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Grimma Grimma: Haus fällt in sich zusammen
Region Grimma Grimma: Haus fällt in sich zusammen
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17:41 19.05.2015
Gefahr in Verzug: Teile des alten Kasernengebäudes sind in die Tiefe gestürzt. Damit wird der geplante Abriss auf tragische Weise beschleunigt. Quelle: Frank Schmidt

Wie durch ein Wunder sind dabei keine Menschen zu Schaden gekommen. Obwohl das marode Eckhaus mehrheitlich in sich zusammengefallen war, landeten auch Mauerstücke und Ziegel auf der stark frequentierten Straße und auf dem Fußweg.

"Aber das war nur eine Frage der Zeit", wetterte Oberbürgermeister Matthias Berger. Das Stadtoberhaupt war nicht nur vor Ort, es machte auch keinen Hehl daraus, dass ihm diese Bauruinen lange schon ein Dorn im Auge sind. Von den zur Absicherung gerufenen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Grimma war dann auch zu erfahren, dass das Dach des Hauses schon vor länger Zeit in sich zusammengefallen war.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten stand das Haus leer. Nur an der blassen Blaufärbung der Fassade können Insider heute noch erkennen, dass es sich um ein Gebäude handelte, das einst dem Husarenregiment gehörte. Als Bestandteil der ehemaligen "Königin-Carola-Kaserne" wurde es zu DDR-Zeiten von der Roten Armee genutzt, die nach der Wende aus Grimma abzog. Danach wurde für das verlassene Areal kein neuer Nutzer gefunden. Noch vor knapp zwei Jahren hatten hier im Rahmen eines Sommerbiwaks des Husarenvereins öffentliche Führungen stattgefunden.

Für Berger sind die ungenutzten Gebäude auf dem Areal eine tickende Zeitbombe. Wenn es nach ihm ginge, "am besten gleich alles umschubsen." Doch die Entscheidung liegt nicht bei der Stadt, wie von Volkmar Tietze zu erfahren war. Als Vertreter der Immobilien- und Baubetreuung von TLG outete er gestern die kürzlich von einem Finanzinvestor erworbene Immobiliengesellschaft als Eigentümer der Liegenschaft. "Jetzt können wir erst mal nur eine Notsicherung vornehmen, damit die Zufahrt zum dahinter liegenden Gewerbepark gefahrlos möglich ist", sagte Tietze. Dafür hatte er sofort einen Bagger geordert, der noch am gestrigen Nachmittag die nötigen Arbeiten verrichtet hat. Die Straße musste aber nicht gesperrt werden.

"Parallel läuft hier bereits ein Abrissantrag - wir liegen damit in den letzten Zügen", erklärte Tietze weiter. Allerdings müssten zuvor noch Auflagen im Rahmen des Naturschutz berücksichtigt werden. Und der Denkmalschutz verlange außerdem noch eine Dokumentation vor dem Abriss. "Sofern wir überhaupt noch eine machen können", meinte Tietze mit einem Verweis auf den Schutthaufen nach dem Einsturz. Was nach dem Abriss aus dem Gelände werden soll, das entziehe sich jedoch seiner Kenntnis, sagte Tietze.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.03.2013

Frank Schmidt

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