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Grimma Grimma: Kartoffelkäfer erwarten um die 2000 Biker zum großen Treffen am Münchteich
Region Grimma Grimma: Kartoffelkäfer erwarten um die 2000 Biker zum großen Treffen am Münchteich
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05:00 12.09.2017
Der Präsident der Grimmaer Kartoffelkäferbande, Tilo Urban (l.), und sein Sohn Roman auf ihren Harley-Davidson-Maschinen. Quelle: Foto: Frank Prenzel
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Grimma

Alle Kartoffelkäfer warten darauf, dass der Rekord geknackt wird. 1200 Kilometer nahm ein Italiener vor vier Jahren unter die Reifen, um beim Muldentaler Biker- und Trikertreffen dabei zu sein. Es war die bislang weiteste Anreise zu dem Spektakel der Kartoffelkäferbande, das es seit 2002 am dritten Septemberwochenende am Münchteich gibt und vom Donnerstag bis Sonntag wohl auch in diesem Jahr um die 2000 Biker anlocken wird. Traditionell wird dabei auch jener Motorradfahrer ins Rampenlicht gerückt, der den weitesten Weg bis Grimma auf sich nimmt.

Auch der Club, der mit den meisten Leuten anrückt, wird bei der großen Biker- und Trikerfete mit einem Pokal bedacht. Im vorigen Jahr war das mit knapp 40 Bikern der Harley-Davidson-Club aus Prag, der 1928 gegründet wurde und als der weltweit älteste Zusammenschluss von Harley-Fans gilt. Die Grimmaer Kartoffelkäferbande ist mit den Tschechen seit vielen Jahren befreundet und freut sich schon auf das Wiedersehen am Wochenende. „Zweimal im Jahr fahren wir nach Tschechien“, bringt Kartoffelkäfer-Präsident Tilo Urban (56) die engen Bande ins Spiel. Und man hilft sich. Als einige Prager einmal auf der Durchreise waren und in einen Regenguss kamen, klingelten sie – klatschnass wie sie waren – kurzerhand bei Urbans und blieben über Nacht. „Die Garage war voller Harleys“, erinnert sich der Vereinschef und lacht: „So reich war ich noch nie.“

Für die große Party am Münchteich ist alles bereitet. „Es kann losgehen“, freut sich Tilo Urban. Dabei halten die Kartoffelkäfer am bewährten Strickmuster fest, das in sich aber immer wieder variiert. Der Donnerstag beginnt um 20 Uhr mit Livemusik. Am Freitag zuckelt nachmittags der Schlendrian mit kulturwilligen Bikern zu einer Sehenswürdigkeit (dieses Mal zum Stadtgut in Grimma mit seiner Puppenausstellung), während abends eine Liveband auf der Bühne steht. Und am Sonnabend locken nach der morgendlichen Ausfahrt ab 15 Uhr urkomische Bikerspiele auch Familien aufs Gelände. Das lustigste ist wohl das Eierwerfen, verrät Norman Urban (30), den wie sein Vater das Bikervirus infiziert hat. Dabei müssen rohe Eier in einer auf dem Helm befestigten Schale landen. Zur Abendshow gibt es neben Musik auch Atemberaubendes fürs Auge: eine Stripshow für Sie und Ihn und ein Feuerwerk. Die ganze Zeit knistert ein Lagerfeuer, für das die Kartoffelkäfer fünf Container voll Holz geschenkt bekamen. Für das gesamte Programm sind gerade Mal fünf Euro Eintritt zu berappen.

Fast alle Biker rücken mit Zelt oder Wohnmobil an und nutzen den Campingplatz am Münchteich. Vorige Woche „rief mich ein Paar aus Bremen an und fragte, ob wir Strom haben“, erzählt Tilo Urban. Es hätte gehört, bei dem Treffen in Grimma sei es so schön, und weil er schon 80 sei, wisse er nicht, ob er nächstes Jahr noch kommen könne. Strom gibt es natürlich, die betagten Bremer können also Gas in Richtung Süden geben. Um die 50 Clubs der Bikerszene und etliche Freebiker dürften nach Grimma rollen. Natürlich ist die Big-Party offen für alle.

Das Programm

Donnerstag, 14. September

20 Uhr: Livemusik mit Alleinunterhalter Gero Schröder

Freitag, 15. September

13 Uhr: Schlendrianfahrt zum Stadtgut

20 Uhr: Liveband „Channel Voice“

Sonnabend, 16. September

10.30 Uhr: Ausfahrt der Biker

15 Uhr: Bikerspiele wie Eierwerfen, Kugellagerstemmen, Lenkersausen und lautestes Fahrzeug

20 Uhr: Liveband „Rokkers“ und Stripshow

21.45 Uhr Feuerwerk

Die Kartoffelkäfer gibt es übrigens schon seit 1958 – nächstes Jahr, zum 60. soll die Sause noch üppiger ausfallen. Grimmaer Motorradfans verehrten seinerzeit den Schwedischen Rennfahrer Lennart Hedlund, der mit seinem schwarz-gelb geringelten Helm auffiel. Sie ahmten ihn nach und waren in Grimma fortan die Kartoffelkäfer. Und weil sie den DDR-Oberen ein Dorn im Auge waren und in den Akten als „Bande“ geführt wurden, kristallisierte sich der Name heraus. Tilo Urban und weitere Bikerfans traten 1996 das Erbe an, als sie einen Verein gründeten, der heute 41 Männer und fünf Frauen vereint. Die Helme blieben Pflicht. Ein Kartoffelkäfer, der auf dem Motorrad ohne den auffälligen Ringelhelm unterwegs ist, muss laut Satzung zehn Euro Strafe in die Vereinskasse zahlen.

Von Frank Prenzel

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