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Grimma: Abhilfe für verpfuschte Kita in Dürrweitzschen

Grimma: Abhilfe für verpfuschte Kita in Dürrweitzschen

Weil die Altlast der Gemeinde Thümmlitzwalde, die Anfang 2011 nach Grimma eingemeindet wurde, die Muldestadt viel Geld kosten könnte, halten sich die Akteure momentan bedeckt.

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Altes Domizil aufgehübscht: Die Kinder der Hasengruppe und Christiane Hoffmann fühlen sich in der alten Kita von Dürrweitzschen gut aufgehoben.

Quelle: Klaus Peschel

Als Träger der Einrichtung hatte die damalige Verwaltung in Thümmlitzwalde den Neubau für die Apfelwürmer geplant und im Jahr 2006 an die Kinder übergeben. Das moderne Gebäude galt als Schmuckstück im Ort, bis 2010 nach starken Regenfällen und der Schneeschmelze Nässeschäden im Gebäude auftraten. Erst mussten lediglich einzelne Räume der Kita gesperrt werden. Später entzog das Landesjugendamt die Betriebserlaubnis für die Einrichtung. Die Stadt Grimma als neuer Betreiber zog die Notbremse und richtete den alten Kindergarten als Interimslösung für die Sprösslinge wieder her. Bis zum Umzug im Dezember 2011 flossen nach Angaben von Jana Kutscher, Fachgruppenleiterin für Jugend, Soziales und Kultur in der Stadtverwaltung Grimma, rund 60000 Euro in die Ertüchtigung der ehemaligen Gebäude.

Hinter den Kulissen tobt unterdessen ein Rechtsstreit, den die Stadt Grimma gegen die bauausführende Firma anstrebt. Denn bisherigen Verlautbarungen zufolge sind Gewährleistungsfristen verjährt. Auf Forderung einzelner Stadtratsfraktionen hat die Kommune jedoch Geld in die Hand genommen, um per Gutachten die Ursachen der Nässeschäden klären zu lassen.

Da die Immobilie aufgrund des Leerstandes weiteren Schaden nehmen könnte, plant die Verwaltung jetzt offensichtlich eine Sanierung. Wie aus einer Vorlage für die Stadträte hervorgeht, stehen zwei verschiedene Varianten zur Diskussion. Danach könnte das Problem durch eine umfassende Abdichtung des Gebäudes gelöst werden. Dazu müsste jedoch der gesamte Fußboden aufgebrochen werden, um eine horizontale und vertikale Sperre einzubringen. Dabei müssten unter anderem alle Leitungen neu abgedichtet werden. Die Kosten für die aufwendige Spezialabdichtung belaufen sich auf aktuell 418700 Euro. In einem weiteren Szenario gehen Experten davon aus, dass mittels Drainagen das Wasser vom Haus abgeleitet wird und eine vertikale Abdichtung ausreicht. Eine Geländeregulierung soll die Belastung des Hauses durch Niederschlags- und Sickerwasser reduzieren. Kosten für diese Arbeiten: 300000 Euro.

Trotz heftiger Diskussion konnten sich die Stadträte auf keine Sanierungsvariante einigen. "Das ist keine einfache Angelegenheit", so Kutscher. "Unser großes Ziel ist es, den schadhaften Kindergarten wieder so herzustellen, dass er allen Ansprüchen gerecht wird", sagte sie. Das koste die Kommune viel Kraft und Geld. Denn die Sanierung müsse komplett aus Eigenmitteln realisiert werden. "Wir hoffen aber, dass die Kinder im nächsten Jahr in die neue Einrichtung zurück können", so die Fachfrau.

In den Neubau hatte Thümmlitzwalde bereits mehr als eine Millionen Euro investiert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.05.2013

Schöppenthau, Birgit

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