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Glocken vom Grimmaer Friedhof reisen zur Reparatur

Glocken vom Grimmaer Friedhof reisen zur Reparatur


Grimma. Die drei Glocken vom Grimmaer Friedhof sind auf dem Weg zur Glockenschweißerei nach Nördlingen, wo sie repariert werden sollen.

. Die etwa 720, 660 und 360 Jahre alten Bronzeglocken, die bis 1888 in der damals abgebrochenen Nicolaikirche schlugen, sind im laufe der Jahrhunderte verschlissen.

„Dort, wo die Glocke immer angeschlagen wird, entsteht eine Delle", erklärt Pfarrer Christian Behr. Deswegen seien die Glocken vor etwa 100 Jahren um eine Viertelrunde gedreht worden, damit der Anschlagpunkt woanders ist. Noch früher war die mittlere Glocke schon einmal repariert worden: Von innen erkennt man einen geklammerten und mit Zinn ausgegossenen Riss. Der soll jetzt neu geschweißt, die Dellen sollen geschlossen werden.

 

Das Verladen der Glocken war keine leichte Übung und verursachte wenigstens Pfarrer Christian Behr gestern einiges Herzflattern. Wiegt doch die größte Glocke laut der gestrigen Messung 1570 Kilogramm. Sie musste wie die anderen auch mit einem Gabelstapler aus dem Glockenhaus unweit der Kirche gehoben und vorsichtig den abschüssigen Pflasterweg hinunter bis zum auf der Straße wartenden Lkw gefahren werden.

 

Der Grimmaer Technikhändler Otema hatte das Verladen kostenlos für die Kirchgemeinde übernommen. Allerdings hatte keiner der eigenen Staplerfahrer den Mut zu dieser Aktion, weswegen Verkaufsberater Rainer Kurth einen seiner Kunden, den Nimbschener Dienstleister Jassmann engagierte. Enrico Jassmann bekannte hinterher, dass die Sache tatsächlich knifflig gewesen sei. Glocken hatte auch er noch nie transportiert.

 

Ganz anders Spediteur Klaus Thalmann aus Colditz, der schon einige quer durch Deutschland fuhr. Auch diesmal hatte er schon zwei an Bord. Sie kommen aus Börln bei Dahlen und werden ebenfalls in Nördlingen repariert.

 

Voraussichtlich Ende Oktober sollen die Friedhofsglocken wieder in Grimma sein und in einem neu gezimmerten Glockenstuhl aufgehängt werden. In der Zwischenzeit werden die Glocken der Frauenkirche das Läuten bei kirchlichen Trauerfeiern übernehmen. Die Reparatur kostet um die 65 000 Euro. Wenn der Zeitplan aufgeht, werden die überholten Glocken am 30. Oktober mit einem Festgottesdienst begrüßt. Und erst dann wird sich wohl bei Pfarrer Behr das Gefühl einer leichten Beklemmung legen. Immerhin ist das einstige Nicolai-Geläut so bedeutsam und wertvoll, dass es in einem gerade erschienenen Buch über sächsische Kirchenglocken (Rainer Thümmel, Glocken in Sachsen) auf den vorderen Seiten beschrieben wird.

André Neumann

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