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Grimma Gewittersturm richtet viele Schäden im Muldental an
Region Grimma Gewittersturm richtet viele Schäden im Muldental an
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05:00 24.06.2011
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. Die Rettungsleitstelle in Grimma hatte zwischen 17.47 Uhr und 22.12 Uhr 67 Einsätze im Landkreis zu koordinieren.

Die erste Meldung kam aus Flößberg, die letzte aus Falkenhain: Vor allem umgestürzte oder abgeknickte Bäume waren es, die Straßen blockierten, Häuser bedrohten oder Stromleitungen schädigten. Die Notrufe gingen in so großer Zahl ein, dass in der Leitstelle zusätzliches Personal eingesetzt wurde. Am Ende reichten aber die Leitungskapazitäten nicht, auch im Lagezentrum der Polizei kamen Notrufe an und wurden weitergeleitet. Ärgerlich aus Sicht der Leitstellenmitarbeiter: Anrufer, die zum Beispiel wegen des Stromausfalls die Nummer des Stromanbieters haben wollten und damit Kapazitäten blockierten. „Wir haben alles abgearbeitet, zum Glück gab es keine direkten Personenschäden", zog Carola Schneider, Geschäftsführerin des Rettungszweckverbandes, gestern Bilanz. Nicht nur die Leitstelle, vor allem auch kleinere Feuerwehren seien bis an die Grenze belastet worden – zumal wegen des Stromausfalls teilweise die Sirenen ausfielen und per Hand über Funk alarmiert werden musste.

In Wurzen wurde kurz nach 18 Uhr Alarm ausgelöst. „Im Anschluss hat uns das Unwetter ganz schön in Atem gehalten", berichtete Stadtwehrleiter Thilo Bergt. Praktisch alle Ortswehren waren im Einsatz, die letzten Kameraden kamen erst nach Mitternacht aus den Schutzanzügen. Besonders schlimm erwischte es die Straße zwischen Oelschütz und Burkartshain, wo mehr als 20 Alleebäume Schaden nahmen. Laut Bergt registrierte die Feuerwehr im öffentlichen Verkehrsraum gut 40 von Sturm gefällte Bäume. In Burkartshain wurde zudem eine Oberleitung herabgerissen, was zu einem zeitweiligen Stromausfall in dem Wurzener Ortsteil führte. Außerdem kam es dort zu einem Kellerbrand nachdem ein Blitz in die Antenne gefahren war und einen Schmorbrand im Verteilerkasten verursachte. Die Sachschäden waren gestern noch nicht seriös abzuschätzen. „Angesichts der Wucht des Unwetters sind wir aber vergleichsweise glimpflich davongekommen", so Bergt.

Gleich sechsmal wurden am Mittwochabend zwischen 18.27 und 19.50 Uhr die Colditzer Wehr und die Ortsteilwehren Hausdorf, Erlbach, Zschadraß und Tanndorf angefordert: Unter anderem hatte in der Colditzer Haingasse ein Baum eine Stromleitung der Straßenbeleuchtung heruntergerissen. In der Günther-Gottlebe-Straße hatte das Unwetter eine Lärche teilweise entwurzelt und somit für eine bedenkliche Neigung des Baumes gesorgt; um Schaden am benachbarten Haus zu vermeiden, wurde er kontrolliert mit Hilfe der Seilwinde gefällt. An der Mittelschule bestand Gefahr durch die gebrochene Baumkrone einer Trauerweide, zu deren Beseitigung musste die Drehleiter aus Bad Lausick angefordert werden. In Tanndorf, so eine weitere Meldung, würden mehrere Bäume die Bahnlinie blockieren. „Vor Ort stellte sich dann heraus, dass lediglich ein Baum quer über die Strecke lag, der durch Kräfte der FFW Tanndorf und Zschadraß entfernt wurde", berichtet der Colditzer Stadtwehrleiter Steffen Schmidt. Die Meldung war über die Leitstelle gekommen. Deren Überlastung wie auch die Überlastung des Funknetzes – „was bei solchen Unwetterlagen leider Normalität ist" – habe die Abarbeitung der Einsätze zusätzlich erschwert, Das galt am Mittwochabend im kompletten Landkreis, kaum ein Ort kam ungeschoren davon.

Heinrich Lillie

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