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Grimma: Mächtige Buchen krachen auf Wanderweg

Wurzelproblem Grimma: Mächtige Buchen krachen auf Wanderweg

Das muss mächtig gerumst haben. Am Harthgrundbach hat es zwei stattliche, an die 100 Jahre alte Buchen wie aus heiterem Himmel entwurzelt. Die Bäume krachten dabei auf den Wanderweg zwischen Grimma und Nimbschen, der weiter begangen werden darf. Die Stadtverwaltung lässt jetzt ein Gutachten anfertigen. Es sind wohl weitere Bäume nicht standsicher.

Zwei mächtige Buchen hat es wie aus heiterem Himmel entwurzelt. Sie krachten auf den Wanderweg von Grimma nach Nimbschen.

Quelle: Frank Prenzel

Grimma. Das muss mächtig gerumst haben. Am Harthgrundbach hat es zwei stattliche, an die 100 Jahre alte Buchen wie aus heiterem Himmel entwurzelt. Die Bäume krachten dabei auf den Wanderweg zwischen Grimma und Nimbschen. „Zum Glück ist nichts passiert“, sagt Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos). Am Hang verlören alte Buchen und Linden ihre Standsicherheit, so die Stadtverwaltung. Zudem verbreite sich der gefährliche, holzzersetzende Brandkrustenpilz. Für eine Sperrung des Weges sieht die Stadt aber keine Veranlassung. Sie bittet jedoch Wanderer und Spaziergänger des idyllisch gelegenen Waldwegs um erhöhte Obacht und verspricht eine schnelle Lösung des Problems.

Die Verwaltung hat umgehend den Delitzscher Garten- und Landschaftsarchitekt Sven Reuter mit einem Gutachten betraut. Zweimal war der Experte in den letzten Tagen mit Verantwortlichen der Kommune am Ort des Geschehens. Die zwei Buchen mit mächtigem Stamm sind längst aus dem Weg geräumt. Die Reste lassen aber erahnen, welche Gewalten im Gange waren, als sie stürzten. Für Reuter liegt die Ursache auf der Hand. Buchen bilden normaler Weise ein sogenanntes Herzwurzelwerk aus, das einen Meter tief in den Waldboden dringt. Er vermute nun, so Reuter, dass die Bäume am Wegehang schlecht in die Tiefe kommen. Der Ballen der gestürzten Bäume beweist das auch. „Sie wurzeln am Standort zu flach“, so Reuter. Wenn solche Bäume dann eine gewisse Lebensdauer erreicht haben, halte die Wurzel sie eben nicht mehr am Hang. „Irgendwann ist Schluss.“

Laut Reuter sind weitere Bäume entlang des Weges nicht standsicher. Bei etwa zehn mächtigen Bäumen müsse zeitnah etwas gemacht werden. Auch Linden sind betroffen. Bei ihnen liegt das Übel aber nicht an der Wurzel, sondern am Stamm. „Sie drohen zu brechen“, sagt der Fachmann. Aufmerksame Wanderer werden an einigen Bäumen schon Kreuze des Försters bemerkt haben. Diese Markierung sind an schräg stehenden Bäumen, die auch aus dem Bestand sollen, angebracht.

Bei den zwei Buchen habe zwar Fäulnis im Wurzelwerk zum Umkippen beigetragen, hat Reuter beobachtet. Vom Brandkrustenpilz seien sie aber nicht befallen gewesen. Der Pilz, der sich von lebendem Holz ernährt und es so zersetzt, ist bislang an einer anderen Buche am Weg sicher nachgewiesen. „Er greift die Standsicherheit an“, erklärt der Fachmann. Denn durch seine Ernährung trägt der Pilz bei, dass ein Waldriese sein Stützgerüst einbüßt. Der Pilz verbreitet sich laut Reuter über die Wurzel von Baum zu Baum und sei deshalb sehr spät zu sehen. Das mache ihn so gefährlich. Wie der Experte erläutert, ist der Brandkrustenpilz durchaus verbreitet. Auch im Park am Schwanenteich finde man den Parasiten. Normalerweise verträgt eine Buche so einen Pilz ganz gut, weiß Reuter zu berichten. Wenn der Baum aber nur flach wurzeln kann, beschleunigt er den Niedergang.

Gefahr sei am Harthgrundbaach nicht in Verzug, betont Reuter. Die Stadt sei aber für die Verkehrssicherung verantwortlich. Wegen der Vegetationsperiode sei das Fällen und Beschneiden zurzeit verboten und es müsste bis Oktober gewartet werden, um die Säge anzusetzen. „Wir befinden uns aber im Wald“, so der Garten- und Landschaftsarchitekt. Aus seiner Sicht sollte am Wanderweg nicht bis zum Herbst gewartet werden, während Oberbürgermeister Berger denkt, die jetzige Vegetationszeit zu überstehen. Ein entscheidendes Wort werden insofern auch die Fachleute für Artenschutz haben.

Von Frank Prenzel

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