Ersten schauen, ins Kino gehen, sich im Restaurant kulinarisch verwöhnen lassen oder Freunde besuchen – auf keine dieser „normalen“ Optionen stand Sonnabendabend knapp zwei Dutzend Muldentalern und einer knappen Hand voll Messestädter der Sinn. Sie zogen es vielmehr vor, sich kurz vor Sonnenuntergang auf Einladung des „Nationalen GeoparksPorphyrland. Steinreich in Sachsen“ am Otterwischer Mühlteich ein Stelldichein zu geben. Hier weihten Biologe Claudius Kerth und der Vorsitzende der Ortsgruppe Naturschutz Belgershain/Otterwisch des Naturschutzbundes und Geo-Ranger, Lothar Andrä, im Rahmen der 23. Internationalen Fledermausnacht in die Geheimnisse der fliegenden Langohren ein.

Alpenfledermaus in Sachsen entdeckt

20 Arten galten in Sachsen als ansässig, bis vor wenigen Tagen mit der Alpenfledermaus eine weitere dazu gekommen ist. Mittels spezieller Fledermausdetektoren konnte das Nabu-Duo am vorgestrigen Abend einige dieser Arten in Otterwisch aufspüren und voneinander unterscheiden. Denn für das menschliche Ohr sind die hochfrequenten Rufe der lautlosen Gleiter nicht hörbar. „Maximal die Paarungsrufe des großen Abendseglers, die bis zu 100 Dezibel erreichen können, sind für uns hörbar“, erläutert Fledermaus-Experte Claudius Kerth. „Für einen erwachsenen Menschen endet normalerweise bei 17 Kilohertz die akustische Wahrnehmung, wohingegen sich etwa die Mückenfledermaus in einem Peakfrequenz-Bereich von 50 bis 64 bewegt.“

Auf der Suche nach Sommerquartieren

In Bewegung setzten sich am vorgestrigen Abend auch die Teilnehmer der Otterwischer „Batnight“, und zwar mit dem Ziel, Sommerquartiere der mythenumrankten Flugkünstler ausfindig zu machen. „Während sich die Winterquartiere der Fledermaus bekanntermaßen vorzugsweise in Kellern, Höhlen oder Stollen befinden, bevorzugen diese Tiere im Sommer neben Kreuzverschalungen an Häusern und Dachböden unter anderem auch Spechthöhlen“, so Claudius Kerth, der mit seinem Kollegen Lothar Andrä nicht zufällig Ende August zur Fledermaus-Pirsch eingeladen hatte. „Es ist Paarungszeit, und in dieser sind die Tiere besonders aktiv und entsprechend gut zu beobachten“, so der Biologe.

In Sachen Natur aktiv war am vorgestrigen Abend auch der Leipziger Thomas Tauber nebst Gattin. „Ich fröne der Natur-Fotografie und nehme alle Informationen zur Natur auf, die sich mir bieten“, so der Messestädter. Auch der Otterwischer Imker Alfred Schönborn hatte sich der „Batnight“ angeschlossen, obgleich die Flügeltiere, wie der Bienenfachmann festgestellt hat, seinen mit Pollen beladenen Tieren bei der Rückkehr nachstellen. „Aber das ist nun einmal die Natur, viel belastender für uns Imker und unsere Bienen ist die Chemie, die die Landwirtschaft auf die Felder bringt“, erklärt der 79-Jährige.

Von Roger Dietze

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