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Grimma: Dorf der Jugend erhält 50000 Euro von der Robert Bosch Stiftung

Jugendprojekt Grimma: Dorf der Jugend erhält 50000 Euro von der Robert Bosch Stiftung

Tobias Burdukat hatte am Mittwoch und Donnerstag mal nicht an der Mulde, sondern an der Spree zu tun. In Berlin war er Gast der Robert Bosch Stiftung, und das aus gutem Grund: Die Stiftung unterstützt das Dorf der Jugend Grimma, das Sozialarbeiter und Koordinator Burdukat vor vier Jahren ins Leben gerufen hat, mit 50 000 Euro.

In der einstigen Spitzenfabrik in Grimma wächst das Dorf der Jugend.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Tobias Burdukat hatte am Mittwoch und Donnerstag mal nicht an der Mulde, sondern an der Spree zu tun. In Berlin war er Gast der Robert Bosch Stiftung, und das aus gutem Grund: Die Stiftung unterstützt das „Dorf der Jugend“ Grimma, das Sozialarbeiter Burdukat vor vier Jahren ins Leben gerufen hat, mit 50 000 Euro. Für die Macher des Jugendprojekts ist das ein weiterer Geldregen nach dem Erhalt der Goldenen Henne und den damit verbundenen 25 000 Euro (die LVZ berichtete).

Das „Dorf der Jugend“ gehört zu den 20 neuen Initiativen, die die Robert Bosch Stiftung am Donnerstag in das Förderprogramm „Neulandgewinner – Zukunft erfinden vor Ort“ aufgenommen hat. Mit den jeweils 50 000 Euro sollen in den kommenden zwei Jahren die vielfältigen Ideen umgesetzt werden.

Koordinator Burdukat hatte sich mit seinem Grimmaer Projekt nach der Ausschreibung bei der Stiftung beworben, um weiteres Geld zu generieren. Nach einer Vorauswahl waren im Frühsommer dieses Jahres Gutachter der Stiftung und des Thünen-Instituts für Regionalentwicklung zur Besichtigung in Grimma. Und nach einer Vorstellung des Projekts im Juli hatte das letzte Wort eine Jury. „Ja, es hat uns überrascht“, freut sich Burdukat über die Aufnahme des „Dorfes der Jugend“ ins Programm. „Denn es waren ganz viele Bewerber.“ 12 000 Euro müssen die Muldestädter seinen Worten zufolge oben drauf legen.

Beim Auftakttreffen jetzt in Berlin lernte der Grimmaer auch die anderen 19 neuen Neulandgewinner kennen. Die Projekte hätten eine ähnliche Ausrichtung und sollen deshalb vernetzt werden, erläutert Burdukat. Dazu wurden in der Hauptstadt die Weichen gestellt, ebenso zur Umsetzung der Ideen,

„Ich hatte ein inhaltliches Konzept eingereicht, was ich in dem zweijährigen Projektzeitraum erreichen möchte“, erläutert Burdukat, der für die Bürger für Grimma auch im Stadtrat sitzt. Mit dem Geld der Stiftung will er Workshops für Jugendliche und Ehrenamtliche finanzieren, um der Projektidee weiter Vorschub zu geben. Denn es gehe darum, von Grimma aus eine autarke, selbsttragende Struktur für die Jugendarbeit im ländlichen Raum aufzubauen, so Koordinator Burdukat. Eine Struktur, die nachhaltig und unabhängig von der schwankenden Finanzierung der öffentlichen Hand sei. Eine Struktur, in die die immer neuen Jugendlichen problemlos hineinwachsen könnten. Derzeit gebe es keine wirklich funktionierenden Modelle. Um diese Ziele zu erreichen, müssen laut Burdukat junge Menschen zu Eigenständigkeit herangezogen werden. Das Bosch-Geld ist für Burdukat sehr wichtig. Denn die inhaltliche Arbeit finanziert zu bekommen, sei ein großes Problem. Insofern ist der Grimmaer ständig dabei, Anträge an Behörden und Stiftungen zu schicken.

Dass das Grimmaer Projekt die Geldgeber der Bosch Stiftung überzeugt hat, beweist die Auswahl. In bislang drei Ausschreibungsrunden des 2013 aufgelegten Neulandgewinner-Programms sind über 1000 Bewerbungen eingegangen. Die Stiftung gibt den Auserkorenen nicht nur Mittel in die Hand, sondern begleitet die Initiativen zivilgesellschaftlichen Engagements mit Schulungen und Mentoring-Programmen, heißt es in einer Mitteilung.

Von Frank Prenzel

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