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Grimma Grimma: Ende für eine Sinnlos-Ampel
Region Grimma Grimma: Ende für eine Sinnlos-Ampel
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17:33 08.08.2012
Endspurt auf der Baustelle August-Bebel-Straße und Friedensstraße in Grimma. André Kschiwan gestaltet eine Stützmauer. Quelle: Frank Schmidt
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Grimma

„Das schaffen wir", ist Polier Frank Bloy optimistisch.

Wie auf jeder Baustelle herrscht kurz vor Übergabe Hektik. Bloy hat das alles im Griff. Er dirigiert die Leute, die Technik und die Termine. Hat im Kopf, wann die Schwarzdecke gezogen wird, die Ketten für die Absperrung des inneren Kreisels kommen. Das Herzstück der neuen Kreuzung, die sogenannte Niere, ist den Platzverhältnissen geschuldet und hat bereits Gestalt angenommen. Auf der westlichen Ausbuchtung ist Kies aus rotem Porphyr aufgetragen. In der Mitte wird in den nächsten Tagen eine Säule mit Wappen der Partnerstädte platziert, die die jeweiligen Entfernungen nach Grimma anzeigt. Der zur Mulde gewandte Bogen ist mit Trockengräsern bepflanzt, der Mutterboden wurde durch weißen Stein abgedeckt. Die Firmen, die jetzt noch am Kreisel arbeiten, tun das konzentriert. Am inneren Kreis um die Niere tragen portugiesischen Kollegen auf das Pflaster einen speziellen Harz auf. Er soll den Belag härter machen, damit Brummis mit Überbreite die Kanten nicht kaputt fahren. Auch die umliegenden Straßeneinbindungen sind bereits fertig. Ein Hingucker ist die Stützwand unter der Roten Schule geworden. Hier sind derzeit noch Jörg und André Kschiwan von einer Firma für Wandbeschichtungen aus Calau aktiv. Sie machen aus der Mauer auf einer Fläche von etwa 150 Quadratmetern ein wahres Kunstwerk. Beim Betrachten der schon fertigen Wandfläche offenbart sich dem Betrachter eine Mauer aus hochwertigem Granitstein, der penibel verfugt wurde. Tatsächlich aber ist es im gewissen Sinne Wandmalerei auf Beton. Zunächst werden mit Bleistift die Steine in ihrer Form und Größe auf der Betonwand vorgezeichnet, dann eine spezielle Masse aufgespachtelt und später eine Struktur erzielt. Weil es sich um eine einzigartige Technologie handelt, die von Jörg Kschiwan persönlich entwickelt worden ist, will er keine Details verraten – Betriebsgeheimnis. Aber es wird damit eine verblüffend echte Wandoberfläche erzeugt, die, so versichern die Handwerker, dauerhaft schön bleibt. Selbst Graffiti-Unfug könne dem Kunstwerk nichts anhaben, da es mit einer speziellen Oberflächenbeschichtung versehen worden ist. Mit dem neu gestalteten Kreisverkehr verschwindet ein Nadelöhr im innerstädtischen Verkehr von Grimma. auf einer Länge von 1,4 Kilometern wurde die August-Bebel-Straße komplett erneuert. Im Zuge der Bauarbeiten hatten die Kommunalen Wasserwerke Grimma-Geithain gleichzeitig Schmutz- und Regenwasserkanäle sowie die Trinkwasserleitungen erneuert. Außerdem ist ein gemeinsamer Geh- und Radweg entstanden und die Straßenbeleuchtung erneuert worden. „Ich wünsche mir, dass die ungewöhnliche Optik Akzeptanz findet", sagte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) gestern bei einem Baustellen-Termin. Der Kreisverkehr sei ein riesiger Fortschritt für den innerstädtischen Autostrom. „Ich hoffe, dass das der Anfang vom Ende aller sinnlosen Ampelkreuzungen in Grimma ist", so Berger weiter. Die Baumaßnahme hat drei Millionen Euro verschlungen. Der Freistaat Sachsen förderte das Infrastrukturprojekt mit 90 Prozent.

Birgit Schöppenthau

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