Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Graben zwischen Naunhofer Bürgermeister und Unabhängigen
Region Grimma Graben zwischen Naunhofer Bürgermeister und Unabhängigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:05 19.05.2015

Zur jüngsten Stadtratssitzung kam es zu offenen Vorwürfen gegen das Stadtoberhaupt. Im anschließenden nicht öffentlichen Teil soll, wie jetzt nach außen drang, eine erbitterte Debatte geführt worden sein.

Zocher war nie der Wunschkandidat der Mehrheitsfraktion UWV für das Bürgermeisteramt gewesen. Die Unabhängigen hatten - abgesehen von einigen Abweichlern - auf Amtsverweser Karsten Rottstädt (FDP) gesetzt, der wiederum kraft der ihm verliehenen Position versuchte, ein Wahlforum seiner Mitbewerber im Alten Kranwerk zu verhindern. Der Bruch zwischen dem UWV-Kandidaten Rottstädt und den anderen Anwärtern im ersten Wahlgang, darunter Zocher, erzeugte Schlagzeilen.

Zu dieser Zeit arbeitete Zocher noch als Angestellter der Stadtverwaltung, verantwortlich für die Wasserversorgung. Und im Rathaus, so pfeifen es mittlerweile die Spatzen von den Dächern, soll es unter Rottstädts Regie haarig zugegangen sein.

Am 17. Februar entschied das Wahlvolk, wer künftig die Stadt lenken möge; Zocher erhielt 52 Prozent der Stimmen und ließ damit die anderen vier Bewerber weit hinter sich. Im Interview mit der LVZ äußerte er kurz nach seinem Amtsantritt, er habe sich mit CDU, FDP und Linker über die künftige Zusammenarbeit verständigt. Mit der UWV würden sich die Gespräche allerdings schwieriger gestalten. Er habe den Eindruck, bei den Unabhängigen bestehe die Philosophie, ihnen habe jemand die Stadt weggenommen.

Das saß. Während der Vereidigung des Bürgermeisters zur jüngsten Stadtratssitzung, in anderen Kommunen ein würdiger Moment, verdrehte Zochers sichtlich genervter Stellvertreter, Uwe Kulisch (UWV), demonstrativ die Augen. Chorgesang, wie er am selben Abend aus gleichem Anlass im nahen Machern erklang, blieb aus. Stattdessen gingen in der folgenden Sitzung mehrere UWV-Mitglieder thematisch auf Distanz zu den Positionen Zochers. Die Unabhängigen, die bislang in der Regel die Stadtspitze unterstützt hatten, traten über Strecken als eine Art Opposition zum Bürgermeister auf. Diskussionen im Rat liefen anders ab als gewohnt.

Am Ende des öffentlichen Teils gab Frank Möckel (UWV) eine längere Erklärung ab, in der er sich auf Zochers LVZ-Interview bezog. Er warf dem Bürgermeister vor, dieser habe das Verhältnis zu den UWV-Abgeordneten unbedacht oder vorsätzlich vergiftet. Die Bemerkung, jemand habe ihnen die Stadt weggenommen, sei ein "Schlag ins Gesicht der Bürger, welche sich trotz knapp bemessener Freizeit ehrenamtlich in der Kommunalpolitik für die Stadt Naunhof einsetzen." Er, Möckel, fühle sich persönlich angegriffen.

Frank Schneider (UWV) schloss sich der Kritik an und fragte Zocher, ob er an einer sachorientierten Arbeit interessiert sei. Darauf erwiderte dieser, er werde sich im nicht öffentlichen Teil der Sitzung zu dem Konflikt äußern, weil er Ross und Reiter nennen wolle. Nach LVZ-Informationen soll es hinter verschlossenen Türen zu einem harten Gefecht gekommen sein. Die Rede ist von einem Graben zwischen UWV und Zocher, der sich wohl kaum noch überwinden lasse.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.05.2013

Pfeifer, Frank

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Konzepte, wie sich das Naunhofer Gymnasium retten lässt, sollen morgen in einer Sitzung besprochen werden, zu der Bürgermeister Volker Zocher (parteilos), der Träger der Bildungsstätte (Da-Vinci-Campus Naunen gGmbH) und die Kommunalaufsicht des Landkreises zusammenkommen.

19.05.2015

Wie berichtet, hatte der Döbener die Fristen zur Umrüstungspflicht für Kleinkläranlagen zum Anlass genommen, der CDU den Rücken zu kehren. Die Christdemokraten würden eine Politik des vorauseilenden Gehorsams verfolgen, die die Lebenswirklichkeit der Bürger missachte, so der 54-Jährige.

19.05.2015

Die sonst farblich grün-weiß geprägte Betriebsstätte der Personenverkehrsgesellschaft Muldental (PVM) verwandelte sich am Samstag in einen bunten Festplatz. Das regionale Nahverkehrsunternehmen ging mit seinen Fahrgästen auf Tuchfühlung und feierte auf einem großen Kinder- und Familienfest sein 20-jähriges Betriebsjubiläum.

19.05.2015
Anzeige