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Geopark Porphyrland scheitert mit Unesco-Bewerbung

Vorerst kein Erfolg Geopark Porphyrland scheitert mit Unesco-Bewerbung

Vorerst gescheitert sind die Bemühungen des Geoparks Porphyrland, das Unesco-Siegel zu erhalten. Im kommenden Jahr soll erneut Anlauf genommen werden.

Geoportal am Herrenhaus Röcknitz.

Quelle: Thomas Kube

Muldental. Dem Geopark Porphyrland bleibt der Aufstieg in die Weltliga vorerst verwehrt: Im ersten Anlauf ist die Bewerbung um den Titel Unesco-Geopark gescheitert. Das Nationalkomitee für Unesco Global Geoparks in Deutschland hat den Vorschlag von der Mulde nicht an das Unesco-Hauptquartier in Paris weitergereicht. Als einziger deutscher Kandidat wurde die Region Inselsberg – Drei Gleichen aus Thüringen für die nächste Entscheidungsrunde im Exekutivrat der Unesco nominiert

Neben dem Porphyrland hatten sich die Thüringer und der Geopark Ries (Bayern/Baden-Württemberg) um die internationale Anerkennung beworben. Unter diesen drei deutschen Bewerbern fiel die Wahl schließlich auf den Geopark im Westen Thüringens, teilte das Nationalkomitee in Bonn mit. Die Region um den Inselsberg zeichne sich durch ein bedeutendes geologisches Erbe und eine gute touristische Infrastruktur aus, hieß es zur Begründung. Thüringen punktet unter anderem mit weltweit bedeutenden Saurier-Fundstellen, zudem lockt eine Zeitreise auf den Spuren des einstigen Superkontinents Pangäa.

Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen hatte den Titel Unesco Global Geopark erst im November 2015 in Paris als neue Flächenkategorie etabliert – sie würdigt damit Gebiete mit landschaftlichen oder geologischen Besonderheiten. Zeitgleich liefen erste Bemühungen an, den begehrten Namenszug für das hiesige Porphyrland zu erringen. Dass die Region mit ihrer Geologie international mithalten kann, ist unbestritten und wurde erst in diesem Jahr durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse untermauert. Demnach sitzt die Region auf dem größten Vulkankomplex Europas. Die Eruptionen mit Magnituden über 8 und 9 zählen zu den stärksten, die die Erde je erlebt hat, sagen Forscher. Was hier im höllischen Spiel von Feuer, Wasser und Eis vor Millionen von Jahren entstanden ist, lässt Geologen mit der Zunge schnalzen.

Zumindest für die diesjährige Auswahl haben aber alle erdgeschichtlichen Sensationen nicht gereicht. Auch der Reiz der Landschaft, die Anstrengungen in Sachen Umweltbildung und Nachhaltigkeit vermochten offenbar nicht zu überzeugen.

„Die Akteure des Geoparks respektieren die Entscheidung, bedauern aber zugleich, dass die eigene Bewerbung nicht berücksichtigt werden konnte“, zeigte sich Gerhard Gey, Präsident des Trägervereins mit Sitz in Grimma, enttäuscht. Positiv seien unter anderem der Rückhalt des Geoparks in den beteiligten Kommunen und bei den Akteuren der Regionalentwicklung sowie vielversprechende regionale, geologische und touristische Potenziale bewertet worden. Nachgebessert werden müsse aber bei der Erlebbarkeit der Region, erklärte Geopark-Managerin Kerstin Fiedler. „So wurde bemängelt, dass der Geopark nicht sichtbar genug ist, Beschilderungen und geotouristische Themenrouten würden ebenso fehlen.“ Dass es aber einen erneuten Bewerbungsanlauf geben wird, ist bereits sicher.

Von Simone Prenzel

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