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Grimma Grimma: Flüchtling attackiert Feuerwehrmann
Region Grimma Grimma: Flüchtling attackiert Feuerwehrmann
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17:14 22.12.2016
Im Roten Ochsen gab es erneut einen Fehlalarm, wobei ein Flüchtling einen Feuerwehrmann beim Einsatz attackierte.   Quelle: Thomas Kube
Grimma

 Ein Vorfall in der Nacht zum Donnerstag im Roten Ochsen in Grimma, der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in der Südstraße, birgt Zündstoff in sich. Kurz vor Mitternacht wurden die Feuerwehrleute aus Grimma, Großbardau und Hohnstädt aus dem Schlaf gerissen, weil es in der Unterkunft Feueralarm gab. Es war wie am Montag dieser Woche und einige Male zuvor ein Fehlalarm. Nach Angaben von Polizeisprecher Uwe Voigt hatte ein 18-jähriger Iraker einen Handmelder im ersten Obergeschoss eingeschlagen und den roten Knopf gedrückt – obwohl es nicht brannte. Wenn die Sirene losheult, müssen die Heimbewohner das Haus sofort verlassen, beim Eintreffen der Grimmaer Feuerwehr wurde jedoch einer von ihnen handgreiflich. Der laut Voigt 22-jährige Asylbewerber aus dem Irak habe die Tür eines Einsatzwagens aufgerissen und dann einen Kameraden an die Jacke gefasst und beschimpft.

Das bestätigt Grimmas Wehrleiter Michael Grimm. Es habe sich um den Maschinisten des ersten Löschgruppenfahrzeuges gehandelt, er sei nach dem Aussteigen angegriffen worden. Der Asylbewerber habe ihn an der Einsatzkleidung gezogen und bedrängt. Verletzt worden sei sein Mann aber nicht. Genau so brisant: Bevor der 18-jährige Iraker Alarm schlug, soll Pfefferspray im Spiel gewesen sein. Möglicherweise waren sich Asylbewerber in die Haare geraten oder hatten sich aus Jux besprüht, da widersprechen sich die Aussagen. Doch entgegen der Vorgaben hatten mehrere Personen trotz Alarms den Roten Ochsen nicht verlassen. „Es waren vor allem Frauen und Kinder, die sich ohne unsere Kenntnis in einem Raum aufhielten“, beschreibt Wehrleiter Grimm das Einsatzszenario. Erst nach zwei- bis dreimaliger Aufforderung seien die etwa 20 Personen ins Freie gegangen. „Das erschwert unsere Arbeit, wir gehen ja von einem Brand aus, und da muss das Objekt frei sein“, so Grimm. Auch bei Minusgraden.

Für Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) hat die Nacht ein Nachspiel. „Wenn Kameraden bedroht werden, ist das nicht zu tolerieren“, betont der Rathauschef. Es gebe keine Rechtfertigung dafür, Rettungskräfte anzugreifen, „das sind Dinge, die wir nicht akzeptieren“. Die Kameraden würden ständig zur Unterkunft ausrücken müssen, „weil der Betreiber nicht in der Lage ist, für Ordnung zu sorgen“, echauffiert sich Berger. Er habe die Feuerwehren angewiesen, sollten sie im Alarmierungsfall erneut bedroht oder beleidigt werden, sich sofort zurückzuziehen und auf die Polizei zu warten. Den Kameraden sei nicht zuzumuten, sich beleidigen zu lassen, wenn sie Leben retten wollen. Zudem dürfe das Sicherheitspersonal vor Ort nicht reduziert werden. Berger wandte sich noch am Donnerstag mit einem Schreiben ans Landratsamt und forderte Konsequenzen.

„Erst wenn uns alle Informationen vorliegen, kann entschieden werden, welche Maßnahmen getroffen werden“, so Landratsamt-Sprecherin Brigitte Laux. Es sei gleichermaßen wichtig, dass Evakuierungen problemlos vonstatten gehen und die Einsatzkräfte unbehelligt ihrer Arbeit nachgehen können. Der Rote Ochse sei bislang überdurchschnittlich mit Wachpersonal besetzt gewesen. Auch künftig werde an Wochentagen in den Abend- und Nachtstunden sowie am Wochenende ganztägig Wachpersonal vor Ort sein. Das entspreche dem Standard aller Unterkünfte im Kreis und sei ausreichend.

Der Objektverantwortliche des Betreibers, die Bayrisch-Sächsische Gesellschaft für Herbergen und Liegenschaften (BSG), sagte, das man die Videos der Überwachungskameras auswerten werde und über Konsequenzen nachdenke. Eventuell müsse man mit dem Landratsamt reden, Leute zu verlegen. Zudem werde die BSG Anzeige gegen den Angreifer erstatten. Laut Polizeisprecher Voigt gibt es gegen den 22-jähriger Iraker einen Anfangsverdacht wegen Beleidigung. Gegen den 18-Jährigen wird wegen Missbrauchs von Notrufen ermittelt. Beide Männer seien in der Unterkunft verblieben.

Von Frank Prenzel

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