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Grimma-Gipfel nach desaströsem Triathlon: Veranstalter und Verband suchen Gespräch

Jedermann-Rennen Grimma-Gipfel nach desaströsem Triathlon: Veranstalter und Verband suchen Gespräch

Über weitere gemeinsame Projekte will der Generalsekretär der Deutschen Triathlon Union, Matthias Zöll, am Donnerstag mit den Veranstaltern des Muldental-Triathlons sprechen. Zunächst aber wird es darum gehen, wer schuld am desaströsen Ausgang des Jedermann-Rennens ist und wie die Betroffenen bei Laune gehalten werden können.

Um die Strecke für die Bundesliga-Profis frei zu machen, wurde in Grimma das Jedermann-Rennen im August abgebrochen.

Quelle: Thomas Kube

Grimma/Frankfurt/M. Der desaströse Verlauf des Jedermann-Rennens innerhalb des 13. Muldental-Triathlons, bei dem fast 100 Starter disqualifiziert wurden, hat ein Nachspiel: Am Donnerstag wird Matthias Zöll, Generalsekretär der Deutschen Triathlon Union (DTU), in Grimma erwartet. In einem etwa 90-minütigen Gespräch mit Hans-Peter Bischoff und weiteren Vertretern des Vereins Muldental-Triathlon sollen nach intensiver Analyse grundsätzliche Schlussfolgerungen für eine weitere Zusammenarbeit gezogen werden. „Die Sicherheit der Sportler ist das Wichtigste, deshalb stehen wir als Verband, Stand heute, uneingeschränkt hinter der damals getroffenen Entscheidung des Kampfrichters“, so Zöll. Auch Jan Sägert, Sprecher der DTU, verteidigt einmal mehr den Rennabbruch: „Die Strecke muss komplett frei sein, bevor der Startschuss für die 1. Bundesliga fallen kann. Das Zeitfenster des Veranstalters war zu knapp, wir hatten ihn im Vorfeld auch darauf hingewiesen.“

Wie berichtet, befürchtete der Technische Delegierte, dass sich die Schnellsten der Elite mit den Langsamsten der zuvor gestarteten Freizeitsportler ins Gehege kommen könnten. Matthias Vogel, sportlicher Leiter des Muldental-Triathlons, weist die Kritik am Zeitplan zurück: Der eigenmächtige Abbruch des Jedermann-Rennens sei ein Schlag ins Gesicht der Veranstalter, der Aktiven und nicht zuletzt der 250 Helfer. Der gute Ruf der gesamten Veranstaltung stehe auf dem Spiel.

Er warte bis jetzt noch immer vergeblich auf das versprochene persönliche Schreiben der Veranstalter, sagt der 25-jährige „Jedermann“ Stefan Lehmann: „Ein dreiviertel Jahr habe ich auf diesen Wettkampf hingearbeitet, wöchentlich bis zu viermal trainiert. Ich war noch dicke im zeitlichen Limit, als man mich vom Rad geholt hatte. Anfangs dachte ich, es sei irgendwo ein Unfall passiert. Als mir aber niemand sagen konnte, wieso abgebrochen wurde, war ich stinksauer. Das war Frust pur! Schlicht unentschuldbar, das Ganze! Viele Betroffene sagten, sie würden nie wieder in Grimma starten.“ Nicht ganz so unversöhnlich äußert sich Jens Zeidler (49), der ebenfalls vor der Zeit disqualifiziert wurde: „Ich organisiere auf Rügen und im Hochsauerland selber Radrennen. Ich weiß, wie schwer das ist und dass immer Unvorhersehbares passieren kann: Die Strömung der Mulde etwa war an dem Tag stärker als sonst, die Sportler brauchten bis zu fünf Minuten länger...“ Während es für Lehmann nur dann ein nächstes Mal gebe, wenn die Startgebühr ganz oder teilweise erlassen werde, macht Zeidler auf jeden Fall wieder mit: „Der Triathlon in Grimma ist ansonsten immer perfekt!“

Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) – auch für ihn war das Rennen abrupt beendet – erwartet nun eine Einigung zwischen Veranstalter und Verband: „Grimma zählt unter den Triathlon-Ausrichtern zu den deutschen Top 10. Die Akzeptanz des friedlichen Nebeneinanders von Breiten- und Hochleistungssport haben wir uns hart erarbeitet. Es wäre sehr schade, wenn nun alles kaputt gemacht würde.“ Er habe versucht, zwischen beiden Seiten zu vermitteln, sagt Berger: „Lasst uns aus den Fehlern lernen und gemeinsam nach vorn schauen.“

Er gehe völlig offen in die Gespräche mit dem Generalsekretär, sagt Mitveranstalter Matthias Vogel: „Wie die Unterredung ausgeht – wir wissen es nicht. Auf jeden Fall gibt es im Anschluss eine gemeinsame Erklärung. Wir halten unser Versprechen, werden jeden einzelnen Disqualifizierten anschreiben und ihm eine finanzielle Regelung vorschlagen.“

Nach LVZ-Recherchen sah der Vertrag zur Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften der Elite 2017 auch eine Klausel vor, die deutschen Titelkämpfe der Jugend und Junioren 2018 ebenfalls in Grimma zu starten. „Es ist ein Vorvertrag, mehr nicht. Warten wir die Gespräche ab“, so Vogel. Ähnlich äußert sich Generalsekretär Zöll: „Die Gesundheit der Sportler steht über allem!“

Von Haig Latchinian

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