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Grimma Grimma: Brautleute schmieden Ringe fürs Leben
Region Grimma Grimma: Brautleute schmieden Ringe fürs Leben
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17:50 19.05.2015
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Jedes Jahr fertigen unzählige Paare in ihrer Werkstatt unter ihrer Regie die Ringe fürs Leben. Wohlgemerkt: Die Brautleute lassen nicht fertigen. Sie löten, schmieden und polieren selbst.

"Individualität hat einen großen Stellenwert", stellt Sofia Thiele fest. Die Zahl der Paare, die sie jedes Jahr berät und dann bei der Fertigung anleitet, steigt ständig. Wie viele Brautleute sich inzwischen zu diesem Schritt entscheiden, will sie nicht verraten. Aber am kommenden Sonnabend, wenn die Handwerksmeisterin wieder hinter die Kulissen der hohen Goldschmiedekunst blicken lässt, sollen sich weitere Paare trauen.

Das Konzept, das die Inhaber des Juwelier- und Schmuckgeschäftes in der Langen Straße von Grimma anbieten, ist in der Region einmalig. Dabei unterbreiten sie den Interessenten eine Palette von Rohlingen in verschiedenen Goldfarben. "Weißgold ist derzeit Trend", sagt Sofia Thiele. Sie lässt einzelne Rohlingen über den Finger gleiten und zeigt, wie sich die Ringe kombinieren lassen. "Wir verarbeiten ausschließlich fugenlose Rohlinge", ergänzt Holger Thiele. Das habe eine praktische Seite. Ohne Öffnung lasse sich der Ring später weiten. Der romantische Aspekt bei dieser Form: "Der Ring ist so unendlich, wie die Liebe sein soll", erklärt Thiele.

Während der Goldschmiedemeister zeigt, wie sich die Rohlinge später in Form und Oberfläche unter den Händen ihrer künftigen Träger verändern, erinnert er sich an die Initiazündung für den außergewöhnlichen Service. 2006 sei ein Pärchen in den Laden gekommen mit einem Bild von Eheringen im Kopf, wie sie es im Urlaub gesehen hatten. "Wir fanden nichts Vergleichbares in den damaligen Kollektionen", sagt der Geschäftsmann. So sei der Entschluss gereift, nach den Vorstellungen der Brautleute den Schmuck selbst zu fertigen. Da sie während des Schaffensprozesses in der Werkstatt zuschauten, war es nur ein kleiner Schritt, die Eheleute selbst schmieden zu lassen. Das dauert in der Regel bis zu sechs Stunden. Da die Goldschmiede auf Zeit in der Werkstatt von Meisterin Sofia betreut werden, kann bei der Arbeit nichts schiefgehen. "Von der Qualität sehen die Ringe aus wie gekauft", so die Expertin.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten sind die 47-jährige Sofia und der 49-jährige Holger mit ihrem Handwerk in Grimma präsent. Mal müssen sie sich gegen die Billigkonkurrenz aus der industriellen Fertigung durchsetzen. Dann durchkreuzt der Höhenflug des Goldpreises die Auftragslage. "Aber der Verkauf von Trauringen ist ein angenehmes Geschäft", stellen die Thieles fest. Die Interessenten seien frisch verliebt, hätten die Zukunft noch vor sich und würden positiv denken.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.02.2013

Schöppenthau, Birgit

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