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Grimma: Anwohner und Vermieter wollen Sanierung der Turmstraße – Stadt fehlt Geld

Flickenteppich Grimma: Anwohner und Vermieter wollen Sanierung der Turmstraße – Stadt fehlt Geld

Die Grimmaer Turmstraße hat den Namen Straße kaum verdient. Die Wohnungsgenossenschaft Grimma drängt die Stadt seit sieben Jahren, an der Straße Hand anzulegen. Denn man wolle die eigenen Häuser sanieren, und dazu gehöre auch ein vernünftiges Wohnumfeld. Die Stadt indes verweist auf fehlende Finanzen und dringlichere Straßen.

Die Turmstraße in Grimma ist ein einziger Flickenteppich.

Quelle: Frank Prenzel

Grimma. Die Grimmaer Turmstraße hat den Namen Straße kaum verdient. Sie ist ein einziger Flickenteppich, an zig Stellen hat sich der Asphalt völlig verabschiedet. Und die Splitt-Gehwege wachsen hier und da schon zu. Nicht nur die Anwohner wünschen sich, dass die Straße endlich erneuert wird, auch die Wohnungsgenossenschaft Grimma drängt die Stadt seit nunmehr sieben Jahren, an der Turmstraße Hand anzulegen. Denn man wolle die eigenen Häuser sanieren, und dazu gehöre auch ein vernünftiges Wohnumfeld, sagt der Kaufmännische Vorstand der Genossenschaft, René Nauck. Ein gemeinsames Vorgehen mache Sinn. Die Stadt indes verweist auf fehlende Finanzen und dringlichere Straßen. Das werden wohl auch Bewohner der Turmstraße zu hören bekommen, die nächste Woche mit Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) und Tiefbauamtsleiter Dirk Hahmann zusammen sitzen und ihre berechtigten Wünsche äußern.

34 Wohnungen in sechs Vierfamilien- und zehn Reihenhäusern, die 1957/58 erbaut wurden, nennt die Genossenschaft in der Turmstraße ihr eigen. „Das ist unser ältestes Wohngebiet“, sagt Nauck. In einem ersten Abschnitt hatte das Wohnungsunternehmen 2011 bereits vier Häuser erneuert. Die restlichen Gebäude will es aber erst angehen, wenn gleichzeitig die Straße grundhaft ausgebaut wird. Zur Vertreterversammlung lehnte sich Nauck weit aus dem Fenster, als er den Genossenschaftsmitliedern zusagte, die Häuser in der Turmstraße bis 2020 auf Vordermann gebracht zu haben. Es sei mit der Stadt eine Lösung zu finden, um die man sich im Interesse der Mieter seit 2010 bemühe. „Wir sind bereit, unseren Anteil zu leisten“, sagt der Vorstand zum Beispiel mit Blick auf zu schaffende Parkplätze. „Wir wollen die Stadt aber auch nicht aus ihrer Verpflichtung entlassen.“ Weil derzeit in Nachbarschaft ein kleines neues Wohngebiet am Waltherturm mit schicker Zufahrt entsteht, hat er sein Anliegen gegenüber der Stadt in einem Schreiben nachdrücklich erneuert. Das Umfeld der Turmstraße sei nicht mehr zeitgemäß, „wir brauchen hier die Partner“, so der Genossenschaftschef.

Am Versorgungsverband Grimma-Geithain (VVGG) würde der Ausbau nicht scheitern, sagt Geschäftsführer Lutz Kunath. „Wir sind bereit, die Kanäle zu erneuern, warten aber auf die Entscheidung der Stadt für den Straßenbau.“ Bislang habe Grimma die Sanierung verneint, konkrete Planungen habe der Verband deshalb noch nicht ausgelöst. Kunath weiß indes um die komplizierte Hydraulik in dem Wohngebiet im Norden der Stadt. Das müsste genau betrachtet werden, sagt der Verbandschef.

Amtsleiter Hahmann hebt die Schultern. Eine Kostenschätzung für die Neugestaltung der Turmstraße aus dem Jahr 2015 ergab eine Summe von 170 000 Euro. „Wir müssten einen Eigenanteil von 100 000 Euro zahlen“, sagt er. „Das können wir derzeit nicht stemmen.“ Und Fördermittel stünden nicht zur Verfügung. Kurzfristig sei lediglich eine Deckensanierung wie vor zwei Jahren in der Alten Bergstraße machbar, betont Hahmann. Die wolle die Genossenschaft aber nicht haben. Die plane auf der einen Seite Parkplätze, auf der anderen Seite den Gehweg.

Der Amtsleiter verweist auf ein Gespräch vor etwa drei Jahren mit Wohnungsunternehmen und Wasserverband, wo über die Straßen im gesamten Wohngebiet nachgedacht wurde. „Es gab die Überlegung, das auf einen Ritt zu machen, dann würden wir von 744 000 Euro reden“, so Hahmann. Aber auch da schon zog die Stadt schließlich aus finanzieller Sicht die Notbremse. „Wir haben Straßen, die viel wichtiger sind“, beteuert Hahmann zudem, nennt die Goethe- und Seumestraße und auch Mutzschen. Wann einmal die Turmstraße dran ist, darauf will er sich nicht festlegen. Diese Frage müssten die Stadträte beantworten. Auf jeden Fall suche die Stadt weiter nach Finanzierungsmöglichkeiten.

In einem vorjährigen Schreiben an einen Mieter hatte Hahmann auch die notwendige Erneuerung der Kanäle erwähnt. Für eine fachgerechte Abwasserentsorgung müsste an der Einmündung zur Wurzener Straße mit dem Kanalbau in Richtung Turmstraße/Brauereiweg begonnen werden. Auch Oberbürgermeister Berger meint, dass man die Situation in jenem Stadtteil komplett lösen müsse. „Der Bedarf ist uns bewusst, es ist aber eine komplexe Geschichte.“ Und Berger verweist auf die Grimmaer Wohnungs- und Baugesellschaft, die in dem Gebiet auch ohne Straßenbau ihre Häuser modernisiere. „Die haben auch Stellplätze geschaffen“, sagt der Rathauschef.

Von Frank Prenzel

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