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Grimma Gewusel auf Grimmuldas Straßen
Region Grimma Gewusel auf Grimmuldas Straßen
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05:00 06.10.2010
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. Doch in der kleinen mit Namen „Grimmulda" bebt es für fünf Tage. Die Begeisterung übers Dabeisein in der Kinderspielstadt spiegelt sich in allen Gesichtern der Mädchen und Jungen wider.

Alle Hände voll zu tun haben Paula und die anderen Mitarbeiter des Arbeitsamtes. „Die meisten möchten zur Polizei, als Sanitäter oder Apotheker arbeiten", erzählt die Neunjährige. Doch muss immer mal wieder gewechselt werden, damit jeder möglichst in seinem Traumberuf arbeiten kann und seine Kruxx – das Grimmulda-Geld – verdienen kann. Das könnte aber auch mal plötzlich weg sein, wenn man nämlich durch die Stadt in der Seume-Turnhalle rennt, andere schubst oder Kaugummi kaut. Dann sind Polizisten wie Jutta oder Niklas zur Stelle, die Sünder werden auf dem Revier angehört und müssen ein Verwarngeld berappen.

In der Naturwerkstatt ist Jona gerade dabei, für einen Kunden ein Holzschwert anzufertigen. Zwölf Kruxx bekommt er dafür. „Das Geld kommt aber bei uns in die Spendenkasse", sagt Heino Streller, der die Kreativwerkstatt betreut. „Davon leisten wir uns dann mal eine Wellness-Kur oder ein Eis." Das ist in Form von Slush am Stand des Colditzer Anona-Betriebes bei den Grimmulda-Bewohnern besonders beliebt. Auch andere schmackhafte Dinge gibt‘s. Kuchen im Café, Obstsalat auf dem Servierwagen...

Auf der Bank herrscht Hochbetrieb, Charlotte und Sebastian zahlen gegen die Lohngutscheine die begehrten Kruxx aus, im Filmstudio wählt Marvin die besten Fotos und Filme aus, die er und seine Mitstreiter in den 40 Einrichtungen aufgenommen haben, die Müllabfuhr kümmert sich um Sauberkeit, auf dem Bauhof malen Lissy und andere Kinder neue Firmenschilder, die DRK-Leute kümmern sich um Kranke, emsiges Werkeln in der Tischlerei, im Nähstübchen, beim Friseur...

Ein großer Tag war gestern für die 10-jährige Klara Meißner. Die Brandiser Gymnasiastin wurde als Bürgermeisterin von Grimmulda gewählt. Vier Kandidaten gab es, drei Mädchen, einen Jungen. Von den 176 Grimmuldanern beteiligten sich 116 an der Wahl. „66 Prozent Wahlbeteiligung", weiß Klara. Dass das Ergebnis denkbar knapp war, macht ihr nicht zu schaffen. Denn mit 36 Stimmen erreichte sie gerade eine mehr als ihre Mitkandidatin Johanna. „Als nächstes werde ich einen Friedensrichter wählen lassen, und außerdem will ich die Steuern senken", sagt Klara über ihre nächsten Bürgermeister-Ziele.

Plötzlich Alarm. In Windeseile sind die Mannen der Feuerwehr, unterstützt von der Polizei, auf dem Schulhof vor der Grimmulda-Halle. Max, der 16-jährige Helfer von der Grimmaer Jugendfeuerwehr, aber auch die Großbardauer Kameraden Tommy Schmidt und Egbert Kabelitz stehen den jüngsten Floriansjüngern zur Seite: Absperren, die Gefahrenstelle absichern, Ölbindemittel drauf, wegkehren... Es flutscht wie am Schnürchen, und Melchior, Armin und John schauen mit den anderen stolz auf die wieder saubere Straße. „Es macht unheimlich Spaß mit den Kleinen", sagt Kabelitz und verrät hinter vorgehaltener Hand eine Überraschung für Freitag: Dann fährt nämlich die große Grimmaer Drehleiter in Grimmulda vor, und es wird manchen Spaß beim Kisten-Stapeln und anderem geben.

Silke Hoffmann

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