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Geringe Milchquote bedroht Existenz der Ragewitzer Agrargenossenschaft

Täglich fährt das Unternehmen Verlust von 1500 Euro ein Geringe Milchquote bedroht Existenz der Ragewitzer Agrargenossenschaft

Die Union plant ein umfassendes Hilfsprogramm für Bauern, die durch den Verfall der Milch- und Fleischpreise in ihrer Existenz bedroht sind. Die Agrargenossenschaft Ragewitz hofft, ein Stück von dem Kuchen abzubekommen. Das Unternehmen fährt hohe Verluste durch die geringe Milchquote ein.

Hoffest ist am 18. Juni in Pöhsig angesagt. Dabei wird es auch eine Technikausstellung geben. Der Geschäftsführer Matthias Hofmann demonstriert schon einmal im Kleinen, welche Technik zu sehen ist.

Quelle: Thomas Kube

Grimma/Pöhsig. Die Ragewitzer Agrargenossenschafts GmbH mit Sitz in Pöhsig kämpft um Überleben. Denn durch die Kuhställe des Unternehmens faucht ein kühler Wind. „Der Milchpreis liegt derzeit bei 20,75 Cent je Kilogramm. Damit ist das Wasser teurer als die Milch, obwohl diese ein hochwertiges Lebensmittel ist“, erklärt der Geschäftsführer Matthias Hofmann. „Wir stehen vor der Frage, ob wir uns von der Milchproduktion trennen sollen. Denn langsam können wir die großen Verluste nicht mehr durch die Pflanzenproduktion und die Biogasanlage, abfedern“, sagt er.

Gegenwärtig stehen 400 Milchkühe im Stall. Mit der Nachzucht sind es 800 Rinder. Sie werden von etwa 15 Mitarbeitern von insgesamt 53 Mitarbeitern des Unternehmens betreut. „Wir wollen keinen Mann entlassen. Denn die Mitarbeiter leisten täglich nicht nur Qualitätsarbeit, sondern sind auch an den Wochenenden für die Tiere da, die rundum die Uhr versorgt werden müssen“, so der Geschäftsführer. Außerdem wolle das Ragewitzer Unternehmen am 18. Juni mit einem Hoffest sein 25-jähriges Jubiläum der Umwandlung von der LPG in die neue Rechtsform, die GmbH, ohne einen bitteren Beigeschmack feiern.

Doch die GmbH durchläuft seit dem beschlossenen Ausstieg aus dem Quotensystem für Milch eine Durststrecke. Im Januar lag der Milchpreis nach seinen Aussagen noch bei 40,74 Cent. Im Januar 2015 gab es nur noch 28,42 Cent, und jetzt ist er bei 20,75 Cent. Kostendeckend müsste er bei mindestens 35 Cent liegen. „Täglich fahren wir ein Minus von 1500 Euro ein. Das ist auf Dauer nicht zu schaffen“, klagt er. In der Pflanzenproduktion ist ebenso Gefahr in Verzug. „Drei Jahre hatten wir jetzt eine Topp-Ernte, doch in der Kasse blieb wenig“, sagt er. Auch hier liegen die Erzeugerpreise deutlich unter dem Vorjahr. In diesem Jahr haben wir unter anderem 380 Hektar Raps, 380 Hektar Mais, 750 Hektar Weizen, 320 Hektar Wintergerste und 80 Hektar Zuckerrüben angebaut. „Wir wissen heute noch nicht, was es bringt, da die Preise schwanken“, so der Landwirt. „Wir haben den Anspruch, gute Qualität zu liefern, unsere Produkte sind zertifiziert. Das wird man nicht mehr von allen Lebensmitteln sagen können, wenn das TTIP in Kraft tritt“, warnt er. Mit dem TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) wollen EU und USA die größte Freihandelszone der Welt schaffen. „Der Landesbauernverband Sachsen hat im März die Landwirte sachsenweit mobilisiert, um für faire Erzeugerpreise zu demonstrieren. Wir waren auch in Leipzig“, so der Geschäftsführer. Auf der Demo habe sich gezeigt, dass die Verbraucher bereit sind, für qualitativ gute Lebensmittel mehr zu bezahlen. Doch die Landwirte seien das letzte Glied in der Kette. Lebensmittelketten und Milchhöfe würden die Preise bestimmen. Ein Liter Vollmilch kostet im Supermarkt nur noch 46 Cent. „Wie am Donnerstag bekannt wurde, plant die Union ein umfassendes Hilfsprogramm für Bauern, die durch den Verfall der Milch- und Fleischpreise in ihrer Existenz bedroht sind. Wir hoffen, dass die geplanten Gelder auch schnell bei den Landwirten ankommen“, so Matthias Hofmann.

Von Cornelia Braun

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