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Grethen grübelt: alle oder anders

Grethen grübelt: alle oder anders

Grethen. Wenn Meinungsforscher eine Prognose wagen müssten, was Grethens Bürger von einer zentralen Abwasserentsorgung per Freigefällekanal mit zentralem Pumpwerk halten, würde das Ergebnis vermutlich lauten: prinzipiell Zustimmung.

. Das jedenfalls war am Mittwoch Abend das gefühlte Ergebnis einer Bürgerversammlung, zu der der Abwasserzweckverband Parthe (AZV) gemeinsam mit der Grethener Bürgerinitiative Abwasser – A-Team – eingeladen hatten.

 

 

AZV-Geschäftsführer Peter Konheister stellte im Versammlungsraum des Feuerwehrgerätehauses vor rund 100 Einwohnern den aktuellen Planungsstand und die verschiedenen Varianten des Abwasserkonzepts vor, die bereits zuvor mit dem A-Team erörtert worden waren. Das hatte (LVZ berichtete) gegenüber drei anderen Entwürfen die Freigefälleleitung fürs Dorf favorisiert. Problempunkt dabei: die Kosten. Sie würden deutlich über den Fördergrenzen des Freistaates Sachsen liegen. AZV und A-Team hatten die Vorzugsvariante der Bürgerinitiative zwar nach allen Einsparmöglichkeiten abgeklopft und die voraussichtlichen Baukosten reduzieren können. Dennoch steht als Voraussetzung für die Verwirklichung dieses Projektes eine Kostenbeteiligung aller betroffener Grundeigentümer im Raum. Rund 3900 Euro müsste nach den vorliegenden Planungen jeder Eigentümer der 130 zu erschließenden Grundstücke beisteuern, damit voraussichtlich bis 2014 diese Variante der zentralen Abwasserentsorgung in die Tat umgesetzt werden kann.

Gegen das Projekt, das auf die solidarische Gemeinschaft aller Grethener setzt, sprach am Mittwoch niemand, zumindest nicht laut. Im Gegenteil. Klaus Kuhnert, Grethens Bäckermeister, hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die gemeinschaftliche Lösung. „Jeder sollte bedenken, dass die einmalige Kostenbeteiligung von rund 3900 Euro im Vergleich zu anderen Varianten die beste Investition ist. Andernfalls kämen auf Grundstückseigentümer viel höhere Belastungen zu. Lieber einmal 3900 Euro zahlen und dann für den Rest des Lebens Ruhe haben anstatt sich über Jahre hinweg immer wieder um die Abwasserentsorgungsanlagen auf dem eigenen Grundstück sorgen zu müssen", meinte er und erntete damit Beifall. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, wie fest 130 Grundstückseigentümer in Grethen zusammenstehen. Der AZV möchte mit den betroffenen Anliegern freiwillige Vereinbarungen zur Kostenbeteiligung abschließen. Dazu werde jeder Grundstückseigentümer angeschrieben. Konheiser: „Wir brauchen die Bereitschaftserklärung aller 130 Grundstückseigentümer. Sonst gilt das Projekt als gescheitert."

Was wäre denn, wenn...?, wollte ein Grethener wissen. Konheiser. „Wenn das Projekt scheitern sollte, verfolgt der AZV auch weiter den zentralen Anschluss." Dann wäre eine Druckrohrvariante eine Option, bei der jedes Grundstück mit eigener Pumpstation ausgerüstet werden müsse. Die Investitionskosten pro Grundstück: ab 5000 Euro. „Sollte auch das auf Ablehnung stoßen, bleibe die dauerhaft dezentrale Abwasserentsorgung ein Thema. „Aber die wollen wir nicht", stellte Konheiser klar und auch dafür gab es Beifall.

Andreas Läbe

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Von Redakteur Andreas Läbe

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