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Grimma Gesangsbücher in der Kiste: Grimmaer Kirche gegen Hochwasser gerüstet
Region Grimma Gesangsbücher in der Kiste: Grimmaer Kirche gegen Hochwasser gerüstet
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00:18 30.08.2017
Gerüstet für den Fall der Fälle: In soliden Kunststoffkisten wie dieser wollen die Grimmaer Gemeindeglieder um Pfarrer Torsten Merkel (Mitte) bei einem neuerlichen Hochwasser bewegliches Hab und Gut in Sicherheit bringen. Quelle: Roger Dietze
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Grimma

Sollte in der evangelischen Kirchgemeinde Grimma einmal die Erinnerung an die beiden verheerenden Hochwasser von 2013 und 2002 verblassen, braucht Pfarrer Torsten Merkel nur das Regal mit den Gesangsbüchern und Infobroschüren hinter der letzten Kirchenbank in der Frauenkirche zurückziehen. Denn an deren Rückseite haften noch immer große Schlammreste jener Mulde, die vor 15 Jahren den Weg in das altehrwürdige Gotteshaus fand und erst an der Unterkante des Altars Halt machte. „Wir haben diese Stelle ganz bewusst nicht gereinigt, um an diesem Beispiel die Katastrophe anschaulich zu dokumentieren“, erläutert Merkel.

Jenes Dutzend Frauen und Männer, das sich an Pfarrers Seite am Sonnabendvormittag auf eine präventive Rundtour in Sachen Hochwasser durch das Gotteshaus, das Kirchgemeindehaus in der Schulstraße, das Pfarrhaus in der Mühlstraße sowie die ehemalige Superintendentur im Baderplan begab, ist sich der Gefahren, die dem Fließgewässer innewohnen, voll bewusst. Etwa Peter Schäfer, über dem als Bewohner der Paul-Gerhard-Straße selbst permanent das Damoklesschwert einer über die Ufer tretenden Mulde hängt. „Wir haben aus den beiden Hochwassern schmerzliche Erkenntnisse gezogen und sind jetzt besser gewappnet, wenngleich wir selbstredend kein drittes erleben möchten“, so der Vorsitzende des Förderkreises für Kunst und Kultur in Grimma.

Ein gutes Frühstück ist Pflicht: Der knapp 90 Kilogramm schwere Heizungsmotor der Frauenkirche müsste im Hochwasserfall aus dem Keller in Sicherheit gebracht werden. Quelle: Roger Dietze

Weil einen solchen Fall auch Pfarrer Merkel trotz seiner guten Verbindungen nach oben nicht ausschließen kann, hatte er am Sonnabendvormittag zu besagter Runde eingeladen. Die erste dieser Art. „Abgesehen davon, dass keiner sagen kann, wie sich eine finanzielle Begleichung von Schäden im Falle eines dritten schweren Hochwassers gestaltet, würde das Kircheninventar mit Sicherheit nicht ersetzt werden“, gibt er zu bedenken. „Entsprechend muss im Fall der Fälle so viel bewegliches Inventar auf den Boden geschafft beziehungsweise auf Podeste im Altarraum hochwassersicher gelagert werden“, meint der Kirchenmann.

Dies betreffe die Sitzauflagen der Kirchenbänke ebenso wie die Verstärkertechnik im Kirchenschiff und die Heizung im Frauenkirchen-Keller. Letztere ist zwar nach 2013 mit dem Ergebnis umgebaut worden, dass sich jetzt ihre zentralen Teile an einem für die Mulde unerreichbaren Ort befinden. Der im Keller untergebrachte Motor für den Wärmetauscher indes sollte im Hochwasserfall demontiert werden. Was bei einem Gewicht des Teiles von knapp 90 Kilogramm kein leichtes Unterfangen werden dürfte.

„Entsprechend gut gefrühstückt haben sollten jene Männer, die sich dieser Aufgabe annehmen“, scherzt Torsten Merkel. Wissend, dass man in der Kirchgemeinde für den (Hochwasser-)Fall der Fälle gut gerüstet ist. „Wir haben Listen mit Ansprechpartnern und den entsprechenden Kontakten erstellt, alle unsere Häuser mit Sandsäcken ausgerüstet und auch dafür Sorge getragen, dass entsprechend stabile Transportkisten verfügbar sind.“

Von Roger Dietze

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