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Grimma Gojko Mitić beim Powwow in Grimma: Indianische Kultur auf einer Bisonfarm
Region Grimma Gojko Mitić beim Powwow in Grimma: Indianische Kultur auf einer Bisonfarm
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15:34 17.05.2016
Mehr als nur ein Ritual: Im Takt der traditionellen Trommeln schlägt auch das Herz der Indianerfreunde.  Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Grimma/Neunitz

Für die einen ist es „nur“ ein Indianerfest, welches wie alle Jahre über Pfingsten auch heuer in Grimma stattfindet. Für Insider ist es ein Powwow, das in der Steppe der Neunitzer Bisonfarm Freunde und Fans nordamerikanischer Indianertradition anlockt. Darunter Frauen und Männer, die tatsächlich indianische Vorfahren haben und damit echte Rothäute sind. Das mag verblüffen, doch davon gibt es in Ost- und Westdeutschland eine ganze Menge.

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Weißer Rauch über der Steppe bei Neunitz: Der Verein Freunde der Crow-Agency lud zum großen Powwow nach Grimma.

„In den Adern meiner Familie fließt das Blut der White Eagle“, sagte Patricia Baris aus Leipzig. „Ich pflege persönliche Kontakte mit den Reservaten in Nordamerika. Mir ist die Wahrung dieser Kultur sehr wichtig. Deshalb sind die gemeinsamen Indianertänze mehr als nur eine Show. Denn jeder Tanz ist ein Gebet, jedes Gebet steht für eine Heilung und jede Heilung steht für eine Gabe.“ Über die Indianistik lernte Gerhard Fischer aus Röderau bei Riesa vor 35 Jahren seine Frau Heike kennen, die in ihrer Abstammung halb Deutsche und halb Dakota ist. „Seitdem pflegen wir gemeinsam die Tradition der nordamerikanischen Indianer.“

Noch bevor Hartmut Feller als namhafter Enthusiast der ostdeutschen Indianistikszene die Tänze und Trommelklänge erklärte, wurde die Tanzfläche mit weißem Rauch geweiht. „Dafür verwende ich Indian Sage, einen indianischen Räuchersalbei, den wir hier auf der Bisonfarm extra dafür anbauen und trocknen“, verriet Jörg Diecke vom gastgebenden Verein Freunde der Crow-Agency. Dieses Ritual wurde nicht nur zelebriert, weil mit Gojko Mitic die Ikone der ostdeutschen Indianerfilme als Stargast zu Besuch war. Anlass für seinen Besuch waren 50 Jahre DEFA-Film „Die Söhne der großen Bärin“, der beim Powwow aufgeführt wurde. „Dieser Film war für mich ein Wegweiser, denn bis dahin wusste ich selbst nicht so recht, ob ich mich dafür begeistern könnte“, blickte der in Serbien geborene Sportlehrer und Schauspieler auf seine erste große Rolle als fiktiver Häuptling Tokei-ihto zurück. Zumal, wie er sagte, die Indianistik in seiner Heimat keine so große Rolle spielte. „Es gab aber Bücher, die mich mehr und mehr fesselten und zu dem werden ließen, was ich heute bin - ein Verehrer und Freund der Indianer.“

Von Frank Schmidt

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