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Grimma Grimma: Im „Südpol“ weht ein neuer Wind
Region Grimma Grimma: Im „Südpol“ weht ein neuer Wind
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17:35 11.04.2017
Maik Soldner ist der neue leitende Sozialpädagoge im Kinder- und Jugendhaus „Südpol“. Quelle: Foto: Thomas Kube
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Grimma

Im Grimmaer Kinder- und Jugendhaus „Südpol“ gibt es ein neues Gesicht. Seit wenigen Tagen ist Maik Soldner hier als leitender Sozialpädagoge tätig. Der 35-jährige Leipziger löst Vera Rietzschel ab, deren Arbeitsvertrag im „gegenseitigen Einverständnis“ auslief, wie Daniel Schippan, Geschäftsführer der Awo Familienzentrum gGmbH, erläutert. Die Gesellschaft des Kreisverbandes der Arbeiterwohlfahrt ist Träger der Einrichtung im Grimmaer Süden. Insgesamt unterhält sie im früheren Muldentalkreis fünf Kinder- und Jugendhäuser.

Die Gesellschaft hatte die Stelle fürs „Südpol“ ausgeschrieben. Laut Schippan war die Zahl der Bewerber überschaubar. „Es gibt ja einen Fachkräftemangel bei Sozialpädagogen“, weiß er zu berichten. Mit Soldner nimmt aber ein Mann im Kinder- und Jugendhaus (KJH) die Zügel in die Hand, der trotz seines jungen Alters schon reichlich Erfahrung sammeln konnte und jetzt so etwas wie seinen Traumjob gefunden hat. „Die offene Jugendarbeit war schon immer mein berufliches Ziel“, sagt er. Sie sei außerordentlich wichtig.

Maik Soldner stammt aus der Niederlausitz und ist in Bad Liebenwerda groß geworden. Schon hier engagierte er sich in einem Kinder- und Jugendfreizeitzentrum, und so wuchs wohl auch sein Berufswunsch. Soldner absolvierte eine Ausbildung zum Erzieher und arbeitete in seinem Anerkennungsjahr bereits in der offenen Jugendarbeit. Für sein Studium der Angewandten Sozialwissenschaften verschlug es ihn dann nach Leipzig, wo er nunmehr seit zwölf Jahren zu Hause ist. Nach dem vierjährigen Studium, das Soldner als Diplom-Sozialarbeiter/Sozialpädagoge abschloss, fasste er zunächst in der Jugend-Berufshilfe Fuß. Es folgten zwei weitere Jobs – bei einem freien Träger als Familienhelfer und beim Deutschen Erwachsenen-Bildungswerk als Dozent für soziale Berufe. „Dann bot sich die Chance in Grimma“, so der 35-Jährige. Im „Südpol“ hilft ihm auch sein Erfahrungsschatz, den er bei zwei Praktika in der Studienzeit sammelte. Da war er in der Erlebnispädagogik und in einem soziokulturellen Zentrum tätig.

Derzeit sei er noch in der Orientierungsphase, sagt Soldner zu seinem Start in Grimma. Dazu gehört auch der Aufbau eines Netzwerks, in erster Linie mit anderen Kinder- und Jugendtreffs der Region. Denn der neue „Südpol“-Leiter beabsichtigt, mögliche Kooperationen auszuloten. In seiner neuen Wirkungsstätte in der Gabelsberger Straße will er frische Ideen einbringen und die Besucher in Entscheidungen einbinden. „Ich will eine Art Kinder- und Jugendplenum ins Leben rufen“, blickt der 35-Jährige nach vorn. Dort sollen die Gäste des Hauses über die Freizeit-Offerten mit diskutieren. Denn eine zentrale Frage ist für Soldner, was sich die Jugendlichen wünschen. Das müsse dann „mit unseren Ressourcen abgeglichen werden“, sagt der neue Chef. Ihm zur Seite steht Rosemarie Höhne, außerdem bringen sich Ehrenamtliche in die Arbeit ein.

Die kleine Einrichtung mit dem Pinguin als Maskottchen zählt im Schnitt 20 Besucher am Tag. Sie sind zwischen Fünf und Sechszehn, vereinzelt auch älter. Der Treff mit seinem zentralen Raum und der Freifläche steht von Montag bis Freitag 13 bis 19 Uhr offen. Soldner überlegt, künftig an drei Tagen die Woche thematische Angebote zu unterbreiten. So haben die Kinder und Jugendlichen rasch entdeckt, dass der 35-Jährige leidenschaftlicher Gitarrenspieler ist. „Sie wollen Gitarre lernen oder singen“, denkt Soldner an einen musikalischen Nachmittag. Auch gestalterische und eventuell kulinarische Offerten will er in das KHJ-Leben einbauen. Größere Veranstaltungen werde es ebenfalls geben, „da bin ich aber noch in der Planung“.

Zunächst aber steht Ostern ins Haus. Da lädt das „Südpol“ am Gründonnerstag von 14 bis 20 Uhr zum Familiennachmittag ein. Natürlich sind im Freigelände Ostereier versteckt.

Von Frank Prenzel

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