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Grimma Grimma: Ecki Zeugner lädt Gäste als Mönch in neu eröffnete Lutherstube
Region Grimma Grimma: Ecki Zeugner lädt Gäste als Mönch in neu eröffnete Lutherstube
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13:30 23.02.2018
Ecki Zeugner kann in seiner Lutherstube viel über den Reformator erzählen. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Es scheint, als habe Eckhard Zeugner vor 500 Jahren an der Seite von Martin Luther gelebt. Er weiß (fast) alles über den Mann. Anhand von Gebäuden, Räumen und Gegenständen lässt der wortgewandte Grimmaer Geschichte(n) rund um den Reformator lebendig werden. Zeugner, den alle nur Ecki rufen, schlüpft am Sonnabend erstmals in die Kutte von Augustinermönch Philipus und führt seine Gäste auf Luthers Spuren durch die Muldestadt. Sein Refugium am Markt 2 ist dabei eine zentrale Station. Denn hier hat der 57-Jährige in letzter Zeit eigens eine Lutherstube eingerichtet. „Mein lieber Herr Käthe“, nennt er das ungewöhnlich ausgestattete Gewölbe.

Kurzentschlossene haben jedoch Pech. Sowohl die März- als auch die April-Stadtführung zum Reformationsjubiläum sind bereits ausgebucht. Mehr als 20 Leute nimmt Gästeführer Zeugner nicht mit auf die anschauliche Gedankenreise ins 16. Jahrhundert, als der Theologe Martin Luther an den Grundfesten der Welt rüttelte. Ist der Bedarf da, wird der Grimmaer unter dem weitsinnigen Titel „Mensch Martin“ weitere Luther-Führungen veranstalten. Von städtischer Seite her passiert Zeugner viel zu wenig, um im 500. Jahr der Reformation „den bedeutenden Mann und seine Ideen zu würdigen“. Das sei beschämend. Deshalb hat er in seinem Haus aus einem leeren Lagerraum auch die Lutherstube erschaffen, um sie in seine selbst konzipierte Führung einzubauen. Zeugner kann hier einige Raritäten vor Augen führen und weiß dazu unterhaltsame Episoden über Luther und dessen Zeit zu erzählen. Sein ganzer Stolz ist ein originales Gemälde von Luthers Hochzeit in Wittenberg. Wand und Decke schmücken unter anderem Gegenstände aus der Grimmaer Klosterkirche, in der Luther nachweislich auf der Kanzel stand: Säulen aus der Empore, Orgelpfeifen, ein Fenster. Liedertafeln sind ebenso zu sehen wie eine Bank aus der Nerchauer Kirche. Auch Produkte, die vor 500 Jahren den Alltag bestimmten, nutzt der leidenschaftliche Sammler, um mit seinen Gästen in jene Zeit einzutauchen: Butterfass, Messbecher, Spielzeug... Geschichte zum Anfassen.

Zeugner weiß in seinem Haus am Markt aber zwei weitere historische Perlen. Er führt seine Gäste in die Räume des ältesten Grimmaer Gasthofes, der in einer Rechnung von 1536 erwähnt ist und wo er selbst bis 2009 in seinem „Kräutergewölbe“ Speis und Trank reichte. Möglicherweise hat auch Luther hier getafelt. Und im Keller kann Zeugner Einblick in Grimmas erste Vogtei aus Zeiten der Stadtgründung gewähren. Hier lebte und arbeitete der Burgvogt und vertrat die Interessen der Herrscher aus dem Haus der Wettiner.

Etwa 20 Stationen steuert Zeugner während seiner Luther-Führung an, historische Stätten und Kleinode in der Stadt, an denen Geschichte begreifbar wird. Das Rüstzeug hat sich der 57-Jährige nicht nur angelesen. So liegt die von Heinz Schilling geschriebene Luther-Biografie ebenso auf seinem Tisch wie ein Buch über Redewendungen jener Zeit. Der Grimmaer hat im Februar an der Heimvolkshochschule in Kohren-Sahlis auch das dreitägige Seminar „Reformation und unsere Kirche“ besucht. Ohnehin fasziniert ihn der Reformator. „Luther war ein Rebell, er hat etwas Bahnbrechendes ausgelöst, das bis heute nachwirkt“, schwärmt der Gästeführer. Er schätzt an Luther auch den Familienmenschen, jenen Mann also, der gegenseitige Achtung und Liebe vorlebte. Wie der Reformator fühlte und handelte – Zeugner will es seinen Gästen unterhaltsam vermitteln.

Wünsche für die Luther-Führung nimmt die Touristinformation Grimma entgegen.

Von Frank Prenzel

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