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Grimma Grimma: Mit dem Traum-Abi in die Ferien
Region Grimma Grimma: Mit dem Traum-Abi in die Ferien
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00:40 12.07.2015
Grimmas Superhirne: Mirjam Körner, Susanne Held und Sarah Schrempel (v.l.) legten ihr Abi mit der Note 1,0 ab. Quelle: Andreas Döring
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Vor allem aber bewundert sie die Leistungen ihrer Freundin und Gastgeberin, Susanne Held. Die machte ihrem Namen alle Ehre, legte ihr Abi mit der Note 1,0 ab und gehört zum stärksten Jahrgang, den das traditionsreiche Haus je erlebt hat. Lehrerin Herma Lautenschläger jedenfalls ist aus den vergangenen über 450 Jahren nichts besseres bekannt: "Es gab bislang zwar immer mal ein bis zwei Eins Nuller - in diesem Jahr aber sind es gleich fünf. Damit nicht genug: 23 Schülerinnen und Schüler schlossen mit 1,5 und besser ab." 93 hoffnungsvolle Augustiner bestanden die Prüfungen, insgesamt erreichte der goldene Jahrgang einen überaus bemerkenswerten Notendurchschnitt von 2,1.

Susanne Held räumte bereits seit der fünften Klasse bei diversen Mathematik- und Physikolympiaden groß ab, die 18-jährige Großsteinbergerin, passionierte Tischtennisspielerin, will ab Herbst Bauingenieurwesen in Cottbus studieren. Sie ist genauso eine Eins Nullerin wie die gleichaltrige Sarah Schrempel aus Grimma. Als Superhirn wird sie die Studienrichtung Neurowissenschaften belegen. Sie ist längst keine Unbekannte mehr, sorgte zuletzt als mehrfache Preisträgerin für Schlagzeilen: So forschte sie mit drei Kommilitoninnen zum Paneuropäischen Picknick vom 19. August 1989, als der Eiserne Vorhang an der ungarisch-österreichischen Grenze für drei Stunden geöffnet wurde und etwa 700 DDR-Bürgern die Flucht gelang. Auf einem internationalen Symposium in Budapest stellte die Schülerin ihre Ergebnisse vor: "Es ist natürlich tragisch, dass es nun ausgerechnet Ungarn ist, das für neue Grenzzäune sorgt."

Mirjam Körner, ebenfalls Eins Nullerin, ist mit ihren 19 Jahren die Älteste im Bunde: "Zwischen der zehnten und elften Klasse habe ich ein Austauschjahr in Groningen eingeschoben. Seitdem spreche ich fließend Niederländisch." Wegen ihrer hervorragenden Fremdsprachenkenntnisse (Französisch und Englisch perfekt) durchlief sie im vorigen Jahr als Referentin ein Praktikum im Rathaus von Grimmas französischer Partnerstadt Bron. Sie möchte Wirtschaft und Internationale Beziehungen studieren. Die Ammelshainerin sieht ihre nähere Zukunft eher in der Großstadt: "Ich glaube, ich habe jetzt erst mal lange genug im Dorf gelebt."

Als Sprachgenie gilt auch Benedikt Bader aus Klinga. Der "Naturbursche" wird Forstwissenschaften in Tharandt belegen. Der 18-Jährige schloss ebenso mit 1,0 ab wie seine gleichaltrige Freundin Ireen Klemp aus Großsteinberg, die Humanbiologie studieren will. Vorher aber geht das Traumpaar mit Rucksack auf Europatour. Ireen und Benny sind Mitglieder der Initiative "St. Augustin denkt bunt". Sie backten Plätzchen für Asylbewerber, spielten mit ihnen Fußball und beteiligten sich an der Demonstration für Weltoffenheit in Leipzig. Derzeit sind beide auf großer Radtour nach Prag. "Diesmal jährt sich die Tour der Schüler zum 40. Mal. Im August feiern wir das mit ehemaligen Pragfahrern in Naunhof am See", sagt Lehrerin Lautenschläger, früher selber Schülerin am Augustin. Manchmal beneidet sie ihre Schüler um all die Möglichkeiten: "Ich denke da nur an die Auslandsaufenthalte oder den 111er, den 111. Tag vorm Abitur, an dem die kostümierten Schüler beinahe Narrenfreiheit genießen." Lachend fügt sie hinzu: "Ich dagegen war in der 11. Klasse im Ernteeinsatz und in der 12. Klasse in der Braunkohle."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.07.2015
Haig Latchinian

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