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Grimma: Im Göschenhaus gibt es jetzt auch ein Göschenzimmer

Museum Grimma: Im Göschenhaus gibt es jetzt auch ein Göschenzimmer

Mit dem Seume-Tag fiel im Göschenhaus in Grimma-Hohnstädt der Startschuss zum neuen Museumsjahr. Das zweiköpfige Team mit Thorsten Bolte an der Spitze legt wie gewohnt ein abwechslungsreiches Jahresprogramm für Groß und Klein vor. Es gibt auch mehrere Neuerungen. So kam der Bestand des geschlossenen Seume-Hauses nach Hohnstädt.

Das Museum Göschenhaus in Grimma-Hohnstädt zeigt nun auch Ausstellungsstücke aus dem geschlossenen Seume-Haus am Markt. Museumsleiter Thorsten Bolte im neu gestalteten Göschenraum.

Quelle: Thomas Kube

Grimma/Hohnstädt. Mit dem Seume-Tag am 29. Januar fiel im Göschenhaus in Hohnstädt der Startschuss zum neuen Museumsjahr. Das zweiköpfige Team mit Thorsten Bolte an der Spitze legt wie gewohnt ein abwechslungsreiches Jahresprogramm für Groß und Klein, für Jung und Alt vor und will zudem einen Beitrag zum Reformationsjubiläum leisten (siehe Kasten).

Es stehen aber auch einige Veränderungen ins Haus. Die wohl wichtigste hängt mit der Schließung des Seume-Hauses auf dem Grimmaer Markt zusammen. Wie berichtet, hat der Seume-Verein „Arethusa“ das Haus als Veranstaltungsort aufgeben müssen, weil wegen des städtischen Sparprogramms die Mietzuschüsse seit Januar ausbleiben. Das Inventar kam ins Göschenhaus, das der bedeutende Verleger Georg Joachim Göschen 1795 als Sommerresidenz für seine Familie erwarb und das seit 1995 in städtischer Hand und damit kommunales Museum ist. Die Drucktechnik von anno dazumal fand in der bisherigen Bauernstube Platz, darunter mit einer Probedruckpresse das einzige original erhaltene Stück der alten Druckerei Göschens. Stolz ist Bolte auch auf den historischen Filetenschrank, gefüllt mit Werkzeug der Buchbinder. Weil die bäuerliche Sammlung inzwischen komplett raus ist aus dem neu gestalteten Raum, entschieden sich die Museumsleute auch für einen neuen Namen: Göschenstube. „Wir haben ein Seumezimmer, da ist es sinnvoll, einen Raum auch nach Göschen zu benennen“, begründet der 47-jährige Museumsleiter die Wahl.

Dass das Seume-Haus auf dem Markt geschlossen werden musste, bedauert auch Bolte, der im Vorstand des Arethusa-Vereins sitzt. „Wir hätten aber nicht gewusst, wie wir es betreiben sollen“, zumal das Personal für Göschen- und Seume-Haus im November 2015 von vier auf zwei Mitarbeiter – beide in Teilzeit – gekappt worden war. „Nach der Reduktion konnten wir das Seume-Haus am Markt nur noch bedingt bedienen“, blickt Bolte zurück und fügt an: „Die Seume-Gedenkstätte ist und bleibt im Göschenhaus.“ Das werde die Aufgaben der bisherigen Begegnungsstätte mit übernehmen.

Im vorigen Jahr waren die Öffnungszeiten neu geordnet worden. Statt das Göschenhaus mit dem 4300 Quadratmeter großen klassizistischen Garten Dienstag, Donnerstag und dann am Wochenende aufzuschließen, wurde durchgehend von Mittwoch bis Sonntag jeweils 11 bis 17 Uhr geöffnet. Montags haben Thorsten Bolte und Bärbel Jahn seitdem frei und dienstags Zeit für Büroarbeit.

Mit Beginn der neuen Saison sind die Öffnungszeiten am Nachmittag um eine Stunde gekürzt worden. Zugeschlossen wird jetzt um 16 Uhr, was auch ein Ergebnis der verminderten Mitarbeiterzahl ist. „Gerade in Hochphasen fallen viele Überstunden an“, erklärt Bolte den Ausgleich. Ihm ist aber bewusst, dass es den einen oder anderen Tag dennoch länger gehen wird. So bietet das Göschenhaus wieder die beliebten KKK-Nachmittage an: Kultur bei Kaffee und Kuchen. Ab April werde das jede Woche zwei- bis dreimal gebucht und beginne meist 15 Uhr, so der Museumsleiter – Führung inclusive. Für Familienfeiern oder Kindergeburtstage steht das Göschenhaus aber nicht mehr zur Verfügung.

Auch beim Eintrittspreis soll sich im neuen Jahr etwas verändern. Bis auf den Eintritt für Kinder (1,50 Euro) sollen die Tickets 50 Cent teurer werden. Erwachsene würden demnach künftig drei Euro hinlegen, um durch Haus und Garten zu streifen. Der genaue Zeitpunkt ist noch offen. Auf der anderen Seite will das Museum die Preise bei Kinderprojekten senken. Bislang zahlt jedes Kind vier Euro, „wir wollen auf drei Euro runter“, so Bolte.

10 500 Besucher zählte das Göschenhaus im vorigen Jahr. Allerdings bekommen die Gäste nur einen Bruchteil der 15.000 Museumsobjekte und 6000 Bücher zu sehen, die im Bestand sind. Bolte treibt derzeit die Archivierung voran, um Anschluss an andere Museen zu finden. „Wir sind von der Sammlung her gut aufgestellt, es fehlen aber Datenblätter.“ Die müssten nach und nach angelegt werden. Auch dahin fließt das Geld, das Grimma jährlich zur Betreibung des Museums ausgibt: 100 000 Euro. Neben den Mitarbeitern werden damit Veranstaltungen und Neuanschaffungen bezahlt. Für Restaurierungen baut das Museum hingegen auf die Unterstützung des Seume-Vereins und anderer Förderer. So will Bolte in diesem Jahr eine Brieftasche von Göschen restaurieren lassen und hofft, dass 1500 Euro reichen. „Stoffrestaurierungen sind extrem teuer“,weiß er.

Besucher sind im Göschenhaus an eine Führung gebunden. Aber auch hier gibt es Überlegungen, mit der Zeit zu gehen. „Wir wollen die Möglichkeit schaffen, mit Handycodes durchs Haus zu gehen“, erläutert Bolte. Dann würden die Gäste beim Rundgang die Informationen von Göschen und dem Dichter Johann Gottfried Seume per Smartphone serviert bekommen. Doch das ist noch ein wenig Zukunftsmusik: „Ende 2017, Anfang 2018 wollen wir soweit sein.“

Göschenhaus lockt mit buntem Programm

Prall gefüllt ist der diesjährige Veranstaltungskalender im Göschenhaus. Der Reigen der 25 konzipierten Veranstaltungen beginnt in den Winterferien, wenn am 15. und 22. Februar Mädchen und Jungen eingeladen sind, das Museum zu entdecken. Der erste Höhepunkt ist dann am 21. Mai das 16. Museumsfest. „Wir laden Kunsthandwerker ein, es gibt Kaffee und Kuchen im Garten“, freut sich Museumsleiter Thorsten Bolte schon jetzt auf den Nachmittag. In diesem Jahr ist das Göschenhaus Bestandteil der „Tage Mitteldeutscher Barockmusik“, weshalb das Vocalconcert Dresden mit einer Kammermusik-Besetzung nach Hohnstädt reist und im schönen Garten ein Wandelkonzert gibt. „Solche hochkarätigen Gäste haben wir nicht immer“, lockt Bolte.

Einbringen will sich das Museum auch ins Reformationsjubiläum. Die diesjährige Sonderausstellung, die am 10. Juni eröffnet wird, ist diesem Thema gewidmet. Im Jahr 1813 hatte Göschen das „Grimmaische Wochenblatt“ gegründet, Museumsleiter Bolte will nun mit den Inhalten der Zeitung das religiöse Leben in Grimma um 1815 darstellen. Dazu hält der 47-Jährige am 27. Oktober auch einen Vortrag.

Wie in den Jahren zuvor beteiligt sich das Göschenhaus an der Offenen Gartenpforte im Muldental (17. Juni) und am Tag des offenen Denkmals (10. September). Dieses Mal gibt es aber auch ein kleines Rahmenprogramm, erläutert Bolte. Der Hohnstädter Martin Höpfner, der an der Musikhochschule Leipzig unterrichtet, greift am Pfortentag zur Gitarre. Und der Leipziger Literaturwissenschaftler Thomas Frantzke hält am Denkmaltag eine Vortrag über Goethe und Luther.

Gerade erst festgemacht: Am 8. September ist ein Wiener zu Gast in Grimma. Der Journalist Sven Johann Koblischek verfasste über Johann Gottfried Seume eine wissenschaftliche Arbeit mit dem Titel „Mein Leben“. Der Wiener hat sich mit der Autobiografie des Dichters beschäftigt, die Seume vor seinem Tod begann, aber nur ein Fragment blieb.

Bolte verweist zudem auf den „Museumsblick im Sommer“, der im vorigen Jahr seine Premiere hatte. Dann können die Besucher Gegenstände in Augenschein nehmen, die in der Regel nicht zu betrachten sind – und Kaffee und Kuchen genießen. Termin ist immer der letzte Donnerstag im Juni, Juli und August.

Das Jahr endet nicht nur mit Musik am Kamin, sondern auch mit der Sonderausstellung „Weihnachtsland Sachsen“, die ab 25. November zu sehen ist.

Von Frank Prenzel

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